Ist die Lebenserwartung gestiegen - natürlicher Tod - damals und heute?

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15 Antworten

Hallo,

die mittlere Lebenserwartung der Menschen hat sich vom 16.Jahrhundert bis heute praktisch verdoppelt. Natürlich gab es auch damals schon Menschen, die 80 Jahre alt wurden, aber das war die absolute Ausnahme und setzte ein sehr gesundes Leben mit wenig schädigenden Einflüssen voraus (was wenn überhaupt nur bei wohlhabenden Menschen der Fall war. Auch in der Frühzeit gabe es schon Menschen, die sehr alt wurden, Pharao Ramses II z.B. wurde 90 Jahre alt und regierte über 66 Jahre lang...und das war um 1200 v.Chr.). Das Durchschnittsalter war auch wegen der hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit, die z.T. über 30% lag so niedrig. Als natürlichen Tod bezeichnet man übrigens jeden Tod, der aus innerer Ursache, d.h. nicht durch ein von außen einwirkendes Ereignis wie z.B. Unfall, Gewalteinwirkung verursacht ist, also nicht nur Tod aus "Altersschwäche" (Altersschwäche ist keine Todesursache), sondern Tod aufgrund aller inneren Erkrankungen inkl. Infektionen (sofern diese nicht als Folge einer Verletzung eintreten). Das die Lebenswerwartung in den letzten Jahrhunderten so stark angestiegen ist, ist zum größten Teil verbesserter Hygiene (u.a. aufgrund besserer Infrastruktur wie Trinkwasserversorgung, Abwasserkanalisation), besserer Ernährung, Impfungen und auch moderner Medizin zu verdanken. Allerdings stellt dies auch ein Problem dar, da dadurch ein wichtiges Regulativ der Bevölkerungsentwicklung außer Kraft gesetzt wurde. Als Folge davon ist die Weltbevölkerung von 1 Milliarde Menschen im Jahr 1800 innerhalb von nur 200 Jahren auf über 7 Milliarden Menschen angewachsen (siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung). Sollte dieses Wachstum im bisherigen Maße weitergehen, werden es im Jahr 2100 27 Milliarden Menschen sein - eine erschreckende Aussicht, die, wenn nicht bald wirksame Maßnahmen zur Kontrolle des Bevölkerungswachstums ergriffen werden, die Menschheit bis 2100 an den Rand des Aussterbens bringen kann. Die Evolutionsgeschichte ist voll von Spezies, die ihre ökologische Nische überbevölkert haben und dann deshalb plötzlich ausgestorben sind...dies kann viele Gründe haben, z.B. steigt bei steigender Populationsdichte die Wahrscheinlichkeit der Entstehung und Ausbreitung von Seuchen, es wird Kriege geben um schwindende Ressourcen wie Wasser, Nahrung, Rohstoffe...keine erfreulichen Aussichten. Übrigens haben anthropologische Untersuchungen gezeigt, daß Kriege dann ausbrechen, wenn in einer Gesellschaft überdurchschnittlich viele junge, unverheiratete Männer vorhanden sind...

Gruß docfm, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin

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Nein, ganz im Gegenteil. Selbst wenn man Todesfälle durch Kriege und hohe Säuglingssterblichkeit herausrechnet, sind die Menschen im 15.-17. Jh. insgesamt wesentlich früher gestorben. Auch damals konnte gelegentlich mal jemand über 80 oder 90 werden, das waren aber seltene Ausnahmen. Eine solche Anhäufung von über 90 oder über 100 Jahre alten Menschen wie heute (die oft noch relativ fit sein können) ist in unserer Geschichte beispiellos.

Man darf auch nicht davon ausgehen, in der frühen Neuzeit hätten die meisten Menschen schön auf dem Land an der frischen Luft mit viel Bewegung gelebt und sich nur gesund von selbst angebautem Gemüse und selbst gebackenem Holzofenbrot aus garantiert genfreiem [!] ;-) Getreide ernährt. Noch im 20. Jahrhundert hat man im Winter gefroren, schimmliges Brot oberflächlich abgekratzt und gegessen, sich einseitig von Getreide oder Kartoffeln ernährt usw. Von rauchigen offenen Holzherden (eine Feinstaubkatastrophe), Mutterkornvergiftung im Getreide und Hungerwintern früherer Zeiten ganz zu schweigen. Vor allem haben die meisten Menschen schwer körperlich gearbeitet und sind schon deshalb früher gealtert.

Schadstoffe in Lebensmitteln gab es sicher auch, vor allem in Form von Keimen. Nur Nachweismethoden und systematische Lebensmittelkontrollen gab es nicht. Sicher gibt es heute viele neue problematische Stoffe in Lebensmitteln. Den enormen Zugewinn an Lebenserwartung machen die aber bei weitem nicht wett.

Übrigens sind viele Leute sogar erstaunt, wenn man ihnen sagt, dass es Krebs schon vor Jahrtausenden gab - lange vor Dieselkraftstoff und Asbestdämmmaterial. Mein Anthropologiedozent war sogar der Ansicht, es hätte früher nicht wesentlich seltener Krebserkrankungen gegeben als heute. Jedenfalls wenn man die untersucht, die am Knochen nachweisbar sind. Die größere Häufigkeit heutzutage ist zumindest zum Teil ein Effekt der höheren Lebenserwartung. Denn mit zunehmendem Alter steigt auch die Anfälligkeit für Krebserkrankungen.

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Moin,

ich würde das mit den Schadstoffen jetzt nicht als Ersatz für das breite Spektrum von gesundheitlichen Risiken in der frühen Neuzeit einordnen. Wir haben heute alle Angst vor krebserregenden Produkten und Schadstoffen, was natürlich auch nach der Industrialisierung zum Thema wurde.

Allerdings war damals die Ernährung der Menschen vollkommen unsicher und oft auch unausgewogen, die Lebensmittel unterlagen überhaupt keinen Kontrollen oder sonstigem... das mit überimpften Pferdefleisch zu vergleichen, ist purer Unsinn.

Also, nein, wurde der Mensch in keinem Fall. Die Ernährung an sich sowie die Lebensumstände waren um einiges schlechter, als es sich heute in den Industriestaaten jemand vorstellen mag, dass wirkte sich an sich negativ auf den Organismus aus und förderte natürlich auch Erkrankungen etc., die du ausschließen wolltest. Aber "natürlicher" Tod kann man nicht so einfach sagen, das umfasst nämlich jeden Todesfall ohne Fremdeinwirkung, Krankheit etc. zählt hier also dazu. Kann man auch schlecht ausklammern, ein Mensch fällt damals wie heute nicht einfach tot um.

mfg Nauticus

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Die meisten Menschen starben damals an Hunger , Krankheiten oder Kämpfe. Da konnten schon leichte Verletzungen reichen um an einer Infektion zu sterben. Dadurch war die Chance das ein Mensch lange lebt relativ gering aber wenn dies vorkahm konnten die sicher auch über 100 Jahre alt werden.

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Die Menschen damals waren kaum älter als 30 max. 40 Jahre. Also kein Vergleich zu heute.

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Trotz deiner Bedenken, ist die Lebenserwartung steigt und steigt, trotz aller Negativa, die du aufgezeigt hast. Diesseitsseits wird davon ausgegangen,  dass der menschlicher Körper/Organismus gegen sehr viele Stoffe bereits keine Reaktionen mehr zeigt,da  unser Imunsystem sich den neuen Einwir-kungen angepasst hat.

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also so weit ich weiß werden die menschen heutzutage älter als zum beispiel im mittelalter

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Da sich die Hygiene im Vergleich zum 15.-17. Jahrhundert deutlich verbesser hat (wir werfen unsere Exkremente nicht mehr auf die Straße) und auch die Medizin zu wichtigen Erkenntnissen kam (nicht zuletzt: Aderlass ist kein Allheilmittel), ja, die Lebenserwartung heute ist um einiges höher als damals.

Vergleich:

Damals: 30-40 Jahre, wer 60 war galt als steinalt.

Heute: 80-90 Jahre jedenfalls in den westlichen Ländern.

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Kommentar von DasTuch
10.07.2013, 23:46

Richtig, aber in dieser Statistik sind eben die medizinischen Errungenschaften sowie der hygienische Fortschritt enthalten.

Das war aber nicht meine Frage.

Es geht ausschließlich um den natürlichen Tod. Kann man über Sterbeurkunden von damals - ein Durchschnittswert ermitteln, der Auskunft darüber gibt, wie alt Menschen wurden, die über den natürlichen Tod gestorben sind und nicht durch Krankheit.

Fallbeispiel: Familienmitglieder aus Bergregionen, wo fließendes Wasser war - wenige Tiere, die Gefahr darstellen (Spinnen, Ratten etc.) und Bakterien bzw. Viren kaum Überlebensmöglichkeiten hatten.

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die Menschen sind damals außerdem nur in sehr großen Ausnahmen eines natürlichen Todes gestorben

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Kommentar von DasTuch
10.07.2013, 23:44

Das ist mir bewusst, die Frage war aber: Wenn sie an einem natürlichen Tod gestorben sind, wie alt waren sie im Durchschnitt?

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Die Menschen heute müssen einfach weniger ackern als damals.

Den größten Anteil hat aber mit Sicherheit der Großteil der Medizin (zwar nicht alles, aber vieles).

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es gab auch damals menschen die alt und sehr alt geworden sind, z. b. leonardo da vinci.

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Kommentar von Arkesilaos
11.07.2013, 08:58

der starb mit 67 Jahren, vielleicht war das damals sehr alt, heute nicht mehr

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Im 17. Jahrhundert war das Durchschnittsalter was erreicht wurde ca. 17 Jahre!

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Kommentar von Arkesilaos
11.07.2013, 09:03

die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit führt natürlich auch zu solch niedrigen Werten. Ein Bergmann wurde ca. 35 Jahre alt, ein Adliger, dem es gut ging wesentlich älter.

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In aller Regel nicht. Wer aber wie die Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft seit 15 Jahren mit vielen Millionen Euro Werbegeldern die Botschaft unter die Leute streut, wir jetzt Lebenden würden alle immer älter werden, redet nicht nur wissentlich falsch Zeugnis im Interesse vor allem der privaten Versicherungswirtschaft, er lügt auch mit der Wahrheit, da die These auf jeden Fall rückwirkend zutrifft, was die vielen rüstigen älteren Menschen in näherer und fernerer Nachbarschaft belegen; auch entwickeln sich die Fortschritte der modernen Medizintechnik rasant weiter und selbstverständlich wünscht sich fast jeder, gesund, munter, geistig rege und mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet, möglichst alt zu werden. Wie sieht es aber mit der wachsenden Zahl derer aus, die durch die neufreiheitliche Politik des „Mehr Privat statt Staat“ ins soziale Abseits geraten? Genießen die auch die Segnungen der modernen Medizintechniken einer immer mehr privatwirtschaftlich organisierten und auf Profitmaximierung ausgerichteten Gesundheitswirtschaft im Gegensatz zum eher wohlfahrtstaatlich orientierten Gesundheitswesen des vorigen halben Nachkriegsjahrhunderts? Wie wirken sich zunehmend niedrig- und niedrigstentlohnte Leiharbeit, Arbeit mit Werksverträgen, Ein-Euro- oder Mini-Jobs auf die Psyche vor allem älterer Mitarbeiter aus? Wirkt Jugenderwerbslosigkeit, Langzeiterwerbslosigkeit älterer Menschen gesundheitsfördernd oder eher -hemmend? Fördert die zunehmende Zahl Obdachloser deren Lebenserwartung? Wirkt die künftig massenhaft anschwellende Altersarmut lebensverlängernd oder eher gegenteilig? Welchen Einfluss üben sich verschlechternde Umweltbedingungen auf die Lebenserwartung der Menschen allgemein aus?

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nein- Die Lebensmittel z.B haben zuviel Zucker= Diabetes, ausserddm sind heutzutage viele Menschen sehr dick dadurch würd ich nicht wifklich denken das sie gestiegen ist, -eher gesunken

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Ja sie ist gestiegen

Sie steigt etwa alle 5 Jahre um ein Jahr an

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