Ist die Identitäre Bewegung Rechtsextrem?

7 Antworten

Hallo,

hier einige Einschätzungen zu der Identitären Bewegung:

In einem Interview verwies der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler vom ForschungsschwerpunktRechtsextremismus/Neonazismus der FH Düsseldorfauf den rechtsextremen Ursprung der Identitären Bewegung in Frankreich. Manwolle „den Rassismus modern und hip machen“. Später ergänzte Häusler, dass esdarum gehe, die Jugend mit „nationalistischen und rassistischen Kampagnen“anzusprechen. Im Glossar des bundesweiten Informations- und Kompetenznetzes BIKnetz – Präventionsnetzgegen Rechtsextremismus führte Häusler zur Identitären Bewegung Deutschland(IBD) aus, dass die Inszenierungsformen der Bewegung im neonazistischen,neurechten und muslimfeindlichen Milieu positiv aufgenommen wurden.

Der Historiker Volker Weiß sieht "altbekannteParolen". Die identitäre Behauptung, "man habe mit der extremenRechten nichts gemein", verwundere.  Die Beteuerungen, nicht rassistisch zu sein,überzeugten nicht, nachdem die Gruppe ideologisch "wesentlich" aufKonzepte "des rechtsextremen Theoretikers Guillaume Faye" gründe.Darauf wiederum bauten ihrerseits dann PEGIDA-Initiativen auf, für die"das Engagement von Protagonisten der äußersten Rechten augenfällig"sei.

Der Erziehungswissenschaftler und Rechtsextremismusforscher Benno Hafeneger verortet die Identitäre Bewegung im „radikal rechten Lager“.Sie stehe „in der kulturkämpferischen Tradition eines Denkens in der Grauzonevon Rechtskonservatismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus“.

Nach dem österreichischen Soziologen Oliver Marchart ist die Identitäre Bewegung die „rechtsextreme Antwort aufpostidentitäre soziale Bewegungen“. Sie vertrete xenophobe Vorstellungen, etwaEthnopluralismus.

Eine Studie der Politologin Gudrun Hentges et al. kam zu dem Ergebnis, dass sich die Identitären ineinem „Spannungsfeld“ zwischen Front National, französischer Nouvelle Droite bzw. deutscher  Neuer Rechtenund herkömmlichem deutschen Neonazismus bewegten.

Der Medienwissenschaftler Jeffrey Wimmer sieht eine "rechtsextreme Bewegung" am Werk, dieneuere Partizipationsmöglichkeiten für demokratiefeindliche Zwecke nutze.

Die identitäre Gruppe in Österreich (IBÖ) wird vom Dokumentationsarchivdes österreichischen Widerstandes (DÖW) als rechtsextrem undantisemitisch eingestuft. Demnach bestehen Kontakte zu Neofaschistenim europäischen Ausland, etwa Italien und Ungarn. Führungskader kämen zum Teilaus dem organisierten Neonazismus. Die Bewegung zeige eine„ausgeprägte Militanz“. Es handle sich um eine „rechtsextremeJugendorganisation mit vielfältigen faschistischen Anklängen in Theorie,Ästhetik, Rhetorik und Stil“. Durch Aktionismus und begleitenderÖffentlichkeitsarbeit werde eine große Breitenwirkung angestrebt. Der sichverstärkende Repressionsdruck auf die Neonaziszene nach 2010 habe „maßgeblich“zu einer taktischen Distanzierung vom „offenen Neonazismus“ als einem aufgrundgesetzlicher und polizeilicher Beschränkungen „wenig zukunftsträchtigen Modell“geführt. Die Gruppe habe eine „überschaubare Anzahl“ von Anhängern, greife auf„historische Topoi und dramaturgische Ausdrucksformen aus dem gesamten Fundusder extremen Rechten“ zurück, so der Historiker und Gedenkstättenmitarbeiter Michael Sturm.

Stefan Glaser, von jugendschutz.net,einer Jugendschutzeinrichtung der Bundesländer, arbeitete in einer Studie zumRechtsextremismus heraus, dass die Identitären Rassismus kaschierten und die Bewegung als "neue rechtsextreme Strömung“ zu bewerten sei.

(Quelle Wikipedia).

 

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Du darfst nicht alles blind glauben was Dir in gedruckter Form vorgelegt wird.

Bei den von Dir zitierten Personen handelt es sich um Mietmäuler, die es geschafft haben, einen der begehrten Plätze an der Sonne mit sicherem Gehalt und Pensionsanspruch zu ergattern

Als Gegenleistung dafür müssen sie den jeweils Herrschenden nach dem Mund reden.

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@Novosibirsk

"Du darfst nicht alles blind glauben was Dir in gedruckter Form vorgelegt wird" (oder in deinem Fall aus "bestens informierten Kreisen" eher "rechts von der Mitte" als "Kritik" an den Systemparteien und -medien verbreitet wird) - danke für deinen Tipp: kann ich dir ebenfalls wärmstens empfehlen!!! Im übrigen ziehe ich persönlich meine Schlüsse auch aus dem, was u.a. Vertreter/innen rechtspopulistischer Parteien oder der identitären Bewegungen selbst "medial" verbreiten, sei es live in Polit-Talk-Shows, via Twitter, etc. - und das ist unerfreulich (kleiner Euphemismus!) genug und bestärkt mich darin, weiter meiner Position als "links-grün versiffter Gutmensch" (so heißt das doch, wie ich gerüchteweise vernommen habe, in diesen Kreisen) treu zu bleiben.

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Zumindest vereinigt sie Gedankengut wie völkisch, (deutsch)national und Rassentrennung zu einer nicht ungefährlichen Mischung, die an die stark an die pseudowissenschaftlichen Grundlagen der braunen Rassengesetzgebung erinnert.

Begriffe wie Herrenrasse und Untermenschen etc. werden von ihr m.E. aber nicht verwandt.

Sie geht mehr von einem Nebeneinander der Völker und Rassen ohne gegenseitige Vermischung (keine Blutschande aber doch irgendwie ein Übel in ihrer Ideologie) aus.


ja .. eindeutig .. statt Erklärungen von Dritten (oder von mir)  empfehle ich zu lesen, was die schreiben oder zuzuhören, was die sagen. 

Was haben manche Deutsche gegen Auslaender?

Ich bin Luxemburger und bei uns ist rund die Haelfte der Bevoelkerung aus dem Ausland. Wir haben eines der hoechsten Pro Kopp Bruttosozialprodukte der Welt.

Vielleicht auch, weil die ganzen Portugiesen und Spanier zu unseren Wohlstand beitragen? Wir verdienen viel mehr Geld als die meisten Deutschen.

Warum freuen sich die Deutschen nicht, wenn Leute zuwandern um zu arbeiten? Ich verfolgte das in den Medien, bis auf ein paar Leute in Muenchen die die Neuankoemmlinge begruessten, waren viele auf Distanz. Warum?

Ist es nicht eine grosse Chance fuer Deutschland, wenn viele Syrer einwandern und etwas zum Bruttoinlandsprodukt beitragen?

Habe auch auf deutschen Nachrichtenseiten gelesen, dass viele davon eine Ausbildung haben oder sogar Studium. Warum aber gibt es dann teilweise solche Tendenzen wie z.B. rechtsradikale Parteien zu waehlen oder Menschenjagten Ostdeutschland?

Deutschland ist doch ein riesiges Land, etwa 130 mal so gross wie Luxemburg, Platz waere ja genug da, also daran kann es auch nicht liegen.

Kann mir das ein Deutscher mal erklaeren, was da laeuft?

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Große Angst vor AFD / PEGIDA - Versteht ihr meine Sorge? Ist sie berechtigt?

Guten Abend liebe Community!

Ich hab mir diesen Account erstellt, weil ich dringend etwas loswerden möchte: meine Angst. In mir schlummert große Angst gegenüber Parteien wie der AFD und Menschengruppe, wie die PEGIDA, welche es geschafft haben in so kurzer Zeit und mit solch großem Ausmaß eine Horde von Menschen sehr sehr ärgerlich zu stimmen.

Mit ärgerlich meine ich: Sie haben Hass geschürt, der so bitter und scharf ist, dass er die Luft zerreißt.

Ich bin sehr viel in Social Media unterwegs und merke, wie der Fremdenhass immer weiter und weiter steigt. Die Töne sind nicht mehr ängstlich, wie sie zu Anfang gewesen sind. Es ist viel Gier nach Blut und Gewalt dabei und das schlimmste ist, dass so viele zustimmen.

Schaut, ich bin eine Ausländerin und viele meiner Freunde kommen aus den arabischen Gebieten und sind Muslime. Es macht uns nicht mehr wütend zu sehen, wie PEGIDA jeden Monat durch die Straßen wandert. Es lässt uns die Haare zu Berge stehen.

Wir fürchten uns sehr, dass es - radikal und sehr überspitzt gesagt - wieder wird, wie es 1933 war: irgendein Verrückter mit einer menschenverachtenden Ideologie kommt an die Macht und schürrt mit Angst die Menschen zusammen.

Könnt ihr mir folgen? Versteht ihr meine Sorge? Ist sie berechtigt? Wird alles "wieder besser werden"?

Muss ich Angst um meine Freunde haben?

Es tut mir sehr Leid, dass ich mit solch einem sensiblem Thema auftauche, was viele bestimmt schon aus den Ohren raushängt. Aber ich hoffe damit einige zu erreichen, die mit mir darüber reden können!

Vielen Dank und eine schönen Abend noch!

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