Ist die heutige Wissenschaft und sind die Wissenschaftler mit ihren Aussagen über Gott der Hauptgrund für den allgemein zunehmenden Atheismus?

 - (Schule, Religion, Christentum)

Das Ergebnis basiert auf 31 Abstimmungen

Nein, jeder kann selbst denken. 38%
Sonstiges:... 29%
Ja, das ist der Grund! 9%
Daran ist die Kirche schuld! 9%
Nein, das bringt die Zeit einfach so mit sich. 6%
Die Kinder werden schon in den Schulen verdorben! 6%
Es müsste mehr Religionsunterricht geben! 0%

30 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, jeder kann selbst denken.

Genesis 1.28. Die Stelle in der Bibel hat so gewirkt, wie sie auch wirken sollte. Und es stimmt auch nicht, dass man sie anders verstehen müsste. Herrschen bedeutet im Hebräischen die Unterwerfung, ein Herrschaftsanspruch dem unterlegenen Feind gegenüber. Und wer es immer noch nicht glauben will, braucht nur ein paar Kapitel weiter zu lesen: (Genesis 9.1-3) Nach der Sinnflut erklärt Gott: "Der Schrecken sei den Tieren vor dem Menschen." Und es wiederholt sich noch einmal: "Der Mensch soll herrschen." Zuvor war es im biblischen Hintergrund unvorstellbar gewesen, dass Menschen und Tiere nicht in Frieden miteinander leben konnten. Doch mit der Sinnflut sei nun alles anders gekommen. Die Bibel ist ähnlich wie auch der Koran, in einem Kulturraum entstanden, der unter den harten Bedingungen der Steppe und der Wüste, ein ringendes und kämpfendes Verhältnis des Menschen zur Natur vor Augen hatte. Die Tatsache, dass Hinduismus und Buddhismus eine vollkommen andere Umgangsform der Einordnung des Menschen in die überwältigende Fülle des Lebens zur religiösen Grundlage entwickeln konnten, mag man genauso gut verstehen. Das dem Menschen der Mittelpunkt der evolutionären Veranstaltung gebührt, ist nichts weiter als eine rasch gezimmerte Bühne, auf der endlich der Mensch zur Schau gebracht werden soll, mit Abraham 1800 vor Christus und 1200 vor Moses. Geradezu hektisch kommen dann die Propheten, kommt Jesus und kommt die Kirche. Aber diese 1800 Jahre sind nicht einmal die Hälfte des Neolithikums menschlicher Evolution, was das biblische Zeitmaß Absurdum führt. Freilich macht es Gefahr, vieler solcher Gesetze damaliger Zeit, immer weiter durch die Zeit zu schleppen, seien sie aus dem alten Testament der Christen oder aus dem Koran entnommen.

Wir Christen in Europa, genießen noch immer einen entscheidenden Vorsprung vor anderen Kulturen, wie etwa den afrikanischen. Wir haben die Aufklärung hinter uns bringen können: Eine geistige Bewegung, die seit dem Ende des 17. und dem 18. Jahrhundert, Europa prägt. Die Aufklärung hat neue Denkweisen und neue Methoden in der Philosophie, der Geschichtsschreibung und den Naturwissenschaften entwickelt, entscheidende Anstöße zur Kritik von Religion, Kirche und Offenbarung gegeben und sich bis in unsere Zeit hinein, in Kunst und Literatur, Recht und Verfassung, Moral und Politik ausgewirkt.

Doch die Entthronung des alten Menschenbildes und des alten Gottesbildes, hat noch nicht automatisch dazu geführt, aus dem neu gewonnenen Wissen, eine bessere Weisheit zu formen. Doch wenn wir beweisen können, wie eng Mensch und Natur verbunden sind, tut sich ein tiefer Graben zur Kirchen-Theologie auf. Im Hinduismus war die Evolutionslehre nicht ein derartiges Problem. Die hinduistische Mythologie lehrte ständig die Heraufkunft des Menschen über viele Stadien der Inkarnation. 

Anders im Christentum: Da war die Evolutionstheorie augenblicklich der Feind des dogmatisierten Kirchenglaubens und hat den Atheismus vor sich hergetrieben. Wir schaffen uns eine künstliche Glocke über der Natur um uns zu schützen. Wir machen Umweltpolitik mit den Menschen für den Menschen. Was will man da erwarten? Außer, dass wir uns angstgetrieben und sinnentleert, mit einem ständigen Kontrollwissen, immer mehr Macht zusprechen, ohne jeden Skrupel. Wir versuchen Tiere kontrolliert zu schädigen, um dann zu beobachten, was für Ausfälle sie zeigen. Aus einer unendlichen Kette an Quälerei an den Tieren, hat sich im Wesentlichen auch unser medizinisches Wissen aufgebaut. Die Massentierhaltung ist ein weiteres solches Phänomen. Wenn sich zeigt, dass die menschlichen Gefühle genau die gleichen sind, wie die von höheren Säugetieren, sollte dann nicht unmittelbar die Forderung daraus hervorgehen, dass diese Tiere dieselbe Rücksichtnahme zu erwarten haben, wie wir mit unseren Gefühlen?

Eigentlich bräuchten wir also eine Ethik, welche vielmehr die Verbundenheit von Mensch, Tier und Natur stärkt. Doch der Kapitalismus unserer Welt hat kein Mitleid, kein Erbarmen und nimmt keine Rücksicht. Jeder kann nach seinen Möglichkeiten für wohltätige Zwecke spenden oder auch seine Stimme erheben. Doch im Ganzen ändert sich nichts. Darum wächst auch eine Generation ohne Wertempfindung heran. Die Schizophrenie gerade der konservativen Weltordnung ist unerträglich. Die komplette Weltzerstörung für die Selbstvermehrung des Geldes und gleichzeitig das Herumjammern, das wir kein Wertgefühl mehr haben. Das Wertgefühl ist eine emotionale Verbindung zwischen Leben und Leben. So mussten wir unser gesamtes Wirtschaftssystem in Frage stellen.

Was soll man da noch glauben?

Oder wem soll man glauben?

Arthur Schopenhauer hat einst über das Christentum so geschrieben: "In dieser Welt leben die Tiere in der Hölle und ihre Teufel sind die Menschen." Um diese Hölle abzuwenden, müssen wir die Basis unserer Kultur ändern und über das sich christlich nennende Abendland hinausschauen und sehen, wie denn in anderen Kulturen das Verhältnis Mensch und Tier bestimmt wird. 

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Vielen Dank für deinen Beitrag!

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Sonstiges:...

Es gibt auch Naturwissenschaftler, die sich positiv(er) über Religion oder Glaube geäußert haben.

Ich glaube, es liegt an etwas anderem: Ich habe den Eindruck, dass einige Menschen nicht an Gott glauben wollen. Das finde ich schade.

Ich finde es schön, wenn Menschen aus ihrem Glauben Hoffnung, Trost und Kraft schöpfen können. Ein solcher Glaube kann das Leben meiner Meinung nach sehr bereichern.

Ich bin Christ. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Man kann sich auch als gläubiger Mensch mit Naturwissenschaften beschäftigen. Glaube und Wissenschaft müssen sich nicht immer widersprechen. So hat zum Beispiel Mendel, ein katholischer Mönch, wichtige Entdeckungen bei der Genetik gemacht. Der Mensch, der die Urknalltheorie aufgestellt hat, war katholischer Priester.

Laut der katholischen Kirche ist die Evolutionstheorie mit dem Glauben vereinbar.

Sonstiges:...

In Irland wenden sich die Menschen so rasch wie in keinem anderen Land außer Vietnam von der Religion ab. Das ergab eine weltweite Umfrage 2012.

Liegt das daran, daß in Irland das wissenschaftliche Bildungsniveau rascher zunimmt als im Rest der Welt? Oder sind dafür noch andere Gründe denkbar...?

https://www.belfasttelegraph.co.uk/news/republic-of-ireland/republic-of-ireland-abandoning-religion-faster-than-almost-every-other-country-28778850.html

https://www.independent.ie/irish-news/were-losing-our-faith-faster-than-most-countries-as-only-47pc-say-they-are-religious-26884671.html

Religionskritik, Feuerbach, Marx, Freud?

Hallo,

muss in Religion die drei Religionskritiker Marx, Feuerbach und Freud vergleichen. Finde aber eig. dass die alle sehr gleiche Meinungen haben. Alle sagen doch eig, dass Gott nur eine Illusion bsw. Projektion ist, auf den der Mensch seine Wünsche projiziert. Dadurch erwatet er Schutz (Freud, Vaterprojektion) und es hilft ihm über Missstände hinweg zu kommen (Marx). Das Schlechte an der Religion ist also, dass sie uns lähmt und unsere Möglichkeiten blockiert, da wir Gott als perfektes Ebenbild von unserem sehen (Feuerbach).

Gib es jetzt eig. auch Unterschiede? Wie könnte man die Kritik wiederlegen? (wie bei Feuerbach z.B. dass der gekreuzigte Jesus bestimmt kein Wunschgott ist). Hab ich noch wesentliche Aussagen vergessen?

Danke für eure Hilfe

Eure "Quanten"

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