Ist die Gehaltsrückzahlung gerechtfertigt?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Kann AG das Gehalt vom AN zurück verlangen?

ja , muss er sogar.

Kann AG die Rückzahlung von der Krankenkasse verlangen?

nein, das Gehalt kann er nur vom AN zurückverlangen.

Kann AG die Verrechnung des zu viel gezahlten Gehalts verlangen?

ja, aber nicht bei der Krankenkasse, sondern nur beim Arbeitnehmer. d.h. wenn der Arbeitnehmer wieder arbeiten kommt und Lohn erhält, wird der zuviel gezahlte Lohn damit verrechnet.

wenn der Arbeitnehmer ausscheidet aus dem Betrieb, bevor er wieder arbeiten kann, dann kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer alles in Rechnung stellen und ggf. wenn nichts zurückgezahlt wird, mit allen Mitteln auffahren, die es gibt. Mahnung, Vollstreckung, Gerichtsvollzieher usw.

du meinst die kleinbetriebs-regelung mit der lfz-umlage? ansonsten betrifft die lfz/efz laut gesetz nur den arbeitgeber.

stellt die krankenkasse fest, dass eine anrechnungsfähige vorerkrankung vorliegt, dann kann der arbeitgeber das zuviel gezahlte gehalt zurückfordern, wenn die kasse die erstattung verweigert.

aber nur, wenn sie für den strittigen zeitraum auch das krankengeld leistet.

Der AG hat dem AN bereits Gehalt gezahlt, obwohl die Krankenkasse die LFZ ablehnt und Krankengeld zahlt. Dies wurde dem AG durch die KK zu spät mitgeteilt.

Der AN bekommt demnach doppelt.

Ihrer Antwort entnehme ich, dass der AG das Gehalt zurück verlangen kann.

0
@Eigenheim1234

"... die fälschlicherweise zu lange gezahlte Lohnfortzahlung zurück verlangen kann"

meinst Du sicherlich.

Das geht, aber wenn der AN sagt, er habe das Geld schon ausgegeben, wird es kritisch.

Dann muss der AG dem AN formal eine Rechnung schreiben mit dem Hinweis, dass, sollte das Geld bis da und da hin nicht zurück gezahlt sein, der AG sich vorbehält, dies als Lohnvorschuss vom nächsten regulären Lohn wieder abzuziehen (beachte hierbei die Pfändungsgrenzen).

Des weiteren muss gegenüber der Krankenkasse für die dann falsch gemeldeten SV-Beiträge und gegenüber dem FiAmt wegen falsch egemeldeter LSt., Soli und Kirchensteuer eine Korrekturabrechnung gemacht werden, damit das dorthin geflossene Geld zurückerstattet wird.

0
@EyeQatcher
Das geht, aber wenn der AN sagt, er habe das Geld schon ausgegeben, wird es kritisch.

Wo ist hier das Problem? -zu viel oder zu Unrecht gezahltes Gehalt kann mit dem Gehalt des Folgemonats verrechnet werden, dazu sollte ein Lohnbüro heutzutage in der Lage sein.

2
@EyeQatcher

Hier habe ich den Leitsatz "Geld hat man zu haben" gelesen, sprich: Nur weil man kein Geld hat (bzw DAS Geld nicht mehr hat), wird man nicht von der Schuld freigesprochen.

Da der AN das Gehalt erst heute bekommt und ich ihn "vorwarnen" kann, sollte es diesbezüglich keine Probleme geben.

0
@LouPing

Man kann es als AG moralisch, darf es rechtlich aber nicht,

da dem AN die jeweilige gesetzliche Pfändungsgrenze monatlich mindestens als Selbstbehalt verbleiben muss.

Der AG darf höchstens stückchenweise den jeweils die Pfändungsgrenze übersteigenden Differenzbetrag einbehalten.

Der AG kann es natürlich versuchen, aber sobald der AN Alarm schlägt und zum Arbeitsgericht läuft, fällt der AG hinten runter.

0
@Eigenheim1234

Natürlich bleibt der AN dem AG das Geld schuldig, und dies grundsätzlich 30 Jahre lang.

Ich möchte ja auch nur auf die Rechtslage verweisen, damit der AG sich auf etwaige sich ergebende Problematiken einstellen- und entsprechend agieren kann.

0
@EyeQatcher

Wo steht denn was von P-Konto oder Pfändung? Keine Ahnung in welcher Geschichte du zu versinken drohst.

0
@LouPing

Deine Süffisanz zum Überdeckungsversuch Deiner fachlichen Unkenntnis ist völlig unangebracht.

Von P-Konto steht nirgends etwas, auch nicht in meinen Kommentaren - das entspringt allein Deiner wilden Fantasie.

Es ist aber Fakt, dass auch der AG auch bei berechtigten Forderungen seinerseits nicht berechtigt ist, derart viel Arbeitsentgelt einzubehalten, dass der monatliche Selbstbehalt des AN unterschritten werden würde.

0
@EyeQatcher

Du hast völlig recht. Aber in der Praxis verrechnet der AG zu viel gezahltes Lohn einfach mit der Folgezahlung - egal wie viel übrig bleibt, wie @LuoPing geschrieben hat.

In den wenigsten Fällen wird der Arbeitnehmer klagen, wenn aber doch, bekommt er recht.

Den zu viel gezahlten Lohn muss der aber trotzdem zurückzahlen, denn es handelt sich eindeutig um eine erkennbare Überzahlung, da er für denselben Zeitraum Krankengeld bezogen hat. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Krankengeld weniger ist.

1
@okieh56

Genau so ist es.

Der AN ist ganz klar der Schuldner der Überzahlung, die er dem AG schuldet.

Nur sollte der AG sich darauf einstellen, dass es AN gibt, die sich da, wie oben beschrieben, querstellen können und dürfen.

1

Also erstens kann man aus der Frage nichts so richtig sinnvolles entnehmen. Und zweitens gibt es beim Krankengeld genaue Fristen war was wann zu zahlen hat.

Was möchtest Du wissen?