Ist die Gebärdensprache eine anerkannte Muttersprache?

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4 Antworten

hallo shiny :)

ja, die gebärdensprache ist 2002 als eigenständige sprache anerkannt worden. siehe wikipedia, deutsche gebärdensprache: "Die Gebärdensprache ist jetzt in Deutschland als Sprache anerkannt (was bedeutet, dass Gehörlose jetzt ein Recht auf Dolmetscher haben). Die politische Anerkennung der DGS in Deutschland erfolgte bereits 1998 in Hessen per Entschließungsantrag, die rechtliche Anerkennung schließlich 2002 mit dem Behindertengleichstellungsgesetz (§ 6 BGG)."

das bedeutet aber nur, dass man als nutzer den recht auf verdolmetschung hat. die sprache bei einem person, der diese aus privatem interesse oder familären gründen beherrscht, kann grundsätzlich nicht anerkannt werden.

was ich dir aber erzählen kann, ist, dass du als hörende keine dgs kurse anbieten solltest, weil diese tauben personen vorbehalten sein sollten. denn sie sind muttersprachler, betroffene und wissen selbst am besten wie man in dgs kommuniziert. würden hörende die kurse machen, bedeutet auch, dass sie für uns taube sprechen und das hatte leider durch die lange tradition der unterdrückung tauber menschen durch hörende häufig negative auswirkungen. hinzu kommt, dass man als tauber bei der berufsauswahl eingeschränkter ist, daher sollte dieser beruf nur tauben muttersprachler vorbehalten sein.

stattdessen kann ich dir zu einem offiziellen gebärdensprachdolmetsch-ausbildung empfehlen. das bedeutet leider auch einen vollen studium bis hin zum MA. es gibt aber auch bestimmte schulen, die das dolmetschen ausbilden. man muss da aber auch zwischen kommunikationsassistenz und gebärdensprachdolmetschen unterscheiden. bei ersteren wird lediglich nur assistert, dh man übersetzt nicht 1:1, sondern fasst zusammen und ähnliches. das wird allerdings auch nicht so gut bezahlt wie ein gebärdensprachdolmetscher. nach der ausbildung kann man sich staatlich prüfen lassen, in darmstadt, dann ist man ein staatlich geprüfter gebärdensprachdolmetscher.

da du ein coda (children of deaf adults) bist, würde ich wirklich zu einem gebärdensprachdolmetsch-studium empfehlen. da werden nicht nur zum fertigkeiten und techniken des dolmetschen vermittelt, sondern auch die kultur und korrekte dgs grammatik und erweiterten wortschatz vermittelt. dieser bewusstsein und wissen fehlt leider oft bei codas. insbesondere fehlen bei vielen codas die persönliche auseinandersetzung der tauben kultur und der hörenden kultur, und die position des codas in dieser konstellation. sobald aber diese für sich klar vereinbart ist, hat man auch den frieden für sich und der tauben kultur geschlossen. erst dann kann man den beruf professionell herangehen, damit meine ich auch eine neutralen umgang und profesionellen distanz mit tauben kunden. das ist ein häufiges problem bei codas.

siehe auch meine antwort hier: http://www.gutefrage.net/frage/gebaehrdendolmetcher-ohne-studium-und-ausbildung-moeglich#answer88494254

besuche einfach mal meine seite und lies meine antworten zum thema taubheit etc., da wirst du auch schon mal die ersten themen konfrontiert werden, die auch im studium drankommen. wenn du noch fragen hast, bist du herzlich willkommen bei mir :)

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Welche Art von Anerkennung schwebt dir denn vor? Ich verstehe dich gerade nicht.

Wenn du deine Fähigkeiten beruflich nutzen willst, dann kannst du die vollständige Qualifikation zum Dozent/Lehrer für Deutsche Gebärdensprache und die Vorbereitung auf die Prüfung zum staatlich geprüften Dozent/Lehrer in Angriff nehmen.

Ansonsten sind deine Fähigkeiten ähnlich wie bei Kindern, die mit zwei Sprachen groß werden.

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Gebärdensprache ist keine Muttersprache... Gebärdensprache ist im Grunde eine Kunstsprache. So wie Esperanto...

Natürlich kannst du dir die Kentnisse in Gebärdensprache aber Testen und dann natürlich auch bescheinigen lassen.

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Kommentar von rinna
07.09.2014, 16:08

gebärdensprache ist keine kunstsprache. informiere dich mal eingehends. es ist linguistisch und gesellschaftlich sowie historisch eine eigenständige sprache und somit auch eine eigenständige kultur.

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Gebärdensprache hat mit Muttersprache nichts zu tun, kann also auch nicht als diese anerkannt werden.

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Kommentar von kordely
07.09.2014, 21:06

Gebärdensprachen sind auch vollwertige Sprachen, und wenn das Kleinkind viel Gebärden sieht, dann kann es als Muttersprache erlernen.

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