Ist die Fuge reine Mathematik oder hat sie auch musikalische merkmale?

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4 Antworten

Ich verstehe die Frage so, ob aus einem Fugenthema sich der gesamte Notentext der Fuge automatisch (also: mathematisch) ableiten lässt.

Da ist die Antwort auf jeden Fall "Nein", wenngleich mir der Verweis auf die Rolle, die die unterschiedlichen Parameter spielen, zu kurz greift.

Bei Bach finden sich keine zwei Fugen mit der gleichen Form (woran man erkennen kann, dass Fuge in der Tat keine Form, sondern ein Kompositionsprinzip ist), während in Russland zumindest in der ersten Hälfte Fuge als Form unterrichtet wurde (bestimmter Tonartenverlauf, Engführung gegen Ende usw. usf.). Es ist also theoretisch möglich, aus jedem Thema heraus die gleiche Form zu entwickeln, diese entwickelt sich aber nicht zwangsläufig, sondern ist Teil der kompositorischen Arbeit, in der ein Komponist einen Formplan anlegt und diesen verwirklicht.

Natürlich gibt es bei der Fuge bestimmte Prinzipien, nach denen man vorgehen kann, teilweise sogar muss: Gestaltung des Comes (Beantwortung von Zentraltönen in der Unterquinte), Anlage von Kontrasubjekten (Vorherrschen von Sexten und Terzen, die bei doppelten Kontrapunkten nicht zu Parallelen führen) und so weiter, letzteres aber ist beispielsweise lediglich eine Möglichkeit, die Gestaltung einer Fuge zu vereinfachen (falls man davon überhaupt sprechen kann), aber eben keine Zwangsläufigkeit.

Auch die mathematischen Aspekte, die sich bei der Fugenanalyse oft finden (beispielsweise Taktzahlen von Kadenzen, die etwa den goldenen Schnitt andeuten) entstehen nicht automatisch, sondern sind wiederum Ergebnis der oben erwähnten kompositorischen Anlage bzw. Planung.

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Fugen schreibt man

1. Weil man es kann, es ist nicht einfach.

2. Weil die einen unheimlichen "Zug" entwickeln können und einen sehr interessanten Höreindruck.

3. Weil man damit gut Tonmalerei betreiben kann oder eine Art "Gewimmel" darstellen kann, z.B. Turba-Chöre in den Bachpassionen:

Wäre Punkt zwei und drei nicht erfüllt, hätte man sie wohl nie komponiert.

Es ist kompliziert zu beschreiben, inwiefern Fugen tatsächlich mathematische Gebilde sind (das sagt man immer so schön, aber wer kann das schon aus dem FF konkretisieren?) und inwiefern die Gestaltungsprinzipien selbst einen ästhetischen Eindruck fördern.

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Ja sie hat auch musikalische Merkmale wie z.B. Dynamik, Rhythmik, Melodik und Harmonie.

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Die meisten fugen sind mathematisch. Die von bach aber auch groovig und musikalisch 👍

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suitman1230 29.11.2016, 14:00

sie beinhalten aber nur geringfügige freie ungebundene teile

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