Ist die FU Berlin gut geeignet für meinen Studiengang?

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4 Antworten

Moin,

also ich glaube, das viel Gutes bereits in den anderen Antworten gesagt wurde. Ich möchte allerdings noch zwei, drei kritische Bemerkungen machen, nämlich dass es auch auf dich und deinen Charakter ankommt, welche Uni am besten für dich ist. Damit will ich sagen, dass für mich die FUB seinerzeit im Nachhinein eher ungünstig war, weil ich Zeit meines Lebens immer zu faul war, mir zum Beispiel die Studien- und Prüfungsordnung wirklich mal durchzulesen (auch den besten Ablauf meines Abiturs hatte ich erst im 4. Semester durchschaut und selbst heute sind mir Briefe aus Behörden, die Steuererklärung oder Ähnliches ein einziges Grauen). Auch sonst war ich im Studium eher unstrukturiert. Ich war also mehr oder weniger darauf angewiesen, dass andere Ahnung hatten, an die ich mich "ranhängen" konnte. Die Studienberatungen waren damals eher so aufgebaut: Frage: Wie sieht mein Studiengang aus? - Gegenfrage: Hast du das schon belegt? - Antwort: Nein. - Ratschlag: Dann mach das doch erst mal. Der nächste bitte!
Okay, ich hätte vielleicht hartnäckiger am Ball bleiben können und wahrscheinlich ist die Studienberatung heute viel besser, aber mich haben solche Erfahrungen immer stark mitgenommen und runtergezogen...

Hinzu kommt, dass die FUB eine ziemlich große Uni ist. Gerade Lehramtskandidaten (mit ihren zwei Fächern) haben's da schwer, alle zu belegenden Kurse immer unter einen Hut zu bekommen. Die Studiengänge können selbstverständlich nicht auf jede denkbare Kombination Rücksicht nehmen, das ist klar, aber selbst innerhalb eines Studiengangs tun sie das nicht. Damit will ich sagen, dass es dir wie mir seinerzeit gehen kann und du in einigen Semestern vor der Wahl stehst, studiere ich diesmal Chemie oder Latein?! Oder: Belege ich diesen (langen) Chemie-Praktikums-Pflichtkurs oder die beiden zeitgleich stattfinden Vorbereitungsseminare für das im nächsten Semester anstehende weitere Praktikum? So etwas verlängert ein Studium! Im heutigen Bachelor-Master-System ist eine Verlängerung aber nicht vorgesehen. Das kommt davon, dass Bildungssysteme aus anderen Ländern einfach übernommen werden, ohne gleichzeitig auch die dafür notwendigen Strukturen zu schaffen. Überspitzt formuliert verlangt man von dir, dass du dein Studium in zehn Semestern schaffst, aber die Strukturen sind so, dass du selbst bei bestem Willen vierzehn Semester brauchst, weil du einfach aus physikalischen Grundgesetzen heraus nicht zeitgleich in zwei verschiedenen Kursen sein kannst.
Die Größe der Uni spielt ferner dabei eine Rolle, dass man eventuell keine stabile Lerngruppe hinbekommt, weil man mal mit den Leuten, mal mit anderen Praktika oder Seminare zusammen hat. Das - so hörte ich von Freunden - ist an kleinen Unis besser zu schaffen. Ich war jedenfalls jemand, für den stabile Lerngruppen wichtig waren, was ich aber erst im Laufe des Studiums gemerkt habe und dann mit Zeit bitter bezahlen musste.

Als letzten Aspekt gebe ich noch zu bedenken, dass Berlin eine Großstadt ist und als solche viele Angebote und Verlockungen bereit hält. Da kann es schnell passieren, dass man sich eher ablenken lässt, statt stringent sein Studium zu verfolgen. Auch das kostet dich eventuell zwei, drei Semester?! In einer "langweiligen" Kleinstadt könnte das weniger ins Gewicht fallen (aber das ist eine reine Vermutung von mir).

Fazit: Ich hätte damals eher eine Uni gebraucht, die verschulter organisiert ist. In der von Anfang an klar ist, mit welchen Leuten du was, wann belegen musst und die dafür dann aber auch die entsprechenden Angebote und Kurse bereit stellt. Die FUB war mit ihrer Weitläufigkeit und Größe, mit ihren egoistischen Instituten und Terminansetzungen für meine (Lern-)Charakterstruktur eher Gift. Auch die Großstadt war für mich nicht so gut (jedenfalls aus Sicht eines straffen Studiums). Jedenfalls waren alle meine Mitabiturienten, die an kleineren Unis waren, sechs bis acht Semester schneller fertig als ich. Das hängt natürlich auch (und womöglich in erster Linie) mit mir und meinem Charakter zusammen. Immerhin habe ich es dann schließlich doch geschafft und bin heute glücklich in meinem Beruf angekommen. Aber an meine Studentenzeit denke ich nicht gerne zurück. Der Gedanke daran verursacht in mir immer noch ungute Gefühle und ein schlechtes Gewissen...

LG von der Waterkant.

Von deinen Fächern hab ich keine Ahnung, aber ich studiere an der FU und es ist wirklich eine sehr gute Uni, deswegen denke ich, dass du da schon glücklich werden wirst. Und das Chemie-Gebäude ist auch super schön :D.

Gebühren sind jedes Semester so um die 300 Euro, davon das meiste für das Semesterticket (du würdest dir also, dass was du jetzt für die BVG zahlst sparen), das müsstest du dir halt irgendwie ersparen während dem Semester. Man kann sich auch irgendwie befreien, aber was da die Voraussetzungen sind weiß ich leider nicht, da hat der Asta aber ne extra Beratungsstelle für.

Lehrer für Latein und Chemie - der Hauptgewinn! Damit kannst Du Dir bei erfolgreichem Abschluß beim gegenwärtigen Lehrermangel in naturwissenschaftl. und altsprachl. Fächern in Dt.land das Bundesland, in dem Du arbeitest, aussuchen und die Verbeamtung winkt obendrein. Dafür sollte Dir nichts zu teuer sein und zur Not tut es auch ein Bildungskredit.

Und außerdem: Studiengebühren gibt es in Berlin/Brandenburg nicht. Hier kannst Du Dich informieren, aus was sich die Semestergebühr zusammensetzt (und 193 Euro davon für ein Semesterticket der BVG in allen 3 Zonen ist nicht zu teuer)  http://www.fu-berlin.de/studium/studienorganisation/immatrikulation/rueckmeldung/gebuehren/index.html

PS Ob Deine Fächerkombination auch möglich ist an der FU mußt Du mal auf der Internetseite der FU überprüfen oder zur Studienberatung gehen)

Huhu :)

Ja, unter anderem deshalb will ich genau DIE Kombi studieren. Konnte leider keinen Chemie/Latein LK nehmen, da es parallel läuft (wäre die einzige gewesen, die diese Kombi hätte nehmen wollen).

Ich möchte mich auch irgendwann verbeamten lassen. Ich weiß ebenfalls, dass ein Lehrermangel in Nat-Wiss. herrscht. Unser Chemielehrer jammert schon immer, dass es einen Chemielehrermangel an meiner Schule gibt ^.^
Ich würde gern in Bayern oder Baden-Württemberg unterrichten.

Ich könnte mir aber nichts anderes als diesen Beruf vorstlellen! 

Das stimmt, ich werde das schon irgendwie zahlen können. Ich meine, meine Nachhilfetätigkeit sollte eigentlich ausreichen.

Vielen Dank für deine Antwort!

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@DieChemikerin

Ja, viel Glück. Und nochmal: 193 Euro (von den 300) für ein halbes Jahr freie Benutzung von U-, S- und Straßenbahn/Bus ist wirklich fair. Seien wir froh, daß es noch keine echten Studiengebühren hier im Osten gibt (außer in Sachsen fürs Zweitstudium und Sachsen-Anh. für Langzeitstudenten). Die unbezahlbaren Mieten bzw. der Wohnungsmangel in Berlin sind für Studenten dagegen ein echtes Problem. 

Bei Geldmangel bibts auch die Möglichkeiten BaFöG oder einen Bildungskredit von der KfW u.a. 

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bevor das abi kommt sollte man die vier themen differenzieren lernen .

chemie  --- latein --- pädagogik   --- lehrer sein .

Ich muss gestehen, dass ich etwas irritiert bin. 

Mir ist durchaus bewusst, dass man Chemie und Latein studiert und ab dem Master einen sehr hohen Didaktik-Teil hat (der vorher geringfügiger vertreten ist). Nach dem Studium kommt das Referendariat und dann ist man Lehrer (Lehrer ist man in meinen Augen nur, wenn man die ätigkeit mit Leidenschaft ausübt)...

Was möchtest du mir also mit deinem Beitrag genau mitteilen?

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@Kuestenflieger

Es wäre äußerst gütig, wenn du das kryptische Schreibe unterlassen könntest und mir klar und deutlich ausdrücken könntest, was du mir genau mit deiner Anwort ausdrücken möchtest. Und danke

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