Ist die Forderung nicht bereits verjährt?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da dies jetzt über den Rechtsanwalt läuft ist es nicht verjährt

Immer wieder schön, was für absurde Falschinfos die Inkassos den lieben langen Tag verbreiten. Das ist einfach nur völliger Blödsinn, was da behauptet wurde.

Ansonsten einfach mal auf die Ausführungen von zum Beispiel Jurawissen hören.

Wenn es vor dem 1.1.2016 nie eine Mahnung gab, dann ist das ohne Wenn und aber verjährt. Da ändert kein Anwalt etwas. Und da ist dann auch egal, was die da mit dem "Verbraucherdarlehen" wohl meinen.

Bei einer Mahnung gibt es bei Verbraucherdarlehen, zu denen so eine Ratenzahlung gehören kann, eine Hemmung von 10 Jahren. Aber nur, wenn man sich in Verzug befindet, womit man ggf. wieder bei einer Mahnung wäre. Wenn es nie einen Ratenvertrag o.ä. gab, also nie ein Verbraucherdarlehen, ist es verjährt. Punkt aus.

Der Gläubiger muss beweisen, dass korrekt gemahnt wurde und das es einen Darlehensvertrag gab, wenn er sich auf die 10 Jahre Hemmung beruft.

Hier kommt noch eine zweite Ebene dazu: Die Insolvenz. Da es Neckermann nicht mehr gibt, würde ich alleine schon aus formalen Gründen widersprechen. Es ist unmöglich, dass eine "Neckermann GmbH" einfach so eine Forderung an ein Inkasso abtritt. Das kann und darf seit der Insolvenz von 2012 nur noch der Insolvenzverwalter. Sonst niemand. Ob so eine Abtretung überhaupt vorliegt, kann erst mal bezweifelt werden. Das ist auch eine Art Selbstschutz, denn wenn keine Abtretung des Insolvenzverwalters vorliegt, könnte der dann nochmal die Hand aufhalten und man bezahlt plötzlich doppelt: Einmal an den Insolvenzverwalter der Neckermann i.I. und einmal an das Inkasso...

In meinen Augen gibt es genug Gründe, Einspruch einzulegen und die (sollte es soweit kommen) vor Gericht einzubringen. Üblicherweise kommt dann erst mal ein Brief des Anwalts mit Aufforderung, den Einspruch zurückzunehmen oder sich zu erklären. Muss man nicht drauf antworten. Wenn man freundlich ist, antwortet man mit dem Argument "Verjährung und keine Abtretungsurkunde des Insolvenzverwalters vorgelegt."

Sehr gute Antwort.

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Du hattest absolut recht. Der Anwalt fragt jetzt per Brief, warum wir wiedersprochen haben und möchte Gründe dafür haben.

Muss man wirklich nicht drauf antworten ?

LG

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@ThinClient

Es gibt nirgendwo eine gesetzliche Pflicht, dass du dich mit dem Anwalt der Gegenseite (!) unterhalten musst.

Insofern ist jede Antwort an den Anwalt pure Freundlichkeit. Natürlich kann man dem Anwalt diese Freundlichkeit tun, ggf. kürzt das alles etwas ab. Ich würde dann folgendes verschicken: "Werter Anwalt. Offenbar haben Sie beim Studium nicht aufgepasst. Ich muss hier gar nichts begründen. Sie sind es, der begründen muss, warum Sie ohne Vorlage einer Vollmacht des Insolvenzverwalters der Neckermann i.I. eine ansonsten aber auch verjährte Forderung eintreiben wollen. Solange das nicht geschieht, setze ich mich auch nicht inhaltlich mit ihrer Forderung auseinander. Ich erwarte also zeitnah ihre Klagebegründung. Für den Fall, dass Sie dieses Verfahren nicht weiter betreiben, behalte ich mir den Antrag auf Durchführung des streitigen Verfahrens vor. Weitere Äußerungen von mir gibt es ausschließlich vor Gericht."

Dann sollte der Anwalt kräftig zurück rudern.

Ganz grundsätzlich tendiere ich aber dazu, einfach gar nicht zu reagieren. Wieso der Gegenseite klar machen, wie man sich vor Gericht zur Wehr setzen wird.

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Ein Mahngericht prüft grundsätzlich keine Ansprüche.

Wenn keine Mahnungen erfolgten, ist die Sache verjährt.

DENNOCH: Dem Mahnbescheid rechtzeitig und im Ganzen widersprechen.

Sonst ist die Forderung anerkannt.

Um es klar zu stellen: Eine Mahnung ändert bis auf exakt eine einzige Ausnahme die Verjährung überhaupt nicht. Die Mahnung bei einem Verbraucherdarlehensvertrag löst den Verzug aus und vermag, zusätzlich 10 Jahre zu hemmen. Gibt es keinen Darlehensvertrag, läuft die Verjährung unerbittlich weiter und nach 3 Jahren ist Schluss.

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@mepeisen

Mepeisen hat ( wie so oft ) recht.

Eine normale Verjährung wird nur durch ein eindeutiges, schriftliches Eingeständnis der Schuldner, durch konkludente ( Raten- ) Zahlung, schriftliche Ratenzahlungsvereinbarung oder den rechtzeitigen beantragen eines Mahnbescheides gehemmt.

Wenn das aber auch alles schon lange her ( hier alles vor dem 1.01.2014 ) und seitdem nichts geschehen ist, ist die Sache ebenso verjährt.

Die Übergabe der Forderungssache vom Inkasso an Rechtsanwälte allein, hemmt die Verjährung nicht.

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@JuraWissen

Mepeisen hat ( wie so oft ) recht.

Danke danke. Bei den Themen, wo ich mich nicht auskenne, halte ich aber auch zu 99,99% gepflegt meine große Klappe ;-)

Deswegen habe ich einfach überproportional oft Recht. ;-)

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@mepeisen

Das war hoffentlich nicht ironisch auf meine Person bezogen?

Falls doch, so werde ich dich ehrverletzend mit rosa Watte bewerfen....  :D

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@JuraWissen

Das war hoffentlich nicht ironisch auf meine Person bezogen?


Nö. Das war eher auf so Leute wie "DerHans" bezogen, angeblicher "Community-Experte für Recht", die du hier im Forum auch schon kennen gelernt hast.

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Anspruch auf Verbraucherdarlehen vom 21.12.2011.

Wurde da irgendwas auf Finanzierung gekauft? Dafür gelten besondere Verjährungsfristen bzw. eine Hemmung der Verjährung für bis zu 10 Jahren (§ 497 (3) BGB).

Huch, die Zeile mit dem Darlehen habe ich doch glatt überlesen …

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"Der Antragsteller macht folgenden Anspruch geltend:" Dann werden die Kosten aufgezählt und die Summe von 106 EUR gelistet.

Weiterhin steht da 

"Der Antragsteller hat erklärt, dass der Anspruch von einer Gegenleistung abhänge, diese aber erbracht sei.

Der Antragsgegner hat folgendem Teil des Anspruchs widersprochen: 

* den gesamten Zinsen einschließlich Zinsen auf Nebenforderungen 

* den gesamten Verfahrenskosten 

* den anderen Nebenforderungen wegen eines Betrags von 83.00 EUR einschließlich Zinsen auf Nebenforderungen.

Soweit der Antragsgegner dem Anspruch nicht widersprochen hat, ergeht auf der Grundlage des Mahnbescheids Vollstreckungsbescheid wegen vorstehender Beträge."

Ich verstehe das jetzt nicht ganz. Da steht, dass ich ja zum Teil widersprochen habe, aber trotzdem ist die Summe von 106 EUR im Vollstreckungsbescheid gelistet. Und den letzten Absatz verstehe ich auch nicht. Muss ich jetzt komplett bezahlen? Haben die meinen Teilwiderspruch gar nicht akzeptiert?

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