Ist die Evolutionstheorie bewiesen?

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8 Antworten

Kurz: Jein. Der Begriff "Beweis" wird in der Naturwissenschaft vermieden, deswegen ist es schon richtig, zu sagen, dass die ET nicht bewiesen wäre, wenn man hinzufügt, dass sie aber sehr gut belegt ist. Eine Ablehnung der Erkenntnisse der Evolutionsbiologie entbehrt aber jeder argumentativen Grundlage.

Lang: Echte (hundertprozentige), positive Beweise gibt es nur in der Mathematik, in der Naturwissenschaft ist sowas streng genommen gar nicht möglich. In bestätigten naturwissenschaftlichen Modellen bleibt immer eine Restwahrscheinlichkeit der Falsifikation (Widerlegung). Auch wenn diese bei den Dingen, die als Lehrmeinung bekannt sind, gegen Null tendiert, muss man von Belegen anstatt von Beweisen sprechen, um korrekt zu bleiben.

Wenn sie von der Evolutionstheorie sprechen, werfen Laien außerdem meist Dinge zusammen, die nicht unbedingt zusammengehören, und die vor allem bei dieser Frage getrennt betrachtet werden müssen.

Zunächst einmal gibt es das Phänomen der biologischen Evolution (Änderung der vererbbaren Merkmale über Generationen hinweg). Deren Existenz ist auch im strengen Sinne bewiesen, weil wir sie direkt beobachten können, z.B. bei der Zucht oder bei der Resistenzbildung von Krankheitserregern.

Die eigentliche Evolutionstheorie beschreibt die Mechanismen, die die Evolution antreiben. Für die Wirkung von Mutation und Selektion und damit die Aussagen der Synthetischen Evolutiontheorie, die auf Erkenntissen Darwins aufbaut, wurden zahlreiche Belege erbracht, und heute ist die Synthetische ET mit Abstand das wahrscheinlichste Erklärungsmodell der Evolution. Der bekannteste Beleg dafür ist wohl der Fluktuationstest von Luria und Delbrück.

Eng damit verknüpft, aber unabhängig von der ET ist die Abstammungs- oder Deszendenztheorie, die besagt, dass durch Evolution in der Vergangenheit die verschiedenen Arten aus gemeinsamen Vorfahren entstanden. Die Liste der Belege für die Abstammungstheorie ist lang und erdrückend (auf Nachfrage kann ich sie aufzählen), trotzdem ist sie das Modell der Evolutionsbiologie, das am häufigsten von Kreationisten angegriffen wird, allerdings aus rein ideologischen Gründen. Stichhaltige Argumente gegen die Abstammungstheorie wurden noch nie vorgebracht, und die Wahrscheinlichkeit für ihre Richtigkeit grenzt an absolute Sicherheit. Absolute Sicherheit werden wir dabei aber niemals haben, weil das außerhalb unserer Möglichkeiten liegt.

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Kommentar von MarkusKapunkt
05.04.2016, 21:04

Absolute Sicherheit werden wir dabei aber niemals haben, weil das außerhalb unserer Möglichkeiten liegt.

Außerdem würde eine solche absolute Sicherheit wieder zu höchst unwissenschaftlichem Dogmatismus entarten. Wenn sich die Wissenschaft mit den Worten "Schnauze jetzt, das ist bewiesen" zurücklehnt, wo ist dann der Unterschied zwischen den Leuten, die immer so laut schreien "Das steht aber so in der Bibel!"? Und außerdem, wo bleibt dann noch der Anreiz, etwas neues zu entdecken?

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"Bewiesen" ist ein Terminus der in der Wissenschaft eher ungern angewendet wird, belegt ist hier angemessener.

Die Evolutionstheorie ist eine der am besten belegten Theorien der Wissenschaft, vergleichbar mit der Atomtheorie oder der Germ Theory of Disease ist sie ein Fakt. 

Wer diesen Fakt heute nicht akzeptiert macht sich einfach lächerlich. Der einzige Grund dies nicht zu tun ist religiös indizierte Ignoranz. Mit Wissenschaft oder auch nur einer seriösen Meinung hat dies natürlich nicht das geringste zu tun.

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Die Evolutionstheorie ist bewiesen. Ansonsten würde sie "Evolutionsthese" genannt werden.

Dass Evolution selber ein fortlaufender Prozess ist, ist eindeutig bewiesen. Dass der Mensch und der Affe gemeinsame Vorfahren haben, ist eindeutig bewiesen (wenn auch noch mit einigen Lücken). 

Wer heute, im 21. Jahrhundert noch gegenteiliger Meinung ist, hat meiner Ansicht nach nicht das Recht Computer und Technologie zu benutzen und sollte sich still und beschämt in einer Höhle verkriechen.

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Kommentar von MarkusKapunkt
05.04.2016, 19:39

Wenn man die Fakten und Belege nicht sehen will, sieht man sie auch nicht. Bei manchen ist der Glauben an eine Sache so festgefahren, dass für sie noch nicht einmal eine Diskussion in Frage kommt. Leider trifft das sowohl auf viele Kreationisten als auch Atheisten zu, die einfach urteilen, obwohl sie sich selbst noch niemals mit den Argumenten der Gegenseite befasst haben.

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Der Begriff "Theorie" hat in der Wissenschaft nicht die gleiche Bedeutung wie in der Umgangssprache. Eine Theorie ist muss durch Fakten aus empirischer Forschung belegbar, aber auch falsifizierbar sein. Das bedeutet nicht, dass sie auch falsch sein KÖNNTE, sondern dass die Belege für ihre Richtigkeit sprechen. 

Auf die Evolutionstheorie trifft das zu. Fossilfunde sprechen eine deutliche Sprache, dass alle heute lebenden Lebewesen sich aus frühzeitlichen Formen entwickelt haben. Die Belege sind so zahlreich und umfassend, dass die Evolutionstheorie als wahr gelten sollte.

Es gibt jedoch auch heute noch zahlreiche Menschen (und ich wette, diese werden sich in den Kommentaren gleich auf mich stürzen), die sich aufgrund ihres Glaubens nicht von den Beweisen überzeugen lassen. Für sie zählt allein die Bibel als Quelle jeder Wahrheit, weshalb sie die Evolutionstheorie als Angriff auf ihren Glauben ansehen. 

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Die Evolution ist eine bewiesene Tatsache. Evolutionstheorie wird sie nur von ihren fanatischen Gegnern genannt. Aber über die Theorie ist sie längst hinaus.

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Kommentar von MarkusKapunkt
05.04.2016, 20:45

Du hast den Begriff der Theorie in der Wissenschaft nicht verstanden oder verwechselst ihn mit dem gleichlautenden Begriff in der Umgangssprache. Natürlich wird die Evolutionstheorie auch von ihren Befürwortern -Theorie genannt, weil sie eine ebensolche ist.

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Kommentar von dadita
05.04.2016, 20:54

Es ist und bleibt eine Theorie, was nichts daran ändert dass sie, wie du richtig sagst, eine Tatsache ist. 

Dennoch wird jeder Wissenschaftler sie als Theorie bezeichnen, weil sie eben genau dies ist: Ein belegbares und belegtes(!) Modell zur Erklärung eines natürlichen Phänomens. Mit dem ungangsprachlichen Ausdruck Theorie hat der der wissenschaftliche Terminus eben nicht viel zu tun.

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sie ist es schon an Hand der zahlreichen Fossilien, Tiervergleiche, DNA usw.

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Die Grundthesen der Evolutionstheorie werden durch zahlreiche Belege gestützt. Wie die Evolution selbst ist die Evolutionstheorie jedoch nicht abgeschlossen und es werden immer weiter Belege für neue Erkenntnisse gesucht.

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Jede Theorie gilt so lange, bis sie widerlegt ist; das trifft auch für die Evolutionstheorie zu.

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