Ist die Einleitung bei diesem Text wichtig?

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3 Antworten

"Das Kopfstück erinnert an hethitische (und neuassyrische) Vasallenverträge, in denen der Großkönig mit seinen bereits erwiesenen Wohltaten das exklusive Verhältnis zu seinen Vasallen begründet. Im Prolog stellt sich Gott als Befreier aus Knechtschaft vor, der sich damit als „dein Gott“ erwiesen hat."

Solange also die Gebote nur für das jüdische Volk = Ethnie bindend waren, gehörte der Satz zwingend dazu.

"Das rabbinische Judentum und der Talmud verteilen Ex 20,2-12 als I – V auf die erste und Ex 20,13-17 als VI – X auf die zweite Tafel. Sie zählen den Prolog als erstes Wort, fassen Fremdgötter- und Bilderverbot als zweites zusammen und müssen dann die beiden Verbote des Begehrens als ein Wort zählen, um bei der Zehnzahl zu bleiben. Die Worte der ersten Tafel (vom Prolog bis zur Ehrung der Eltern) ordnen das Verhältnis zu Gott, die der zweiten Tafel das zum Nächsten."

Dann musst du mal hier nachlesen: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenistisches\_Judentum

Nachdem also die Gültigkeit der Zehn Gebote auch auf Nichtjuden ausgeweitet wurde, änderte sich die Bedeutung des Kopfstücks, da es ja nicht mehr alle betraf :

"Das hellenistische Judentum... sowie die Alte Kirche, aber auch die Griechisch-Orthodoxen, die Reformierten und die Anglikaner nehmen die Selbstvorstellung Gottes für sich und stellen sie als Prolog voran. 

 Am einflussreichsten ist die Disposition Augustins geworden, der die Gebote mit Hilfe des Doppelgebots der Liebe (Mk 12,29-31) ordnet: In I – III (Fremdgötter – Sabbat) gehe es um die Liebe zu Gott, in IV – X (Eltern – Begehren) um die Liebe zum Nächsten."

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/dekalog-zehn-gebote-at/ch/116ebe7ad1d3e5af397f951e80597857/

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Schau dir mal die Präambel (Einleitung) der deutschen Verfassung (GG) oder anderen Ländern an. Die 10 Gebote (eigentlich 12) waren die Verfassung des damaligen jüdischen Volkes. Dies ist sozusagen die Präambel der Verfassung für die Juden. Hier spricht Gott (Jahwe) zu seinem Volk (angeblich waren sie in vorher in ägyptischer Gefangenschaft) und ordnet die Gesetze an. Man weiss also für wen bzw. welches Volk diese gelten sollen.

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Kommentar von Polly1998
13.02.2016, 20:16

Vielen Dank für deine Antwort, sie hat mir sehr geholfen;)

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Grüß Dich Polly1998!

Mann oh Mann, da bekomme ich Herz,- und reichlich Atembeklemmungen. Uff! Was da steht ist furchtbar! Besonders ab Nr. 5.

5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; 6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld. 

Das kann man auch anders sagen: Gott spricht: Und willst Du nicht an mich glauben, so werde mich an Dir rächen und an Deiner ganzen Familie über viele Generationen hinweg und das auf grausame Weise.

Es sind die sogenannten 10 Gebote. Das steht wirklich drin und nicht das, was sonst immer kolportiert wird

Dann sprach Gott alle diese Worte: 2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. 3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben

Bei der Sklaverei handelt es sich um das hier: 

Wikipedia

Der Auszug aus Ägypten oder Exodus (lat. „Auszug“) ist die mythische Erzählung von der Rettung der Israeliten aus der Sklaverei des Pharao Ägyptens, die im Buch Exodus in Kapitel 1-15 zu finden ist. Damit beginnt im Tanach (der hebräischen Bibel) die besondere Geschichte Israels mit seinem Gott JHWH (Jahwe oder Jehowa), durch die er sich seinem Volk bekannt macht und es zu seinem Bundespartner erwählt. Diese theologische Ursprungsgeschichte Israels ist das zentrale Glaubensbekenntnis des Judentums.

Archäologische Untersuchungen und das Fehlen historischer Quellen sprechen gegen die Historizität des Auszugs und damit gegen eine tatsächliche historische Grundlage der Auszugsgeschichte.


In der Bibel wird vom Gott Jahwe gesprochen, der ein eifernder und rachsüchtiger Gott ist und dass seine Befreiung aus der einen Sklaverei mit der geistigen Knechtschaft und mit dem Zwang an ihn glauben zu müssen, bezahlt wird. Unter Androhung von finstersten Strafen bei Widersetzung, erpresst er sein Volk. 

Nach dem Motto, entweder Sklaverei oder der Schutz bei mir. Doch den bekommst Du nur, wenn Du tust was ich will, sonst geht es Dir und den anderen, die sich abwenden von mir sehr sehr schlecht.

Zu den ersten Sätzen:

Die Einleitung mit den ersten Sätzen lässt noch nicht viel vermuten, außer: 

Du sollst keinen anderen Götter haben neben mir. 

Mit dem was danach dann steht, ist es klar, das dort schon eine Drohung versteckt ist.

Ich weiß nicht, was der Religionslehrer hier bezwecken will. Ich würde ihn auf die finsteren, traumaauslösenden albtraumartigen und erschreckenden Drohungen ansprechen und ihm sagen, das dies auf keinen Fall der Maßstab für heutige Ethik ist. Wie er denn dazu stände und was er mit seiner Andeutung zu den ersten Sätzen meint.

Übrigens auch der Rest der 10 Gebote (göttliche) sind ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei.

Unter Biblische Moral den Link:

Die 10 Gebote anklicken

http://www.bibelkritik.ch/

Ich finde, der Lehrer sollte sich hier deutlich erklären. 

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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