Ist die Demokratie eine Lüge?

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Ich denke nicht, dass uns bis jetzt wirklich eine funktionierende Alternative zur Demokratie untergekommen wäre. Dass Gesetze notwendig sind, sollte klar sein, daher gehe ich darauf mal nur kurz ein. Daraus können wir dann immer schließen, dass wir keinesfalls zu 100% frei sind. Auch wenn das einige immer wieder glauben wollen. Auf der anderen Seite ist das eben auch gut so, wir brauchen Regeln für unser Zusammenleben. Daher sind die großen Kriegszeiten fürs erste wohl vorbei. Ja, auch wenn es hier und da noch Streitigkeiten gibt, so ist die Denkweise der Leute zum größten Teil nicht mehr auf Krieg getrimmt.

Um also wieder aufs Thema zu kommen... Dass wir in der Theorie alle unsere Rechte haben und mit entscheiden dürfen, was in der Politik geschieht, ist wohl die beste Basis. Doch eines darf man bei dieser Geschichte nicht vergessen, die Demokratie hat im Prinzip drei Schwächen. 

● Das ist zum einen die Tatsache, dass nicht jeder von uns auch in der Lage ist mit entscheiden zu können. Mal abgesehen davon, dass viele noch nicht einmal ein Interesse daran haben, was man leider immer wieder an der Wahlbeteiligung sieht. Und nein, das kommt sicherlich nicht nur davon, dass den Leuten nicht gefällt was die Parteien gerade so treiben. Deshalb ist es notwendig die Demokratie durch Volksvertreter leiten zu lassen. Andernfalls würden wir in Rekordzeit untergehen. 

● Problematisch wird es dann eben, wenn diese Vertreter auf einmal nicht mehr das vertreten, wofür sie eigentlich stehen. Oder sich mehr auf sich selbst konzentrieren. Dann sind wir an einem Punkt in der nicht mehr demokratisch gedacht wird. Und das ist wohl auch die größte Schwäche der Demokratie. Auf der einen Seite werden Experten benötigt um alles vernünftig am Laufen zu halten, doch auf der anderen Seite ist es eben dann auch möglich Dinge ohne das Wissen oder die Zustimmung der Bevölkerung zu entscheiden. Wo wir dann bei Geheimabsprachen, der allgemeinen Korruption und der Macht des Geldes angelangt wären.

● Eine andere Sache wäre dann die traurige Wahrheit, dass die Demokratie grundsätzlich zu langsam ist. Mit einer anderen Regierungsform könnten sehr viele Dinge wesentlich schneller vorangetrieben werden und je nachdem wie fähig die leitenden Personen dann wären, würde auch alles "fair" ablaufen. Wobei das sicherlich auch eher Wunschdenken ist und vor allem dann nur auf eine abzusehende Zeit bestehen könnte. Irgendwann würden nämlich die fähigen Leute fehlen und das System wäre am Ende.

Joa, so viel mal zu meinen Theorien zum Thema. Eine andere Sache die man sicherlich auch nicht vergessen darf. Die Mehrheit entscheiden zu lassen ist leider auch etwas töricht. Natürlich kann man nicht kleinere Gruppen über größere entscheiden lassen, dass hat uns die Geschichte ja oft genug gezeigt. Jedoch sich nur auf die Entscheidung der Masse zu berufen würde in vielen Bereichen nicht funktionieren. Das sieht man auch in vielen anderen Themenbereichen. 

Gute Frage.

Es gibt so viele verschiedene Arten und Ausübungen der Demokratie und ich denke auch das es ein sehr bewährtes System ist. z.B. unterscheidet sich die Demokratie in der Schweiz von der in den USA um Welten. Auch darfst du nicht vergessen, dass die Demokratie ein extrem aufwendiges System ist in vergleich zu anderen. Je grösser das Land desto schwieriger wird es, es mit einer Demokratie zu regeln. z.B. China. Ich denke es ist extrem schwierig in Ländern wie solchen mit einem Effizienten System zu arbeiten. Jedoch denke ich, dass wir mit der Demokratie definitiv in die richtige Richtung gehen. 

Wenn man Karl Marx vertraut und davon ausgeht, dass sich die Gesellschaft irgendwann in seiner theoretischen Form von Kommunismus wiederfindet, wird es auch wieder ein anderes System geben müssen. 

Meiner Meinung nach, ist die Welt noch nicht bereit für ein besseres / Sozialeres System als die Demokratie. Vielleicht sind irgendwann genug Kriege gekämpft. Wer weis.

Ich hoffe ich konnte einen Gedankenanstoss geben.

NutpotD

die demokratie ist keine im eigentlichen wortsinn .. das volk hat quasi nur ein mitspracherecht im groben aber nicht im einzelnen ... das gäbe nur chaos bzw. alte gesetze würden ewig gelten.  wäre es eine wirkliche demokratie, dann dürfte es ja keine koalition geben ... also politiker die gegen ihre überzeugung stimmen und nur weil sie einer koalition angehören so stimmen wie von der "führung" vorgesehen.  andererseits würden aber dann auch politiker ohne koalition obwohl sie zwar der meinung sind das gesetz wäre ok, trotzdem dagegen stimmen nur weil den vorschlag einer von der anderen partei eingebracht hat .... also du siehst schon:    alles nicht so einfach.  unsere art der demokratie ist eigentlich nur dazu da, dass die politiker nicht zu selbstsüchtig werden wie z.b Dikatatoren ...

eine demokratie ohne politiker, quasi wo alles nur über volksbefragung entschieden würde, würde auch nicht funktionieren, da zu viel kosten und zu aufwändig, die einzelnen leute ohne werbekampagne dann gar nicht wüssten um was es geht und nicht kompetent stimmen --- mit werbekampagne dann aber auch wieder beeinflusst wären --- also wer das meiste geld hat für die grösste werbekampagne holt sich schonmal 30% mehr stimmen als ohne ... also sowas würde nicht so gut funktionieren wie unsere art der demokratie.

man könnte zwar die kosten minimieren durch internetbefragungen, dann wäre es aber wieder zu unsicher.  hacker könnten die politik bestimmen.

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