Ist die biblische Sintflutgeschichte aus dem Gilgamesh-Epos entnommen worden?

12 Antworten

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Als die asus Juda deportierten Juden nach Babylon kamen (ab 587 v. Chr.), in das "Babylonische Exil", haben sie dieses Gilgamesh-Epos dort angetroffen. Sie haben die Sintflutgeschichte aber nicht "entnommen", sondern "verarbeitet".

Das heißt, sie haben aus diesem polytheistischen Epos ein monotheistisches Glaubensbekenntnis gemacht. Beispiele: Es ist Gott allein, der wie ein Elektriker eine große Leuchte für den Tag, eine kleine für die Nacht anbringt und es Tag und Nacht werden lässt. Damit sind Sonnen- und Mondgott entmythologisiert. Der Himmel ist frei, und später werden ihn, Konsequenz, sogar Astronauten erforschen.

Die Sintflutgeschichte ist eine uralte kollektive Erinnerung der Menschheit, festgehalten im G., aber die Juden machen daraus eine theologische Sache: Die Menschen sind schlecht, haben vor Gott alle den Tod verdient, aber Gott macht einen neuen Anfang mit Noah.

Du verletzt keinen aufgeklärten Christen mit deiner Frage und deiner Spurensuche. Diese Dinge sind in der Theologie mindestens 100 Jahre bekannt, spätestens seit dem großen Genesis-Kommentar von Hermann Gunkel.

Das halte ich für höchst unwahrscheinlich. Die leider immer noch vorherrschende Lehrmeinung, die biblischen Geschichten seien vor ihrer Niederschrift nicht nur lange Zeit über Mundpropaganda weitergegeben worden, sondern auch von älteren Kulturen abgewandelt übernommen worden (Quellenscheidungstheorie), ist höchst fragwürdig. Wesentlich glaubwürdiger und fundierter ist da Wisemans Theorie zur "Entstehung der Genesis". Denn abgesehen von inhaltlichen Unterschieden zu sumerischen Berichten (dazu gleich mehr) spricht auch die Struktur der biblischen Bücher im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Sprache. Anhand der Kolophonphrasen mit den Toledots (Stammbäumen) in der Bibel fand Wiseman heraus, dass diese Stammbäume und Berichte üblicherweise mit ihrem Verfasser zu tun haben und sehr früh schriftlich verfasst und nicht, wie lange angenommen, Moses mündlich überliefert wurden.

Immer wieder wurde und wird versucht, Verbindungen zwischen der Bibel und anderen, vermeintlich älteren Erzählungen herzustellen. Das gelingt aber nur, wenn man sich die (doch sehr dürftigen) Rosinen rauspickt und die vielen gravierenden (inhaltlichen wie strukturellen) Unterschiede ignoriert. Von den behaupteten Übereinstimmungen zwischen biblischem Schöpfungsbericht und babylonischem Enuma Elisch-Epos bleibt bei genauem Hinsehen genausowenig übrig wie von der beliebten These, die sumerische Göttin Lilith habe sich als Adams erste Frau in die Genesis eingeschlichen. Und mit der Sintflutgeschichte ist es nicht anders.

Hi, sowas muß man stark annehmen. Das A.T. ist ein Konglomerat der damaligen herrschenden Religionen, meisterhaft abgekupfert und weiterverarbeitet. Da hätte von und zu Guttenberg und die Zigtausende anderer Mogler auch, lernen können. Interessant bspw. die Ambivalenz der Schlange (eherne) und des Goldenen Kalbes etc. Auch Lilith (die 1. Frau Adams) darf nicht verschwiegen werden noch die Söhne (Kinder) Gottes. Gruß Osmond

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