Ist die Bezeichnung "Fräulein" noch zeitgemäß?

10 Antworten

Ich finde den Ausdruck an sich nicht schlimm. Wenn jemand z.B. Fräulein Schmidt sagt, finde ich es ok....wenn das Fräulein allerdings abwertend rüberkommt (z.B. nun hör mal zu Fräulein), finde ich es grauselig. Aber genauso geht es mir mit dem Wort "Schätzchen".

Ich finde es sehr schade, dass der schöne alte Begriff nicht mehr so gern gesehen wird. Ich finde es sogar sehr höflich, wenn man unterscheidet zwischen Frau und Fräulein. Ich bin zwar erst knapp 40, aber ich habe das seit Kindesbeinen so gelernt bekommen. Das hatte mit Anstand zu tun, dass man eine verheiratete Dame mit Frau... und eine junge, unverheiratete Dame mit Fräulein... ansprach. Ich mache es zwar nicht mehr, aber schade finde ich es trotzdem.

Ich muß sagen, daß ich es schade finde, daß der Titel "Fräulein" verschwunden ist. Ich komme mir immer wahnsinnig alt vor, wenn ich mit "Frau Polinalkrimizei" angesprochen werde. Ich denk dann manchmal, meine Mutter steht hinter mir. Und zu dem Argument, jede Frau solle selbst bestimmen, ob man ihren Ehestand weiß: Das sieht man doch am Ringfinger. Ehering = Frau, kein Ring = Fräulein. Also finde "Fräulein Polinalkrimizei" viel schöner (passiert leider nur selten, aber immerhin) und finds überhaupt nicht diskriminierend.

Einige ältere Leute benutzen auch heute noch den Ausdruck Fräulein. Diejenigen können oder wollen sich das auch nicht mehr abgewöhnen.

Das männliche Pendant zu "Fräulein" wäre "Junker" und das sagt seit Luthers Zeit auf der Wartburg wohl auch niemand mehr.

Die neue feministische Emanzipationsbewegung hat seit Ende der 1970er Jahre mühevoll dafür gekämpft, dieses diskriminierende Wort aus dem Sprachgebrauch zu entfernen.

Auch unverheiratete Frauen können heute erwarten, mit "Frau" angesprochen zu werden. Und Teenie-Mädchen sind Mädchen, eben auch keine Fräulein.

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