Ist die Berufsgenossenschaft irgendwie großzügiger als die Krankenkasse?

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3 Antworten

Hoi.

Die BG hat den gesetzlichen Auftrag, "nach Eintritt von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen"(§1 Nr.2 SGB VII).

Die Krankenkasse hat den Auftrag, zusammen mit dem Versicherten "durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden"(§1 Satz 3 SGB V). Und:"Krankenkassen, Leistungserbringer und Versicherte haben darauf zu achten, daß die Leistungen wirksam und wirtschaftlich erbracht und nur im notwendigen Umfang in Anspruch genommen werden." 

Das bedeutet, dass die BG in der Regel mehr investiert und mehr Wert auf eine dauerhafte Genesung legt. Der Verletzte soll so gesund wie vor den Unfall sein und gleich wieder voll ins Arbeitsleben einsteigen können.

Die Krankenkasse muss sich an feste Behandlungsregeln (Bugettierung, Heilpläne etc.) halten und dann soll der Kranke/Verletzte sich selber mit in die Behandlung mit einbringen, z.B. weitere Physio selbst bezahlen. 

Da aber auch jede Verletzung unterschiedlich ist und jeder Körper anders auf eine Verletzung reagiert(bessere oder schlechtere Heilkraft) kann es hier Unterschiede geben. Aber 11 Monate Arbeitunfähigkeit sind schon heftig.....

Ciao Loki

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Eure beiden Fälle sind nicht miteineander vergleichbar. Deswegen ist auch erklärbar, warum der Unterschied dieser zwei Fälle so krass ist. Da kann ein kompletter Abriss oder einrisse oder Längseinrisse, Mikrorisse, usw. eher nicht verglichen werden.

Jeder Fall ist anders.

Die von dir angebene Behandlungsdauer ist nach meiner Erfahrung der Normalfall (sowohl bei BG als auch bei der Kasse). Die Kosten dürften sich so auf max. 300,00 € belaufen. Falls da noch Krankenhaus oder eine AOP dabei war liegst Du so bei 3000 €. Und das ist auch OK

Deine Freundin ist schon viel teurer gewesen > 10000 € würde ich schätzen (Frauen halt). Ich denke mal, dass da schon einiges vor der Reha gemacht wurde? Wäre der Fall nicht bei der BG, sondern bei der Kasse gewesen, wäre etwa zu der Zeit auch eine Reha versucht worden. Nur die Motivation ist wohl nicht die gleiche.

Also der Unterschied ist immer krass, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht...

Ist die BG großzügiger? Nein. Die BG hat bessere Rahmenbedingungen und leistet mehr, weil der Gesetzgeber dies vorsieht. Wären dei Rahmenbedingungen gleich, würde das wohl auch für die Leistungen gelten. 

Da kommen wieder die Äpfel und Birnen ins Spiel.

Nimmt man die Rahmenbedingungen aus dem Spiel, wäre die BG großzügiger. Bei der Kasse darfst Du eine Zuzahlung leisten, bei der BG nicht, Du bekommst auch nicht alle Medikamente, weil du manche selbst zahlen musst. Die BG übernimmt alle notwendigen Medikamente. Du bekommst bei manchen Krankheiten von der Kasse nur limitierte Heilmittel, die die BG jedoch in größerer Menge übernimmt. Auch bei Reha-Leistungen gibt es Unterschiede bei der Kasse - versuch da mal eine EAP zu bekommen... bei der BG kein Problem. Und zuletzt noch Hilfsmittel... Brillen zum Beispiel werden von den Kassen nicht übernommen bei den BGen gibt es einen Zuschuss.

Viele Grüße

Lumbago

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Die Berufsgenossenschaft ist stets darauf aus, dass der Arbeitnehmer so bald wie möglich wieder ins Berufsleben eingegliedert wird. Je eher der Betroffene also wieder zur Arbeit kommt, desto besser.

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