Ist die Aussage von Sokrates "Ich weiß, dass ich nichts weiß" vollkommender Blödsinn, weil Widerspruch?

11 Antworten

Zunächst ist es mal eine Frage der Übersetzung, denn eigentlich sollte es heißen "Ich weiß, dass ich nicht weiß". Er behauptet also keinesfalls, dass er nichts weiß. Er will nur die Relativität unseres Wissens betonen.

Einerseits ist unser Wissen im Verhältnis zu allem, was an Wissen möglich ist, in der Tat sehr wenig. Und zweitens ist unser Wissen sehr relativ und kann sich durch neue Erkenntnisse ständig ändern. So hat man jahrzehntelang behauptet, dass Spinat gesund sei und viel Eisen enthalten würde, bis man festgestellt hat, dass irgendwann einfach nur ein Kommafehler begangen und weiter gegeben wurde. Alle glaubten also, etwas zu wissen, aber irrten sich trotzdem.

Die Geschichte der Menschheit war schon immer dadurch geprägt, dass man Dinge glaubte und gelehrt hat, aber irgendwann wurden viele dieser Lehren revidiert. Und das wird auch nie aufhören. Auch wir laufen heute sicherlich irgendwelchen Dummheiten hinterher, über die man später mal den Kopf schütteln wird.

Es relativiert in gewisser Form unser/sein Wissen.

Außerdem soll diese Übersetzung auch nicht ganz korrekt sein. Denn eigentlich heißt es: Ich weiß, worüber ich nichts weiß/Ich weiß, dass ich nicht weiß. Mit dieser Übersetzung wäre der Sinn wieder komplett anders und, wie ich finde, leichter nachzuvollziehen.

>Ich weiß, worüber ich nichts weiß< macht viel mehr Sinn!!!

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ich habe darüber auch schon philosophiert und bin zu dem Schluss gekommen dass man diese Aussage nicht 100% 1:1  nehmen kann. Natürlich weiß Sokrates schon etwas. Er wird wohl wissen wie er heißt. die man einen Schuh bindet, dass man das Saatgut im Frühling aussäht und im Herbst erntet, dass es im Winter kalt ist, dass er weiss dass er nichts weiss, wieviel 1+1 ist usw usw.

Meiner Meinung nach will er mit dieser Aussage nur verdeutlichen dass es da draußen im Universum noch so viele Unerforschtes gibt (das er noch nicht weiß). Außerdem, wenn man immer nur mit dem Kopf herumphilosophiert, dann vielleicht noch Alkohol trinkt.. dann kommt man schnell in eine Art Sackgasse, fühlt sich gefangen und hilflos.

So gesehen ist seine Ausage ,,ich weiß dass ich nichts weiß" nicht so ganz richtig.  Vielleicht macht er sich damit auch kleiner als er ist, vielleicht ist das seine Art der Demut gegenüber dem Universum/Gott. 

Wir wissen dieses und jenes, und vieles wissen wir noch nicht. Mit Demut hat das alles nichts zu tun. Demut ist in vieler Hinsicht Gefühlsduselei

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