Ist die Armut der 3. Welt gewollt?

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4 Antworten

Unsere Vorfahren (unter "uns" verstehe ich einige reiche Industrienationen mit kolonialer Vergangenheit) haben viele dieser Länder, in denen heute Armut herrscht, erobert, ihre vorhandenen politischen und gesellschaftlichen Systeme nachhaltig zerstört und sie von Selbstversorgern zu Fremdversorgern umfunktioniert. Die Kultur und Religion, die "wir" ihnen überstülpen wollten, hat die Gesellschaft dieser Länder noch weiter zerstört.

Für diese riesige, kaum mehr gutzumachende Sünde büßen vor allem die betroffenen Länder selbst - wir geben ein wenig Entwicklungshilfe (viel davon privat finanziert) und sitzen ihnen mit der Weltbank im Nacken, die eine rigorose Entschuldungspolitik betreibt. Viel Spielraum für durchgreifende Reformen scheint es mir in den ausgebeuteten Ländern nicht zu geben: sie stecken fest in der westlichen Schuldenfalle.

Genügend "Hilfe zur Selbsthilfe" ist vermutlich das Beste, was wir tun können; außerdem sollten wiraufhören, aus rein wirtschaftlichen Erwägungen korrupte politische Machthaber zu unterstützen (z.B. durch Waffenlieferungen) und nicht durch "wohltätige" Geschenke Märkte wieder zerstören, die wir an anderer Stelle mühsam aufbauen halfen.

Ein anderes Problem ist die anhaltende Abhängigkeit. Die armen Länder trauen sich z.B. nicht die Zölle zu erhöhen, da sie Angst haben müssen, dass dann keine Hilfen mehr kommen oder keine Waren mehr gekauft werden.

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Die Armut in der dritten Welt ist sicher von niemandem "gewollt".

Betrachten wir mal die Situation in Schwarzafrika, wo die Armut wohl am verbreitetsten ist:

  • Die Kolonialgeschichte mit ihrer willkürlichen Grenzziehung hat sicher dazu beigetragen, sehr instabile Staaten entstehen zu lassen.

  • Die zwar immer teuren, aber manchmal skurrilen Entwicklungshilfeprojekte sind wenig hilfreich und bewirken manchmal auch noch Verschlechterungen der Situation.

  • Unsere Vorstellungen von "Demokratie" laufen afrikanischem Denken schlicht zuwider. Dort gilt seit alters her die Regel: Einer gewinnt und alle andern haben nichts zu sagen oder werden sicherheitshalber umgebracht.

  • Die Idee, dass auch die unterlegene Minderheit irgendwelche Rechte haben könnte, ist für einen Afrikaner nicht nachvollziehbar.

  • Da kein "Präsident" dort weiss, wie lange er im Amt bleiben wird, legt er als erstes ein Konto in der Schweiz an, auf dem er dann seine Reichtümer ansammelt - häufig aus Bestechungen.

  • In Afrika herrscht seit alters her Tribalismus - es zählt also in erster Linie die Stammeszugehörigkeit - und die verschiedenen Stämme bekämpfen sich meist schon seit vielen Jahrhunderten.

Wie soll den unter diesen Bedingungen die Armut dort wirksam bekämpft werden?

Es gibt zwar einige wenige Hoffnungszeichen, aber eben nur SEHR wenige.

Ich bin der Meinung, dass es viel mehr bringen würde, wenn man alle finanziellen und sächlichen Hilfen (weltweit)auf einen demokratischen Staat fokussieren würde und in dem Staat eine funktionierende Infrastuktur und Wirtschaft aufbaut. Aber das würde ja auch bedeuten, dass wir uns selbst Konkurrenz schaffen - und das kann ja keiner hier in den reichen Staaten ernsthaft wollen. Also halten wir diese Staaten so gut es geht klein und polieren unser Image mit Entwicklungshilfe und Förderprojekten...

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@jens79

@jens79:

Weshalb sollten wir die Mittel auf einen DEMOKRATISCHEN Staat fokussieren?

Demokratie hat sich bei uns zwar in den letzten Jahrzehnten bewährt, aber wer oder was gibt uns das Recht, diese Staatsfrom jetzt verbindlich für alle Staaten vorzuschreiben, die eine ganz andere Geschichte und eine ganz andere Sozialstruktur haben?

Wenn ich mal an Indien denke oder an China, dann kann ich Deine Vermutung, wir hätten kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur und Wirtschaft, nicht ganz nachvollziehen.

Dorthin haben wir doch reichlich Entwicklungshilfe geschaufelt und tun das auch heute noch, obwohl gerade diese beiden Staaten uns inzwischen doch schon reichlich Konkurrenz auf den verschiedensten Gebieten machen und, etwa im Fall China, keinerlei Hemmungen haben, sich als Produktpiraten und Industriespione zu unserem Schaden zu betätigen.

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Ich Denke also bin ich ........Tja das ist Schwierig sehr sehr Schwierig KRIEG hatten wir schon....WIRTSCHAFTSBLOCKADE ....hatten wir schon....Das VOLK setzt diese Regierung ab ???Und dann.... Nachtrag ich freue mich über die aktuellen Veränderungen in der arabisch ,Islamischen Welt sehr Und was kommt DANN ?? Glauben echt alle Bürger egal welcher Länder das für alle ein Schlaraffenland entsteht ? Doch Ich weiss jetzt wie es geht betrifft nicht nur Deutschland und Europa sondern die gesammte Welt .....Es geht weiter die MACHT..DAS ....GELD...UND...WIRTSCHAFTSLOBBYS....werden uns schon beibringen zu leben. Und wenn der kleine Arbeiter das nicht versteht wird er erst ANGESCHRIEN ...dann GEPRÜGELT...UND ERMORDET... Wie ist der Mensch, wir im westen sind doch selber schuld das dieses Prinzip erfolg hat jeder denkt nur an sich und wie vermehre ich meinen Reichtum. Nur wir können ja soooo gut Lügen und Verdrängen IHR wist was ich meine . NUN zur UTOPIE villeicht sollten wir einen Menschen erschaffen der nicht Lügen kann und nicht den schnöden Mammon liebt.

die komplette wirtschaft dieser länder mitfinanzieren? wohl kaum

Hier in Europa wird die Milchproduduktion subventioniert, so dass hier massive Überschüsse entstehen, die dann weit unter Preis in die 3. Welt verkauft wird und dort den Milchmarkt zerstört, den wir Bürger mit der Entwicklungshilfe versuchen aufzubauen. Sinnvoll? Wohl kaum.

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