Ist die Arbeit als Erzieher schwer? Warum braucht man eine mehrjährige Ausbildung nur um auf Kinder aufzupassen?

7 Antworten

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Es geht ja dabei nicht nur um Aufpassen. Es geht auch um förderliches Beschäftigen, um Beobachten, um Erkennen. Erzieher müssen den Entwicklungsstand von Kindern erkennen und vergleichen können, sie müssen erkennen können, ob ein Verdacht auf Misshandlung vorliegt und sie müssen kooperationen zu Eltern und sozialen Einrichtungen (Jugendamt, Therapeuten, Ärzte.,..) halten.

Mit Aufpassen ist es ja nicht getan.

Kitas sind Bildungseinrichtungen…das ist in vielen Köpfen noch nicht angekommen.

Wenn es dich wirklich interessiert und du viel Zeit hast, kannst Du dir ja mal exemplarisch den hessischen Bildungs- und Erziehungsplan durchlesen:

https://bep.hessen.de/sites/bep.hessen.de/files/BEP_2019_Web.pdf

Da Kitas Ländersache sind, haben die Bundesländer verschiedene Pläne entwickelt, die sich inhaltlich aber ähneln dürften.

Entsprechenderweise muß das natürlich auch in den Kitas umgesetzt werden und Bildungsangebote zu den verschiedenen Bereichen vorbereitet und durchgeführt werden.

Dazu kommt QM (Qualitätsmanagement), was die Dokumentenflut erhöht.

Kitas arbeiten außerdem inklusiv, was in der Praxis bedeutet, dass man sich mit verschiedenen Behinderungsbildern beschäftigen muss. Oft haben Kinder auch herausfordernde Verhaltensweisen, was ganz eigene pädagogische Herausforderungen mit sich bringt.

Ich könnte dir jetzt noch was über Entwicklungsdokumentationen, Elternarbeit und Förderplänen erzählen, aber das wird mir zu lang.

Davon abgesehen arbeiten Erzieher auch in Krippen, Grundschulbetreuungen, Heimen, Kureinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Jugendtreffs etc.

Kinder in dem Alter haben spezielle Bedürfnisse, auf die man eingehen muss. Das sind keine Erwachsenen, sie lernen erst alles noch und sie auf diesem Weg zu begleiten ist nicht einfach. Nicht umsonst ist der "Elternführerschein" (meiner Meinung nach zurecht) ständig im Gespräch.

Wenn man sich wirklich mal damit befasst worauf man im "richtigen" Umgang mit Kindern achten sollte, dann wird man überrascht sein, dass es Leute gibt die sowas auch noch freiwillig machen.

die Kinder sollen Spaß haben, gleichzeitig altersgemäß gefördert werden und Sozialverhalten lernen. Der Erzieher muss sich gut mit der Entwicklung von Kindern auskennen, Konflikte lösen können, fachlich kompetent mit den Eltern kommunizieren. Das ist nicht nur aufpassen.

Da man eine große Verantwortung hat und man auf alles achten muss. Ein Kind kann schon stressig sein aber dann einfach mal für 28 die Verantwortung tragen? Man muss Therapeut, Lehrerin, Psychologin, Arzt, Krankenpfleger, Onkel, Tante, Mami/Papiersatz, die beste Freundin sein können und auch mal Kinder retten und zum Jugendamt. Leute ohne Ausbildung und ohne eigene 10 Kinder die schon alles mal hatten, können nichts deuten oder frühzeitig erkennen, geschweige denn Leben retten wenn das Kind sich verschluckt hat.

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