Ist die Angst vor dem Sterben eine Urangst?

10 Antworten

Sterben ist ganz normal, genauso wie Geborenwerden. Nur ist im Gegensatz zur Geburt die Vielzahl der Möglichkeiten zu sterben das, was Angst machen kann.

Um sie zu überwinden, gibt es abhängig von Intelligenz und Weisheit viele Möglichkeiten, seinen Tod zu beeinflussen: durch ungesundes Leben und Krankheiten, Risikofreude, Abenteuerlust, Gewaltbereitschaft, Risikosportarten, usw. usw.

So gestaltet jeder sein Leben selbst, das so zum sofortigen, baldigen oder späteren Tod führen kann.

Zum Trost oder zum Überwinden der Urangst schalten viele Menschen noch ihre Religion dazwischen und hoffen auf 'mildernde Umstände', andere begehen gute Taten, um EInfluss auf ihr Karma zu nehmen, manche melden sich freiwillig zur Organspende - genau weiß niemand, ob es etwas bringt und wie es mal zuende geht.

Das Bild von Jesus am Kreuz, Literatur über Mord, Krieg, Totschlag, Folter, Ertrinken usw. tragen sicher nicht dazu bei, die Angst zu lindern. So muss jeder für sich zusehen, wie er mit dieser Angst lebt oder sie verdrängt. Nicht umsonst gibt es Alkohol und Drogen, die einen die innere Not vorübergehend ertragen zu können.

Das gehört alles zum Leben mit Ängsten dazu, so ist der Mensch eben konzipiert.

Man sollte vernueftig leben und nicht dem Popen seine Ankuedigung der Hoellenqualen folgen. Das ist auch Politik, die Tetzel schon zelebrierte mit dem Ablasshandel. Jetzt kann man sich freikaufen, indem der Opferstock ordentlich gefuellt wird.

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Die Angst vor dem Sterbeprozeß (Schmerzen, Atemnot usw.) ist nachvollziehbar.

Die Angst vor dem tot sein und der Frage, was dann kommt, halte ich für eine von Religionen erzeugte Angst, die im Laufe der Zeit zu einer Urangst geworden ist und nunmehr (oder besser: schon seit Jahrtausenden) keineswegs nur von Religionen mißbraucht wird, um Menschen auszubeuten und zu unterdrücken.

Überwinden läßt sich solche Angst vor dem "danach" meiner Ansicht nach wohl nur, wenn es gelingt, ein ganz anderes Weltbild zu generieren.

Genauso sehe ich das auch...!

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Sterben mag vermutlich kaum jemand, manche haben aber ihren Frieden mit dem Leben gemacht und sagen, wenn er kommt, dann kommt er.

Ich hatte einen Freund, der schwer erkrankt gewesen ist und als wir sprachen, sagte er mir, dass er einfach nur noch sterben wolle...

Er hatte ein tolles, spannendes Leben und schien ernsthaft beruhigt zu sein, er starb kurz danach...

In Kurzform ist es ggf. so, dass man das Ableben als unausweisslich ansehen sollte und eben die Zeit bis dahin gut nutzt?

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