Ist die AfD rassistsch oder wird der Begriff falsch verwendet?

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11 Antworten

Björn Höcke's Parteikameraden haben ihm aufgrund einer Rede ein Gutachten erstellen lassen, das belegt, dass zumindest er ein Rassist ist. Das Gutachten mit ausführlichen Begründungen kannst du hier nachlesen. Dort steht drin, warum jemand der AfD Rassismus vorwirft.

http://wjpatzelt.de/?p=731

Man könnte jetzt mal hinterfragen, warum die AfD an ihm (und auch an anderen Mitgliedern, die grenzwertige Aussagen machen) festhält, anstatt ihn rauszuwerfen. Rassismus bezieht sich nicht zwangsläufig auf den Phänotyp. Wenn ich behaupte, dass "Alle Muslime Vergewaltiger und Terroristen sind", dann ist die Aussage rassistisch, obwohl meine "Opfergruppe" nicht das Aussehen, sondern die Religionszugehörigkeit gemeinsam hat. 

Oder, um in dem oben verlinkten Gutachten zu bleiben:

  • Biologischer wie kulturalistischer Rassismus sind sachlich unbegründet, ethisch verwerflich und politisch töricht.
  • Beiderlei Rassismus beginnt dort, wo unser Denken und Handeln sich nicht auf Einzelmenschen bezieht, sondern auf – genetisch oder kulturell definierte – „Typen von Menschen“, deren als wichtig erachtete Kollektivmerkmale unentrinnbar auch konkreten Individuen zugeschrieben werden.
  • Kein Rassismus liegt vor, wenn man auf die biologischen Grundlagen von Kultur hinweist oder bei der Formulierung von Aussagen über Zusammenhänge zwischen Natur und Kultur sich einfach nur irrt.

Aber ich hab den Eindruck, diese "Frage" zielt nur darauf ab, nachweisen zu wollen, dass die AfD nicht rassistisch ist.

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Kann es sein das in der zeitgenössischen Debatte der Begriff Rassismus völlig unscharf verwendet wird?

JEDER politisch bedeutsame Begriff wird unscharf verwendet. Das beginnt nicht erst bei "Kommunismus/Sozialismus", wo beide Begriffe in einen Topf geworfen und so die Unkenntnis der Hintergründe offenbart werden.

Und das endet auch nicht beim "Rassismus-Begriff", der willkürlich einer ganzen Partei, die heterogener kaum sein kann, übergestülpt wird, um von den eigentlichen Problemen abzulenken.

Ein klares Beispiel für Rassismus wäre wenn jemand sagt das Juden einen charakteristischen Phänotyp haben ( große krumme Nase, Rauschebart und Buschige Augenbrauen) wie es von den Nationalsozialisten fälschlicherweise propagiert wurde.

"Rassismus" bezieht sich nicht nur auf phänotypische Merkmale, sondern auf JEDES Merkmal, das einer spezifischen Gruppe von Menschen zugeordnet werden kann. 

Auch "Deutsche sind fleißiger als ..." ist ein rassistischer Begriff, solange der Kontext nicht zweifelsfrei ist.

Weiter kann es kein Rassismus sein wenn man sagt das bestimmte Ethnien oder Nichtstaatsbürger in Deutschland nicht gewünscht sind.

Doch. Genau an dieser Stelle ("Ethnie") bist du mitten im Rassismus, denn hier stellt man auf eine "völkische" Eigenschaft, die nicht erwünscht ist, ab. 

Es ist kein Rassismus zu sagen: "Ich will keine Verbrecher haben. Verbrecher sollen bestraft/ausgewiesen werden.", weil hier nicht auf (ethnische) Merkmale bezogen wird. Es ist aber sehr wohl Rassismus zu sagen: "Ich will keine Schwarzen/Syrer/Moslems haben.", weil hier schlicht "Sippenhaft" greift...

Dafür bedarf es doch üeberhaupt keiner biologischen Rassenideologie. Entweder ich bin Staatsbürger oder eben nicht. Entweder ich komme aus der Türkei oder eben nicht.

Die Staatsbürgerschaft/Herkunft ist ein zufälliges Merkmal, das durch Geburt bestimmt wird. Sie sagen nichts über Charaktereigenschaften des Menschen aus. 

Die Zugehörigkeit zu einer Ethnie sagt also nichts über den Menschen selbst aus. Wenn dennoch eine Aussage über den Menschen - beispielsweise durch die Staatszugehörigkeit und/oder Religion - getroffen wird, dann ist es tief im rassistischen Bereich biologistischer Postulate. (s. etwa "Alle Polen klauen. Deshalb müssen Polen ausgewiesen, zumindest aber besonders aufmerksam beobachtet werden.")

Wie kann man der AfD dann vorwerfen rassistisch zu sein?

"Die AfD" ist ein viel zu weit gefasster Begriff. Insofern ist der Rassismus-Vorwurf gegen eine ganze Partei nichts anderes als Propaganda.

Allerdings ist es schwer zu leugnen, dass sich - auch, aber nicht nur - führende Persönlichkeiten innerhalb der AfD deutlich rassistisch hervortun. 

So ist etwa das Postulat Höckes hinsichtlich der "unterschiedlichen Reproduktionsstrategien von Afrikanern und Europäern" wahlweise blanker Rassismus oder einfach nur der (allgemeinbildenden und politischen) Unwissenheit des Urhebers zuzuordnen. Doch Unwissenheit ist - sollte zumindest nicht ;) - kein Grund, eine Meinung zu äußern.

Das gilt umso mehr, wenn dieses Argument - und hier wird es endgültig rassistisch - dazu genutzt wird, Angst vor einem "regelmäßigen Bevölkerungsüberschuss" zu schüren. Und das nicht nur, weil diese Formulierung tief im nationalsozialistischen Rassismus-Gedankengut verankert war/ist (vgl. "Weltjudentum", dem seinerzeit ähnliches nachgesagt wurde).

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Mit anderen Worten: "Die AfD" als Ganzes ist wohl kaum rassistisch. Dazu ist die Partei viel zu heterogen. Allerdings benutzt die Partei-Führung rassistische Argumente, um Ressentiments (etwa "Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes"), die gänzlich andere Ursachen als "Zuwanderung" haben, zu schüren. 

Und das wiederum bringt sie dem "klassischen Rassismus" sehr nahe. Es wäre an dieser Stelle die Aufgabe der Wähler und Partei-Mitglieder, hier deutliche Klarstellungen zu schaffen und unzweifelhaft festzulegen, dass "Angst um den Arbeitsplatz bzw. um den eigenen Wohlstand" und "Zuwanderung" nur sehr bedingte Zusammenhänge haben.

Denn erst diese Klarstellung trennt die Partei (als Ganzes) endgültig von der - heute durchaus erkennbaren - Tendenz zum Rassismus als Katalysator für (politische/soziale) Ressentiment-Kanalisierungen...

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Nein, ist sie nicht - weder den Inhalten/Zielen nach, noch entsprechend der Definition von Rassismus.

Ja, der Begriff wird falsch und seit Jahren zunehmend mißbräuchlich verwendet.

Beispiel: begrifflich-faktisch kann ich mich Juden gegenüber garnicht rassistisch verhalten - selbst wenn ich es wöllte - da es die Rasse "Jude" garnicht gibt.

Beispiel "Kulturrassismus": Stell dir doch mal die Frage, wie man durch - auch sehr starke - Kritik am Islam rassistisch handeln kann?! Der Islam ist in vielen rassisch durchaus klar unterscheidbaren Völkern die Hauptreligion. Was kann also der Kritiker des Islam dafür, daß jeder Muslim zwangsläufig irgendeine Volks- bzw. Rassenzugehörigkeit haben muß?! Hier wird gerne der "Rassismus" als Gegenargument zur Islamkritik angeführt - natürlich vollkommen widersinnig und ohne inneren Zusammenhang.

Weiter ist Rassismus letztlich nur dann "schlimm" und sollte unterbunden werden, wenn es sich klar diskriminierend auf Menschen bestimmter
Volks- bzw. Rassenzugehörigkeit auswirkt. Wenn bspw. alle US-Staatsbürger nach Deutschland einreisen dürften, aber keine mit bspw. mexikanischer Abstammung.

Um das mal anders zu verdeutlichen: die äußerlichen Unterschiede bei Zuchtkaninchen und Zuchtgeflügel sind teils erheblich. Die genetischen Unterschiede hingegen marginal. Trotzdem wird - zoologisch richtig - von verschiedenen Rassen gesprochen. Rassen sind Untergruppen derselben Art.

Auch wenn diese Unterscheidung naturwissenschaftlich immer weiter in den Hintergrund rückt, so ist sie praktikabel ohne wertend zu sein.

Gleichwohl ist es folglich nicht erkennbar, warum eine rassische Unterscheidung beim Menschen per sé schlecht sein soll.

Rassismus ist nur in zwei Punkten gefährlich:

Entweder, um bestimmte Rassen tatsächlich politisch und staatlich i.w.S. zu diskriminieren

oder weil genau dies als Vorwurf und Unterstellung gegenüber dem politischen Gegner verwendet wird, um diesen zu diskreditieren - wie im Falle der AfD.

Eine Begleiterscheinung der letztgenannten Ausprägung ist eine Art "Selektiv-Rassismus nach dem argumentativen Nützlichkeitsprinzip"

Beispiel: Juden und Palästinenser - erstere immer noch Opfer und jede Kritik ist sofort als Antisemitismus und Rassismus zu behandeln, letztere...genau: weißt du was die Israelis alles mit den Palästinensern seit Jahrzehnten veranstalten?!

Beispiel: (Nord)Afrikaner und Asiaten. Hast du schon mal von einer "Anti-Rassismus-Lobby" für Inder, Vietnamesen, Chinesen, Phillipinos oder Thailänder in Deutschland und Europa gehört? Nein! Warum nicht? Weil es denen, die sich "Anti-Rassimus" auf die Fahne geschrieben haben nichts nützt die Asiaten zu vertreten. Ich sags mal salopp anders: Mit Negern und Orientalen läßt sich eben besser Geld verdienen.

Beispiel: "Mit zweierlei Maß messen" - unsere Einwanderungs- und Asylpolitik ist lachhaft.... nein, ist sie nicht, denn soetwas haben wir garnicht. Aber alle, die in diese Richtung denken, sind sofort Rassisten. Wer redet eigentlich davon, wie rassistisch die Amis und Kanadier, die Australier und Neuseeländer, die Samoaner und Polynesier mit ihrer Einwanderungspolitik sind? Niemand!


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Kommentar von eisenbahnen
11.10.2016, 17:23

eine sachlich fundierte Gegendarstellung zum omnipräsenten links-grünen Einheitsbrei

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Die Partei selbst ist nicht rassistisch nein. Zumindest nicht im ursprünglichen und richtigen Sinne.

Die hauptvorwürfe diesbezüglich beziehen sich eher auf die Parteimitglieder, beziehungsweise sind Anschuldigungen das Parteiprogramm sei rassistisch motiviert.

Trotzdem hast du natürlich recht die Begriffe "Rassismus" und "Nazi" also "Nationalsozialist" werden heutzutage völlig falsch genutzt.

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Kommentar von eisenbahnen
11.10.2016, 16:45

Tja aber Rassisten findest du in jeder Partei man kann den Leuten nur vor den Kopf schauen. Und das Sozialist brauchst du nicht betonen das hat Hitler ja für seinen Aufstieg geopfert.

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Die AfD ist per se nicht rassistisch, wohl aber einige Führungspersönlichkeiten. Lassen wir doch Leute zu Wort kommen, die die AfD besonders gut kennen:

Bernd Lucke (eh. AfD-Bundessprecher): „Ich sehe ein Erstarken von Gedankengut aus dem Bereich der Neuen Rechten, also von Menschen, die anti-parlamentarisch eingestellt sind, ethnische Homogenität wollen und liberale, marktwirtschaftliche und pluralistische Vorstellungen bekämpfen.“

Hans-Olaf Henkel: Die AfD ist zu einer „NPD light“ geworden. (Faz online 08.11.15) Er bereut, mitgeholfen zu haben, ein „richtiges Monster zu erschaffen“.

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Es ist nicht so relevant, ob man von einer Physiognomie ausgeht oder nicht, sondern wie man Ausländern gegenüber sich verhält. Daher muß man sagen, dass die AfD durchaus rassistisch ist, wenn auch nicht in der Wucht wie die Hitler-Faschisten es einst waren.

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Also ich finde, die AfD ist eine rassistische Partei. Kann aber auch sein, dass ich einfach die zwei Begriffe "dämlich" und "rassistisch" verwechsle :)

Gute Kolumne zu Deiner Frage:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ist-die-afd-eine-rassistische-partei-kolumne-von-jan-fleischhauer-a-1111908.html

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Kommentar von eisenbahnen
11.10.2016, 17:07

ja klar der Spiegel und Russland sind die bösen Buben alles klar.

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Der Begriff "Rassismus" wird inzwischen unendlich weit gedehnt und umfasst nicht nur biologische, sondern auch kulturelle Elemente (google mal nach "Kulturrassismus"). Demnach ist es "rassistisch" eine Kultur besser zu finden als die andere und entsprechend zu handeln. Weil der Begriff derart missbraucht wird, verwende ich ihn auch nicht mehr.

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Keiner macht sich mehr Gedanken darum, was "Rassismus" denn eigentlich bedeuten soll. Es ist ein Schimpfwort  Es ist aber auch eine Totschlags-Vokabel. Wer nicht mit einer bestimmten Politik einverstanden ist, mit dem wird nicht mehr diskutiert, dem werden keine Argumente entgegengehalten, er wird als "Rassist" beschimpft.

Eigentlich sollte man meinen, daß der Begriff "Rassismus" etwas mit "Rasse" zu tun hat. Die einzig klare Definition wäre, jemand sei "Rassist", der eine Rasse als ausschließlich wertvoll bezeichnet und alle anderen als "wertlos wie Vieh".

Ist nicht von "Rassen" die Rede, so muß man adäquate Begriffe verwenden. Etwa kann man jemanden als "CHAUVINISTEN" bezeichnen, der ausschließlich die eigene Gruppe, das eigene Volk als wertvoll bezeichnet, alle anderen als "wertlos wie Vieh". Ein derartiger Auserwähltheitswahn ist inhuman.

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Wenn man dieser Denke etwas vorwerfen kann dann das sie diskriminiert
indem sie nicht auf den einzelnen Menschen schaut sondern pauschalisiert.
(Rassismus)

und

wenn man sagt das bestimmte Ethnien oder Nichtstaatsbürger in Deutschland nicht gewünscht sind.
(Rassismus)

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Kommentar von eisenbahnen
11.10.2016, 16:41

Du hast es leider nicht verstanden. Pauschalisierung ist KEIN Rassismus. Dann wäre jeder der gegen die "böse USA" oder das "böse Russland" wettert ein Rassist. Würdest du 99% der Menschen als Rassisten bezeichnen?

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Kommentar von EmperorWilhelm
11.10.2016, 16:42

Zwischen "Bestimmten Ethnien und Nichtstaatsbürgern liegt ein gewaltiger Unterschied. Weiterhin wird soweit ich weiss nicht behauptet, dass gewisse Ethnien anderen unterlegen sind = kein Rassismus höchstens "Fremdenfeindlich"

Und das Pauschalisieren von Gruppen ist auch kein Rassismus. Wie oft musste ich mir anhören, ob ich satanist sei, weil ich Black Metal Merchandise trage...das ist kein Rassismus sondern Pauschalisierung.

Gut sind beide Dinge bestimmt nicht, aber Rassismus ist etwas anderes.

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Ja.

Die AfD ist eindeutig rassistisch geprägt. Das kann man auch nicht mit solchen albernen Umdefinitionsversuchen vom Tisch wischen, wie du es versuchst.

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Kommentar von eisenbahnen
11.10.2016, 16:55

albern find ich nur deine dünne Antwort. Null Argumente

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Kommentar von EmperorWilhelm
11.10.2016, 17:44

Eine Umdefinition findcet nur auf gesellschatlicher Ebene statt. Der Fragesteller definiert hier um ursprünglichen Sinne.

Deiner (haltlosen) Argumentation nach wärest dann doch du ein Rassist oder? Da du aber keiner bist solltest du deine "Umdefinitionsmasche lieber nochmal überdenken...

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