Ist die Afd eher rechtsradikal oder rechtsextremistisch?? und das gleiche mit der NSDAP

9 Antworten

Die Partei an sich ist insgesamt als rechtspopulistisch einzuordnen, nicht zuletzt weil sie in ihrem Verhalten eher den Wählern nach dem Mund redet.

Teile bzw. gewisse Flügel oder Personen/Gruppierungen tragen rechtsradikale Ansätze.

Rechtsextremistisch ist sie jedoch nicht, weil ihr dazu sowohl die dazugehörigen Aussagen fehlen, und von der AfD selbst keine extremistischen Ansätze wie z.B. Anschläge etc. verübt werden.

Dem Wähler nach dem Mund zu reden ist die Aufgabe jeder Partei, denn sie soll im demokratischen Sinn das Sprachrohr einer bestimmten Gruppe sein. Jedenfalls finde ich das besser, als der Industrie nach dem Mund zu reden (siehe Dieselgate).

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@surbahar53

Hm, schon interessant...

Die AfD tut im Wahlkampf und hinterher genau das, was sie den etablierten Parteien seit Jahr und Tag vorwirft, und das ist dann ok...?

Und dass sich die AfD deiner Aussage nach genau so verhält wie alle anderen, macht das Verhalten der AfD nicht besser, eher schlechter :D

Ein Sprachrohr zu sein ist etwas völlig anderes, als bei einer bestimten Gruppe durch lautstarkes Geplärre einen bestimmten Eindruck zu erwecken, obwohl man genau weiß dass man trotz Einzug in den Bundestag nix, aber auch gar nix reißen kann :D

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Mit deiner Definition von "extremistisch" bin ich unzufrieden. Rechts- wie Linksextremismus sind etablierte Begriffe zur Kennzeichnung von politischen Positionen, die sich durchaus noch im Legalitätsrahmen abspielen - Anschläge tun dies wiederum nicht.

Parteien wiederum haben durchaus die Aufgabe, bestimmte Interessen zu formulieren und zu vertreten, die in der Bevölkerung vorkommen. Das kann man Parteien nicht zum Vorwurf machen.

Der AfD aber kann man durchaus den Vorwurf machen, aus reinem Machtkalkül und ganz unabhängig von tatsächlichen politischen, sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen, Umweltschutz orientierten, etc. pp. Interessen ihrer Wählerklientel lediglich rassistische und sozialneiderische Stimmungen zu bedienen und insofern einer mit dieser Thematik affizierbaren Wählerklientel "nach dem Mund zu reden".

Neulich...ja, auf YouTube habe ich einen Magazinbeitrag über Gründe zur AfD-Wahl gesehen. Da wurden Leute in Bitterfeld interviewt. Ein ALG-2-Bezieher hatte da an die AfD die Erwartung, die würde ihm zu deutlich mehr AlG 2 verhelfen. Schaut man sich die AfD-Programmatik an, kann er eigentlich mit dem Gegenteil rechnen. Im weiteren wurde deutlich, dass sein eigentlicher Antrieb Neid und Missgunst gegenüber Flüchtlingen ist. Das wiederholt sich eigentlich immer als Motiv, auf hier, wenn AfDler "Klartext" reden...:-)

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@atzef

Meine persönliche Definition von Extremismus erhebt keinen Anspruch auf völlige Korrektheit, sondern dient lediglich der subjektiven Unterteilung.

Ansonsten gebe ich dir völlig Recht.

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Hoffentlich hast FS damit nicht überfordert.

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Der Unterschied zwischen rechtsradikal und -extremistisch ist eher verschroben-akademistischer Natur.

Praktisch-politisch sehe ich den kaum zu rechtfertigen. Im Kern dreht es sich m.M.n. dabei um Fragen hinsichtlich der formalen Rechtsstellung aller Menschen und dabei die Anwendung des Gleichheitsprinzips, aktuell vor allem auch über die Einstellung zu Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Flüchtlingshass sowie die Hege und Pflege von Sozialneid. Weiter geht es um die Akzeptanz gesellschaftlicher Toleranz im Spannungsverhältnis zu positivistischen Idealvorstellungen, die auch der Staat aktiv gegen Widerstände durchzusetzen habe.

Formal drängen sich dabei spontan Analogien zu linksextremistischen/-radikalen Bestrebungen auf.

Ganz allgemein kann man als Kriterium für die Beurteilung von Extemismus/Radikalismus unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung als Maßstab nehmen.

Die AfD konkret muss sich im Bermudadreieck von Rechtspopulismus, Salonfaschismus und rechtsextremen Neonazismus positionell erst noch weiter sortieren. In der lässt sich derzeit alles wiederfinden, was man mit dem Präfix "rechts-" attributisieren kann.

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