Ist die afd ca. Das gleiche wie die nsdap früher?

10 Antworten

Die NSDAP war eine reaktionäre Bewegung von Sozialisten, die verstanden haben, dass der Sozialismus weder universell noch demokratisch funktionieren kann (National-sozialistische Arbeiterpartei). Zudem hatten sie starke Ressentiments gegen die jüdische Bevölkerung, was zwar zur damaligen Zeit salonfähig war, jedoch von niemand so exzessiv betrieben wurde wie von den Nazis.

Die AfD setzt sich weder aus Sozialisten zusammen noch aus Antidemokraten oder Antisemiten. 

Ganz im Gegenteil zu den Nationalsozialisten, die als Anhänger einer faschistoiden Ideologie dem Islam großteils freundlich gesinnt waren (während sie das Christentum als schwache Altruistenreligion teilweise verachteten), stehen die Parteigänger der AfD in Opposition zum Islam, weil sie sich dessen Gefahr für die westliche offene Gesellschaft bewusst sind. Nur weil eine Partei islamfeindlich ist, heißt das natürlich nicht, dass es Muslime deshalb mit der Angst zu tun bekommen müssen. Potentiell gefährliche Ideologien werden gewöhnlich erst dann zum Problem, wenn deren Anhänger deren Forderungen radikal umzusetzen versuchen (im Falle des Islams Islamisten).

Während die NSDAP als sozialistische Arbeiterpartei antikapitalistisch gesinnt war, positioniert sich die AfD eher wirtschaftsliberal. 

Dass die AfD gewaltbereit ist oder im Sinn hat, die parlamentarische Demokratie zu beseitigen, wäre eine haltlose Unterstellung, für die es keinerlei Hinweise gibt. Die parlamentarische Demokratie wird nur insofern angezweifelt, als man dem Parlamentarismus plebiszitäre Elemente nach dem Vorbild der Schweiz hinzufügen will.

Die AfD ist schlicht eine im Ansatz liberale und stärker nationalkonservative Partei, mit deren Werten man nicht übereinstimmen muss, die aber keinerlei Gefahr für die offene Gesellschaft bereithält. Für sie besteht keine Chance, eigenmächtig Gesetze zu erlassen noch an der Bearbeitung solcher in Regierungsverantwortung mitzuarbeiten, weshalb für dich und auch sonst jeden auch realpolitisch gesehen keine Gefahr besteht. 

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Die NSDAP wurde überwiegend von Kleinbürgertum und Händlern gewählt. Eine Arbeiterpartei war das nicht. Diese Partei hatte über die Sozialisationsfunktion hinaus keine politische Bedeutung. Da alle anderen Parteien abgeschafft wurden, war sie praktisch überflüssig und diente später nur noch als inhaltsloses Vehikel. Antikapitalistisch würde ich sie auch nicht nennen. Die Nazis beriefen sich auf die Ideen Gottfried Feders, der eine Einteilung in schaffendes und raffendes Kapital vornahm. 

Richtig ist, dass es kein Privateigentum gab, wie man es aus der freien Marktwirtschaft kennt. Alles unterstand dem NS-Staat, Unternehmer konnten problemlos enteignet werden. Der Großindustrielle Fritz Thyssen (Thyssen-Krupp) hatte über Nacht Hab und Gut an den Staat verloren.

Die AfD ist korrekterweise nicht identisch mit der NSDAP. Die AfD will nicht mehr Staat, sondern weniger. Sie erinnert vielmehr an die FDP in den '50er Jahren, als diese noch nationalliberale, konservative und reaktionäre Ideen vertrat und dadurch auch für rechtsextreme Kreise interessant und anschließend auch unterwandert wurde (Naumann-Äffäre, Geschichte wiederholt sich). Erst in den '60ern schaffte es die FDP, sich aus dem rechtsradikalen Sumpf zu lösen.

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@schnoerpfel

Dass die NSDAP nicht von Arbeitern gewählt wurde, hebt die starken sozialistischen Einschläge und die sozialistischen Wurzeln des Nationalsozialismus ja nicht auf. In der Weimarer Republik war es auch für bürgerliche Wähler der Mitte nicht ungewöhnlich, eine solche Partei zu wählen, da man dem alten Liberalismus schon seit Anfang des Ersten Weltkriegs endgültig den Rücken gekehrt hatte.  

Die NSDAP konnte nur durch eine antikapitalistische Haltung Wählerstimmen gewinnen. Die Juden wurden als Sinnbild der ausbeuterischen kapitalistischen Ordnung folgerichtig von den Nazis verabscheut. 

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@Deponentiavogel

Kapitalismus liegt aber nicht allein in der Hand von Juden. Die Nazis lehnten explizit einen jüdischen Kapitalismus ab.

Die paar sozialen Punkte übernahm die NSDAP von der SPD.

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Zur Zeit ist die AfD zwar rechtspopulistisch, aber noch recht nett und bürgerlich. Ob sie sich in Zukunft weiter nach rechts bewegt oder nicht, kann niemand mit Sicherheit sagen. Da die AfD aber rechtsradikale Anhänger hat, sind Befürchtungen in diese Richtung leider realistisch. 

Man kann nur hoffen, dass die Leute heute klüger sind als damals und nicht drauf reinfallen!

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