Ist Deutschland nicht unfair?

9 Antworten

Mit Deiner Frage nach den Bewerbungsvoraussetzungen z.B für Polizeianwärter / Beamten im öffentlichen Dienst handelt der Staat schon absolut richtig in der strengen Auswahl zuverlässiger und geeigneter Kandidaten u.A. auch durch Einsicht in den behördlichen Strafregisterauszug . ( Führungszeugnis Belegart O ) .

Siehe hier :

Keine bisherigen Straftaten

Wer Polizist werden möchte, darf bisher nicht straffällig geworden sein. Außerdem müssen Bewerber angeben, ob es laufende oder fallen­ge­lassene Ermitt­lungs­ver­fahren gegen sie gibt.

Quelle : https://anwaltauskunft.de/magazin/beruf/bildung-ausbildung/bewerbung-bei-der-polizei-wer-darf-ordnungshueter-werden

Überall wo nach einem behördlichen Führungszeugnis der Belegart O gefragt wird, muss die Akte absolut sauber sein. Im behördlichen Führungszeugnis ( O ) stehen auch kleinere Sachen drin, die im normalen Führungszeugnis ( Belegart N ) garnicht erfasst sind .

Wer möchte schon einen Polizisten mit kleinkriminellem Hintergrund, oder einen Mediziner mit Sucht - Hintergrund und entsprechend einschlägiger Straffälligkeit ?

Es mag somit an dieser Stelle zwar bitter für einen heranwachsenden Radler klingen, wo einmalig ( nach Erwachsenen - Strafrecht ) mit mehr als 1,6 Promille strafrechtlich wegen Trunkenheit im Verkehr zu weniger als 90 TS verurteilt wurde, aber selbst das ist eine Straftat. ( auch wenn sie im normalen Führungszeugnis garnicht auf taucht )

Aber ansonsten zum Trost für andere Ausbildungsoptionen , wo nur nach dem normalen Führungszeugnis " Belegart N " gefragt wird :

So lange da nichts drin steht, darfst Du Dich auch jedem Arbeitgeber mit Verlangen nach dieser Ausfertigungsart gegenüber als nicht vorbestraft bezeichnen.

Achso - derjenige darf dann niemals als Polizist arbeiten ?

Man lebt nur einmal. Wie unfair.

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@johannamueller9

Doch, irgendwann dürfte er / sie sich durchaus bei der Polizei bewerben . Frühestens aber erst, wenn die Eintragung incl. Überliegefrist aus der Akte zu tilgen , bzw. dort zu schwärzen ist, und spätestens bis zur maximalen Altersgrenze, wo die Polizei noch Neuanwärter für den Polizeidienst zulassen würde.

Bei Straftaten wegen Drogen oder Alkohol gibt es aber leider auch teils sehr lange Tilgungsfristen von bis zu 10+5 Jahren , bis es innerbehördlich zumindest in den Registern nicht mehr erkennbar sein darf.

Aber selbst ein geschwärzter Eintrag hinterlässt bei besonders vertrauenspflichtigen Behörden wie der Polizei durchaus einen faden Beigeschmack. ( Nach dem Motto : Da war mal was )

Je nach Stadt, Region und Personalbedarf könnte man mit getilgten Einträgen aber ggf. Chancen z.B. beim Ordnungsamt haben .

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Man ist erst ab einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen oder 3 Monaten Haft vorbestraft.

Und im Jugendstrafrecht sieht’s auch noch mal ganz anders aus.

Aber, mal ehrlich, deine Beispiele wie besoffen Auto zu fahren usw - ich denke da hat man dann doch echt Verantwortungslosigkeit zu Schau gestellt, die ja doch Rückschlüsse auf die Person zulässt...

Vorstrafe = über 90 Tagessätze oder über 3 Monate Haft

Insofern wird nicht jede Verurteilung zu einer Vorstrafe

Auch gibt es Tilgungsfristen, je nach Schwere des Vergehens/Verbrechens.

Roller fahren ohne Rollerführerschein=> Vorbestraft?

Ich(16J) habe einen Mofaführerschein und einen gedrosselten Roller. Wegen Ereigniswendungen(nicht wichtig) habe ich kein Rollerführerschein gemacht. Ich möchte nun mit einem Kumpel, der ne eigene Werkstatt hat und sich gut mit Zweirädern auskennt, die Drossel ausbauen lassen, da ich viel aufm Land rumfahren muss. Und was passert, wenn die Polzei herausfindet, dass ich mit geöffneten Roller gefahren bin(Ohne Unfall, die Konsequenzen von Unfällen bin ich mir bewusst)? Bin ich dann Vorbestraft? Ich will mich nämlich mit ca. 18(Nach der FOS) bei der Polizei bewerben und man darf bei der Polizei nicht vorbestraft sein. Auch wenn ich dann nicht vorbestraft werde, reicht dies aus um von der Bewerbung als Polizist ausgeschlossen zu werden?

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