Ist Deutsch eine schwere Sprache oder nicht?

19 Antworten

Ob eine Fremdsprache schwerer als andere ist oder nicht (schwer sind sie alle), hängt stark von der eigenen Muttersprache und einigen anderen Faktoren ab.

Für Deutsche sind Niederländisch und Schwedisch wohl die leichtesten Fremdsprachen, NICHT Englisch, wie immer wieder behauptet wird. Letzterer Irrtum hat u.a. folgende Ursachen:

- Englisch muss jahrelang gelernt werden, bis man die Schwierigkeiten (Rechtschreibung, Aussprache) für selbstverständlich hält (weil man nichts anderes kennt).

- Englisch radebrechen lernt man schnell; da man sich selbst nicht sprachlich kontrollieren kann, glauben sehr viele fälschlicherweise, dass sie Englisch "können". (Bei "können" sollte man als Niveau ansetzen, dass man in der betreffenden Fremdsprache mühelos an Diskussionen teilnehmen kann, etwa B2 nach dem Europäischen Referenzrahmen)

- Wortstellung im Satz, Tempusabfolge und vor allem die vorgeschriebene Ausdrucksweise (kein "Oettinger-Englisch") machen Englisch schwierig, andere Fremdsprachen aber auch.

Durch den Formenreichtum (im Schriftlichen zusätzlich durch Klein- udn Großschreibung) sind deutsche Sätze schneller zu analysieren als englische. Diesen Vorteilen des Verstehens stehen aber die Mühen des Sprechens gegenüber, bei denen eben die Formenvielfalt, einschließlich der Genera, beachtet werden muss.

Für einen Deutschen ist nach Niederländisch und Schwedisch (wo besonders Norddeutsche es leicht haben) Spanisch die einfachste romanische Sprache, auch leichter als das germanische Englisch. Es ist nur nicht so bekannt, da nicht zwangsunterrichtet. Aussprache und Schreibweise sind recht leicht. 5 klare Vokale gegenüber den vielen englischen Zwischenvarianten. Die Rechtschreibung ist durchgeregelter als im Deutschen. Bei der Grammatik erschweren 3 ausgebaute Konjugationen das Lernen, aber hier wie im Deutschen braucht nur der Perfekte alle Zeitformen. Das Hörverstehen fällt schwer, weil beim Sprechen alles zusammengezogen wird, nicht so exakt wie im Deutschen artikuliert und betont wird. Wie bei allen Fremdsprachen ist die richtige Ausdrucksweise (Idiomatik) schwer zugänglich, obwohl es in vielen Fällen verblüffende Parallelen zum Deutschen gibt. 

Sprachen werden vielfach als Regelsysteme mit vielen Ausnahmen verkannt.
Es sind eigentlich ungeregelte Systeme, bei denen sich Teilmengen aus
verschiedenen Gründen durch scheinbare Regeln beschreiben lassen. Das
Zutreffen einer Regel ist die Ausnahme :-) Das liegt daran, dass
Sprachen nicht wie Fremdsprachen in der Schule kognitiv durch Regeln
gesteuert erworben und verwendet werden, sondern durch das ständige
Nachahmen anderer Sprecher, durch Auswendiglernen. Regelhaftigkeit
fördert das Lernen, behindert aber das Sprechen, das eher dazu führt,
dass Unregelmäßigkeiten entstehen. Alle Sprachen zeigen diese
gegenläufigen Wandlungstendenzen.

Fazit:

Ja, Deutsch als Fremdsprache ist schwer.

Für Deutsche: Englisch ist nur scheinbar leicht, sogar Spanisch ist letztendlich leichter.

Rein objektiv betrachtet: Nicht so schwer aber auch nicht leicht. Im Gegegnsatz zu Englisch ist sie verdammt schwer, aber mit Latein verglichen wieder leicht. Deswegen ist sie nichts von beidem. Es gibt so paar Sachen, die die Sprache schwer machen und ein paar, die sie leicht machen:

Schwer:

Drei Artikel (die nicht wirklich Sinn machen)

Anpassung des Verbes an Person (Im Gegensatz zu Englisch)

Verschiedene Fälle

Adjektive werden auch meistens angepasst (Betonung auf meistens)

Leicht:

Wenn das Adjektiv am Ende steht, ist es immer in der Grundform (Du bist schön, das Haus ist groß, etc... Oder sind das Adverben...?)

Dadurch dass viele deutsche Wörter einfach kombiniert wurden (zb Schweinefleisch ist das Fleisch vom Schwein) kann man das aus Ausländer sich relativ gut herleiten

Die meistens Verben enden auf -en, also werden die relativ ähnlich alle konjugiert

Man schreibt die meisten Wörter wie man sie spricht

Es gibt vergleichsweise wenige Zeiten

Zahlenwörter bleiben immer gleich, egal ob feminin oder maskulin

Gibt sicher noch mehr Punkte bei schwer und einfach, aber das sind so die, die mir einfallen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß (schwer und leicht) sondern auch grau und deutsch ist meiner Meinung nach ne graue Sprache :D

Hallo,

das kommt immer darauf an, von welcher Warte aus man das sieht.

Die eigene Muttersprache kann "noch so schwer sein", i. d. R. ist sie für den Muttersprachler "die einfachste Sprache", womit jede Fremdsprache "so einfach sie auch sein mag" schwer ist.

Tatsächlich aber ist die deutsche Sprache nicht leicht, denn es gibt "mehrere Geschlechter", 4 Fälle, Adjektive müssen "dekliniert" und Verben müssen "konjugiert" werden, so dass viele verschiedene Artikel und Endungen gelernt werden müssen.

Das gilt aber nicht nur fürs Deutsche, sondern auch fürs Lateinische, Französische, Italienische usw. und war früher einmal auch im Englischen so.

Daneben gibt es aber auch noch weit schwierigere Sprachen als das Deutsche, z. B. Polnisch und Russisch.

AstridDerPu

Ja, sie scheint sehr schwer zu sein, da ja nicht mal mehr die Einheimischen sie beherrschen.

Und dabei rede ich noch nicht mal Genitiv und Dativ. Das fängt schon an, dass jeder andauernd etwas "tut" oder "macht" oder noch besser "machen tut".
Dann können viele ich Endung "ch" wie in "ich" nicht aussprechen, sondern sagen "isch"

ich würde schon meinen.. früher jedenfalls.. Es wurde in früher in allen Fällen gesprochen.. mittlerweile wird aber leider im alltags deutsch hauptsächlich der Akkusativ und der Nominativ verwendet..Meines Erachtens nach ist die Sprache äußerst schwer; wenn man sie denn perfektionieren will.

Der Akkusativ wird genutzt, wenn man ihn braucht, die anderen Fälle, wenn man die braucht... Ich verstehe dieses früher-heute nicht ganz.

0
@FranziiCookiie

Akkusativ ist ein relativ einfacher Fall. Genitiv und Dativ wiederum nicht. Deswegen wird es vereinfacht. So läuft es meinst nur auf den Akkusativ hinaus. Und in einigen Fällen (oder eher von einigen Personen) wird nicht mal mehr der genutzt.

0

Was möchtest Du wissen?