Ist Deutsch die einzige Sprache, in der alle Nomen groß geschrieben sind?

4 Antworten

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Mit der Großschreibung aller Nomina ist Deutsch übrig geblieben. Das Problem ist, einwandfrei festzustellen, wann ein Wort ein Nomen ist, da gibt es unentscheidbare Grenzfälle.

Z.B.:

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

oder

Reden ist Silber, schweigen ist Gold.

Beides ist richtig, da "reden" und "schweigen" hier als Infinitivform der Verben oder als Nomen gedeutet werden können.

Haben andere Sprachen wie Englisch keine Probleme der Großschreibung?

Oh doch! Im Englischen und Niederländischen (und im Esperanto) werden Namen und von Namen abgeleitete Wortformen groß geschrieben.

Damit verlagert sich das Problem aber nur auf die Frage, ob ein bestimmtes Wort einen Namen darstellt oder nicht.

Hat die Großschreibung auch Vorteile?

Darüber hat man lange gestritten. Heute gilt als wohl erwiesen: Die Großschreibung der Nomina erleichtert beim Lesen das Erkennen der Satzstruktur. Satzteile haben nämlich meistens (nicht immer) ein Nomen als Kern. Der Leser pickt sich (unbewusst) die hervorgehobenen Nomina als Kerne der Satzteile heraus und ordnet die restlichen Wörter diesen Kernen zu, zack, ist die Struktur erkannt.

Bei englischen Sätzen fehlt diese Hilfe, so dass man manchmal erst den ganzen Satz verstanden haben muss, um seine Struktur zu erkennen.

Beispiel:

Fruit flies like bananas.

Heißt das nun

Fruchtfliegen mögen Bananen

oder

Früchte fliegen wie Bananen

?

Man entscheidet das nach dem Sinn und dem Kontext

Das Esperanto hat die Methode ausgebaut, durch die Schreibweise die Wortklasse erkennbar zu machen: Alle Nomina enden auf "-o", aber auch die Adjektive auf "-a", usw. Damit kann der Leser die Struktur eines Satzes in Esperanto noch schneller erfassen als bei der Großschreibung (Nur-Hervorhebung der Nomina) im Deutschen. Ein weiterer Vorteil ist: Wenn man eine Wortwurzel nicht versteht, kann diese eher erraten werden, wenn man an der Endung schon sieht, um welche Wortklasse es geht.

Kein Vorteil ohne Preis: Die Zeche zahlt der Schreibende/Sprechende mit einem erhöhten Aufwand, weil er die Wortklassenendungen nicht vergessen darf.

Man könnte also grob vereinfachend zusammenfassen:

Englisch schreibt/spricht sich leichter und liest sich schwerer, beim Esperanto sind die Mühen auf den Schreibenden/Sprechenden und Lesenden/Zuhörenden besser verteilt.

Mit der Großschreibung aller Nomina ist Deutsch übrig geblieben.

In Wikipedia steht es anders. Außerdem bist du mit dieser Antwort voll über das Ziel hinausgeschossen. Da passt doch überhaupt nix mehr. In welcher Welt lebst du?^^

Und überleg mal: kitekat ist 14 und war nur zu faul, selbst nachzulesen. ;-)

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@Ulyses

Gut, dann nehmen wir noch Letzeburgisch dazu, wobei wir dann Abgrenzungsprobleme bekommen: Was ist mit Schweizer Deutsch, Österreichisch, Plattdeutsch, Friesisch usw. ?

Die Wikipedia ist jedenfalls nie allein maßgebend.

Ich halte niemanden für faul, der sich mit der Information in der Wikipedia allein nicht zufrieden gibt und auch andere Quellen bemüht. Im Studium ist das den Studenten der Sprachwissenschaften normalerweise sogar verboten.

Ich lebe in der Welt derjenigen, die nicht nur ein mundfaules Ja oder Nein geben oder hören wollen, sondern sich auch für die Hintergründe und Zusammenhänge interessieren.

Wer anders denkt, muss meine Ausführungen ja nicht lesen. Für alle anderen hoffe ich, Interessantes hinzugefügt zu haben.

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@RudolfFischer

Nur unterstützt du damit so ein handlungsarmes Verhalten wie von kitkat. Im Grunde war sie einfach zu faul, es bei Wikipedia nachzulesen. Sie ist ja nicht mal bis zu Wikipedia gekommen, geschweige denn bis zu anderen Quellen. Jetzt fühlst du dich gut, gebauchpinselt oder sowas, aber die Verhältnisse stimmen doch gar nicht. Diese Frage war nicht mal ein mundfaules "ja" oder "nein" wert. Sie ist doch nur ein Teenagermädchen, das keine Lust hatte, was zu arbeiten. Das Niveau ist viel zu niedrig. Und dir war das Luxemburgische auch entfallen. Der Rest passte überhaupt nicht zur Frage.

Im Grunde bleibt nur Datenmüll.^^ (na ja, war es vorher auch schon)

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@Ulyses

Nach einem Urlaub fand ich viele Hinweise auf "Gute Frage" in meiner M-Box. Fast alles habe ich gleich ungelesen gelöscht. - DIESE Frage hier und die zugehörige Antwort hat mich interessiert und gerne habe ich die ausgezeichnete und ausführliche Antwort von Rudolf F. gelesen.

Eine gute Antwort ist nicht nur für "faule Vierzehnjärige" hilfreich sondern auch für manchen anderen Leser.

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@Euyazik

Auch ich habe die Antwort mit großem Vergnügen gelesen und mich über die Beispiele gefreut. Ich habe recht gute Englischkenntnisse, aber die genannten Beispiele kannte ich nicht.

Ich würde mir wünschen, dass mehr Leute ausführlich und erklärend schreiben und nicht nur einfach "ja" oder "nein".

So wird diese Antwort noch so manch anderen zufällig vorbei Schlendernden erfreuen!

Vor allem endlich mal jemand, der mit der deutschen Sprache umgehen kann!!!

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Ja - in Dänemark und den Niederlanden hat man die Großschreibung der Nomen vor über 60 Jahren (oder schon länger her?) aufgegeben.

österreichisch ginge noch :)

Österreichisch = Deutsch (naja ein paar wörter sind anders...) ;)

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