Ist der €uro - gefühlt - mehr wert wie vor 10 Jahren oder sind die Leute reicher geworden, obwohl der Zins " im Keller " ist?

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7 Antworten

Auch wenn das Einkommen steigt, gibt die große Masse der Arbeitnehmer dieses wieder bis zum Anfang des nächstens Monats aus. 

An der Vermögensverteilung ändert sich dadurch so gut wie gar nichts.

  1. Zeitarbeit ist bei der Gesamtbetrachtung irrelevant. Der Anteil beträgt nur 2,7% am gesamten Arbeitsmarkt.
  2. Die Einkommen dümpeln nicht, sie steigen seit einigen Jahren endlich wieder real, weil es in den letzten Jahren keine Inflation gab, die Tarifabschlüsse aber nennenswerte Steigerungen verzeichnen konnten.
  3. Der Außenwert des Euros hat für die meisten Bürger keine direkte Relevanz, solange er die Inflation nicht anheizt, was nicht der Fall ist.
  4. Die großen Vermögen steigen gerade weil die Zinsen so niedrig sind. Das hat nämlich in der letzten knapp 10 Jahren die Aktienmärkte exorbitant gestiegen sind.

wir zahlen jetzt Preise die von der Höhe her über damalige DM-Preise liegen, wie kann der Euro gefühlt mehr wert sein?

dann frag`ich mich, warum dann immer noch der Umrechnungskurs 1.95583 kursiert - offiziell

natürlich hast du Recht - die an der Macht sind und überhaupt die " Eliten " erhöhen sich ja auch ihre selbstgestrickten Gehälter deshalb auch entsprechend... aber der " kleine Mann " wird kurzgehalten, damit die Reichen noch reicher werden (können)

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Die meisten geben ihr Geld bis zum Monatsende auch aus. Einige sparen, obwohl es fast keine Zinsen mehr gibt.

Zum Glück steigt die Inflationsrate derzeit nicht, sodass sich der Geldverlust der Sparer in Grenzen hält.

Der Euro ist besonders fürRentner ein Problem. Wer z.B. als Rentner zuDM Zeiten im Monat 2000.--DM an Rente bekam, der konnte nach Abzug seiner Fixkosten mit dem Rest noch einigermassen über die Runden kommen.

Nach Einführung des Euro hatte der besagte Rentner anstatt 2000.--DM , im Monat nur noch 1000.--€ an Rente. Zieht er davon seine Fixkosten wie Miete, Strom, Heizung, Versicherungen, ect. ab, steht er mit einem Bein in der Altersarmut. Doch darüber hört man in den Medien nichts.

Das Vermögenswachstum liegt an den niedrigen Zinsen. Wer z. B. baut, der hat zur Zeit sehr günstige Konditionen um Eigentum zu schaffen. Die Baubranche boomt auf höchstem Niveau.

Ich kenne Bauträger die derzeit mehrere Immobilien erstellen und die Wohnungen als Eigentumswohnungen verkaufen. In guten Lagen sind die Wohnungen schon verkauft, obwohl der Rohbau noch nicht fertiggestellt ist. Da kann man sich als Bauträger ordentliche Vermögen schaffen.

Z.B. Baukosten für ein Objekt mit 12 Wohneinheiten, Kostenpunkt ca. 1,8 Millionen Euro. Verkauf der Wohnungen bringt ca. 3 Millionen ein. Nach Abzug aller Gebühren und Steuern, bleibt da immer noch ein ordentliches Sümmchen übrig.

Der Euro ist nicht mehr wert, als noch vor 10 Jahren. Man bekommt weniger für sein Geld, auch wenn das gewisse Institute , die parteilich abhängig sind, das Gegenteil behaupten. Man nimmt diesen sog. Warenkorb. In dem befinden sich überwiegend Dinge, die nicht lebensnotwendig sind. Lebensmittel sind darin kaum welche vorhanden,wie z.B. Brot,Butter, Käse ect.

hast du mal überlegt das es doppelt so teuer ist wie vor zehn jahren? mal drüber nachgedacht das immer mehr menschen die vollzeit arbeiten aufstocken gehen müssen beim jc? es wirden keine besseren gehälter gezahlt.

wie paßt das zu der Aussage, daß die BRD das reichste Land ist, also im Geld " schwimmt " - das ist ein politisches Thema, und keiner traut sich... alle wählen sie " den Reichtum " + " das Vermögen "

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@bachforelle49

es schwimmt keiner in geld lol. aber in deutschland muss keiner hungern, keiner obdachlos sein, jeder hat krankenversicherung und es geht allen gut. das ist keine selbstverständlichkeit - das kann nur ein reiches land bieten.

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Für einen Euro bekommst du heute weniger als vor 10 Jahren, verdienst dafür aber auch mehr.

Die Verbraucherpreise sind von 2006 bis 2016 um ca. 14% gestiegen.

Die Löhne/Gehälter sind im gleichen Zeitraum um ca. 25-28% gestiegen.

Der statistische Durchschnittsmensch steht damit also besser da als vor 10 Jahren. Natürlich kann das individuell ganz anders aussehen.

eben wurde gesagt, daß mittlerweile beide Eheleute arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen, weil die Arbeitgeber schlecht zahlen - was stimmt denn nun??? Die Armut wächst wie der Reichtum - in gleichem Tempo... mal heißt es, es ist alles billiger geworden (zB Flugpreise..), und dann heißt es wieder, es wäre alles teurer geworden - ohne Sinn und Verstand.. nur Statistik

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@bachforelle49

Der Lebensstandard hat sich auch stark erhöht.

Wenn man heutzutage auch noch mit Plumsklo auf halber Etage, Ofen statt Heizung, ohne Internet- und Kabelanschluss, mit nur einem Festnetzanschluss (anstatt mehrerer Handyverträge) pro Haushalt, kein Geschirrspüler und Fertiggerichte und Bestellservice (uvm.) aushalten kann, dann reicht auch ein Einkommen.

Außerdem ist es ein Teufelskreis der nur auf eine Art enden konnte: Je mehr Frauen arbeiten um die Kaufkraft des eigenen Haushaltes zu erhöhen, desto mehr Arbeitskräfte gibt es auf dem Arbeitsmarkt und desto mehr Kaufkraft gibt es auf dem Konsummarkt. Und da greift nun der einfachste marktwirtschaftliche Mechanismus. Angebot und Nachfrage.

Mehr Angebot auf dem Arbeitsmarkt senkt die Preise für Arbeitskraft (Löhne und Gehälter), mehr Kaufkraft auf dem Konsummarkt erhöht die Nachfrage und damit die Preise der Konsumgüter.
Kurz: Der Vorteil war am größten, als es nur ein paar Ehefrauen arbeiten gegangen sind.

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Stark vereinfachtes Beispiel:
1000 Haushalte (Ehepaare) bei denen nur der Mann arbeitet. Ein Einkommen sind 1.000 Geldeinheiten. Ergo haben alle Haushalte eine Kaufkraft von jeweils 1.000 und die Gesamtkaufkraft ist 1.000.000 GE. Der Durchschnittspreis ist 1 GE.

Nun fangen in 100 Haushalten die Frauen an zu arbeiten. Diese Haushalte haben nun 2.000 GE zur Verfügung, die restlichen 900 immernoch 1.000 GE. Die gesamte Kaufkraft ist nun auf 1.100.000 GE gestiegen weshalb der Durchschnittspreise auf 1,1 GE steigt.

Da die Preise für die anderen 900 gestiegen sind folgen nun weitere Haushalte dem Beispiel der nun gut lebenden 100. Es sind jetzt schon 500 Haushalte mit 2 Einkommen und noch 500 mit einem. Die Gesamtkaufkraft steigt damit auf 1.500.000 GE und der Durchschnittspreis auf 1,5 GE.

Der Druck auf die Haushalte mit nur einem Einkommen steigt dadurch weiter wodurch nun auch die letzten Umsteigen. 900 Haushalte haben jetzt 2.000 GE Kaufkraft. Die restlichen 100 können oder wollen kein 2. Einkommen. Die Gesamtkaufkraft steigt auf 1.900.000 GE und damit der Durchschnittspreis auf 1,9 GE.

Die Haushalte mit 2 Einkommen können sich nun geringfügig mehr leisten als ursprünglich.
Vorher: 1.000 GE bei Durchschnittspreis von 1,0 GE
Jetzt: 2.000 GE bei Durchschnittspreis von 1,9 GE

Die restlichen Haushalte, die nur über ein Einkommen verfügen, können sich gerade mal die Hälft leisten und sind damit wahrscheinlich an der Armutsgrenze.
Vorher: 1.000 GE bei Durchschnittspreis von 1,0 GE
Jetzt: 1.000 GE bei Durchschnittspreis von 1,9 GE

Natürlich werden hier die meisten äußeren Einflüsse ausgeschlossen um das wesentliche darzustellen. - Wenn sich wenige einen Vorteil erarbeiten, verteilt sich die Negativauswirkung auf viele. Wenn viele nachziehen, dann hat keiner mehr einen wirklichen Vorteil, die Negativbelastung trift allerdings die übrigen umso härter.

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Nein der € ist heute gefühlt weniger Wert als (nicht wie) vor 10 Jahren wegen der Inflation.

PS: Hauptgrund hierfür ist dass die Zentralbanken ständig neues Geld ausgeben müssen, damit das Währungssystem nicht zusammenbricht.

Stell dir vor da wird eine neue Währung eingeführt:

Die EZB gibt bspw. 5^18€ an die Staaten aus. Die Staaten müssen jetzt für die 5^18€ 1% Zinsen zahlen. In dem Moment wo für 5^18€ nochmal 5^15€ Zinsen gezahlt werden müssen existiert nur 5^18€. Das Geld für die Zinsen gibt es so gesehen gar nicht und somit muss neues Geld ausgegeben werden.

Vielleicht schaffen es irgendwann mal Menschen ein Währungssystem zu schaffen, in welchem die Rechnung auch ohne neues Geld aufgeht

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