Ist der Urknall nicht total unlogisch?

24 Antworten

Ganz egal, ob du Christ, Jude, Moslem, Buddhist oder was sonst bist - du kannst gegen den Urknall nicht anstinken - die Daten sind einfach viel zu gut belegt !!

Aber da du ja Christ bist, wie du sagst - nichtmal der Pabst widerspricht dem Urknallmodell - der Evolutionstheorie übrigens auch nicht - kannst du nachlesen auf der wissenschaftlichen Webseite des Vatikan.

Der Pabst trickst anders: er stellt sich auf den Standpunkt, daß sich der Urknall zwar ereignet hat, aber wir wissen nicht wie es dazu kam - das ist für ihn natürlich die Steilvorlage, daß Gott die Ursache gewesen sein muß!

Muß zwar nicht, aber nun ja, für einige Zeit ist er nicht mehr in Erklärungsnot. Dazu könnte es aber kommen, wenn wir mittels präziser Neutrino- und Gravitationswellen-Astronomie etwas herausbekommen, das Rückschlüsse auf die Ursache gestattet - aber etwas Zeit vergeht bis dahin noch...

Zum Urknall - da scheinst du nicht aufgepaßt zu haben, denn zu Anfang gab es noch keine Materie (egal welche) und entsprechend keine Atome. Das Universum war winzig, war extrem dicht gepackt und das einzige, was in diesem Zustand existieren kann ist Energie.

Wie lange das Universum in diesem Zustand war wissen wir nicht, aber Zeit spielt unter solchen Bedingungen auch keine Rolle - das war eine Quantenwelt und die funktioniert nicht kausal. 

Irgendwann kam es zu einer Inflation, die diesen extrem dichten und heißen Urzustand "auseinandergetrieben" hat, mit der Folge, daß das Universum abkühlte und aus Energie entstanden Teilchen (E = mc²).

Das Fatale an der Angelegenheit ist, daß es Materie- und Antimaterieteilchen zugleich waren und die haben die unangenehme Eigenschaft sofort wieder zu annihilieren (zu zerstrahlen), wenn sie miteinander in Kontakt kommen. Und in Kontakt kamen sie bei der ungeheuren Dichte zwingend. Die Teilchen wurden also wieder zu Energie, kaum daß sie entstanden waren. Macht ja nichts, solange die Dichte hoch genug war, daß sich sofort wieder Teilchen bilden konnten - die wieder annihilierten.

Sehr lange kann das aber nicht so geblieben sein, denn die Inflation geschah rasend schnell. Das Universum verdünnte sich sehr schnell und als die Dichte zu gering war, daß Teilchen aus Energie entstehen konnten, war doch etwas übrig geblieben, nämlich etwa eines von einer Milliarde Teilchen - das heutige Universum besteht somit größtenteils aus Energie (Strahlung), die sich über die Zeit natürlich gewaltig verdünnt hat, aber ein Rest ist immer noch meßbar - die kosmische Hintergrundstrahlung.

Daß es Teilchen gab war auch noch nicht "das gelbe vom Ei", denn die Ursuppe war immer noch viel zu heiß, als daß Licht sie einfach durchqueren konnte. Das kannst du auch bei der Sonne beobachten, die zu heiß ist, als daß Photonen (Licht) vom Ort ihrer Entstehung direkt an die Oberfläche gelangen könnten. Die Materie der Sonne ist nämlich ionisiert und das wirkt für Licht als Barriere.

Was sich aber ungehindert bewegen kann sind eine andere Art von Teilchen, nämlich Neutrinos, die zur heißen Dunklen Materie gezählt werden. Neutrinos aus dem Kern der Sonne erreichen die Erde mit fast Lichtgeschwindigkeit - und rasen auch durch die Erde durch als sei sie nicht vorhanden. Nur ganz selten kommte es zu einem Ereignis, nämlich wenn ein Neutrino exakt einen Atomkern trifft. Beim Urknall war das ganz ähnlich - im Gegensatz zur normalen Materie konnten Neutrinos sich fast ungehindert in der "Ursuppe" bewegen. Deshalb wird derzeit versucht unsere Neutrinodetektoren deutlich präziser zu machen - das würde einen Blick in früheste Zeiten des Urknalls eröffnen.

Das Universum benötigte insgesamt etwa 380.000 Jahre, bis es so weit abgekühlt war, daß die Materie nicht mehr ionisiert und für Licht durchsichtig wurde. Danach dauerte es hunderte Millionen Jahre, bis die Gasmassen sich zu ersten, gewaltigen Sternen zusammenballten.

Der obige Text ist natürlich simplifiziert, aber ich meine, ich habe keine Spekulationen einfließen lassen. Wenn dich das wirklich interessiert, dann kannst du hier anfangen: https://de.wikipedia.org/wiki/Urknall

Der Artikel enthält diverse Links, mit denen du tiefer in die Materie einsteigen kannst. Ansonsten liefert eine beliebige Suchmaschine mit dem Stichwort "Urknall" auch massenhaft Resultate.

Schönen Gruß

Der Haken an allem ist die Frage, warum es im Anfang irgend ein Etwas gab und nicht einfach nur nichts. Solange diese Frage nicht beantwortet werden kann, bleibt auch die WIssenschaft im Bereich der Spekukation.

Ich halte Aussagen wie "den Urknall gab es, dies und jenes beweist es" oder "den Urknall gab es nicht, dies und jenes beweist es" für fehlerhaft, weil irgend etwas irgendwann neu Entdecktes auch jede sog. Beweisführung ad absurdum führen könnte.

Besser wäre es, zu sagen "dies und jenes spricht dafür, und so war es mit großer Wahrscheinlichkeit gemäß gegenwärtigen Erkenntnisstandes".

Tatsächlich wirken ja für jedwedes "Wissen" auch die Bedingungen mit, unter denen etwas möglich ist oder nicht. Vorausgesetzte Bedingungen bei Beweisführungen nicht mehr mit zu erörtern ist zwar nichts Ungewöhnliches, besonders, wenn solche Erörterungen auch noch ganze Bücher füllen würden, aber dennoch wirkt das mitunter blickverzerrend, vor allem, wenn nicht absolut klar ist, daß alle Beteiligten wirklich von denselben Bedingungen ausgehen.

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@Dxmklvw

Du sprichst interessante Punkte an - auch:

...besonders, wenn solche Erörterungen auch noch ganze Bücher füllen würden...

Ich habe versucht mich knapp zu halten und zugleich so, wie ich den Kenntnisstand des Fragestellers einschätze.

Wenn man das im einzelnen diskutiert, dann könnte man schon bei der Inflation anfangen, die nur eine Modellvorstellung, aber nicht belegt ist. Vielleicht können wir irgendwann tatsächlich Neutrinos vom Urknall detektieren, aber bis dahin...

Andererseits kommen wir um den dichten, heißen Zustand wohl nicht herum und dann muß das Universum irgendwann sehr klein gewesen sein. Und durch irgendeinen Effekt ist es nicht zu einem irrsinnigen Schwarzen Loch kollabiert, sondern hat sich nun mal ausgedehnt - und wir können uns nur an den Daten orientieren, die uns zur Verfügung stehen.

Natürlich kann man auch behaupten, Gott habe seinem Sohn einen Universum-Baukasten geschenkt und der hat damit herumgespielt. Aber diese Aussage würde sich definitiv niemals falsifizieren lassen.

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@nax11

"und dann muß das Universum irgendwann sehr klein gewesen sein"

Ob das Universum als groß oder als klein empfunden wird, hängt vor allem von der Größe des Betrachters ab. Wären Menschen nur so groß wie einer der Quarks, dann würde uns auch ein einzelnes Atom wie ein Universum vorkommen.

Genau genommen ist die ganze Diskussion um den Urknall nur eine Erörterung um mögliche verschiedene Zustände derselben vorhandenen Sache, klärt aber nicht, wo diese vorhandene Sache herkam.

1
@Dxmklvw

Die Entfernungen kann man definieren als das Verhältnis des Atomradius zu kosmischen Entfernungen und das war zu Anfang sehr viel kleiner.

Aber es gibt auch das Modell, daß sich das Universum garnicht ausdehnt, sondern die Atome kontinuierlich kleiner werden - ergäbe den gleichen Effekt.

Was die Entstehung durch Quantenfluktuationen, Symmetriebrüche, Branenkollisionen, o.ä. angeht, so habe ich den Eindruck, daß das dem Fragesteller zu weit geht? Außerdem sind das alles nur Modelle, die bis auf weiteres nicht falsifizierbar sind - liegt alles außerhalb unseres Beobachtungshorizontes.

Und wer eine religiös basierte Antwort vorzieht, der kann sich auf die Vorstellung zurückziehen, daß Gott ein Feuerwerk veranstaltet hat, dessen Reste wir heute sehen. Wissenschaftlich ist das natürlich völlig wertlos.

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@nax11

"Aber es gibt auch das Modell, daß sich das Universum garnicht ausdehnt, sondern die Atome kontinuierlich kleiner werden - ergäbe den gleichen Effekt."

Zumindest paßt es gleichwertig als Möglichkeit.

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Hey,

der Begriff ,,Logik" ist für die wissenschaftstheoretische Beschreibung des Urknall erstmal nicht relevant. Was auch immer du in der Schule "gelernt" hast, es war in diesem Punkt falsch.

Bevor du eine wissenschaftliche Theorie ad absurdum führst musst du sie erst einmal richtig verstanden haben und dich mit ihr auseinandersetzen. Der Urknall selbst ist physikalisch nicht zu erklären. Das liegt daran, dass alle physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterhalb von bestimmten Schwellen (Planck-Welt) ihre Gültigkeit und Selbstkonsistenz verlieren.

Unmittelbar nach dem Urknall muss es ein energiereiches Strahlungsfeld gegeben haben aus dem die ersten Teilchen entstehen konnten. Im Detail sind die Prozesse kompliziert aber immerhin gut genug verstanden um sie mit in das kosmologische Weltbild einbauen zu können.

Lg Nikolai

Es gab am Anfang weder Atome noch dunkle Materie. Die ersten Atomkerne entstanden ca. 3 Minuten nach dem Urknall, die ersten neutralen Atome erst ca. 380.000 Jahre nach dem Urknall. Aus was letztlich alles entstanden ist weiß man auch nicht, da gibt es verschiedene Theorien der Quantenphysik. Allerdings ist Materie nur eine Form der Energie und damit wandelbar, aus Energie kann also Materie entstehen und so könnte es auch beim Urknall gewesen sein. Aus einer Unmenge von Energie (in welcher Form auch immer) ist quasi Materie entstanden, sowohl die sichtbare als auch die unsichtbare Materie.

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