Ist der Stromanbieterwechsel wirklich so easy?

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2 Antworten

Hallo HeikoHerrlich!

Ob ein Wechsel " ... wirklich so easy ist ...", liegt wohl immer im Auge des Betrachters. Schließlich hängt letztlich alles von der ganz individuellen Situation und dem daraus resultierenden Verhältnis von Aufwand und Nutzen ab.

Festzuhalten aber bleibt, dass er grundsätzlich und kalkulierbar möglich ist. Insofern hat der Schreiber der von dir angeführten Website Recht.
Wobei ich Aussagen wie:

Es gilt übrigens: Jeder Anbieter zu dem ihr wechselt ist preiswerter als euer jetziger städtischer Stromversorger!

für total sinnfrei bis sogar für bewusst irreführend halte, weil:
Wer wechselt schon - freiwillig - zu einem teureren Anbieter???

Ich füge mal einige Erfahrungen und Tipps für den Lieferantenwechsel an und hoffe, dir damit zu helfen!

Gruß

hsb

Paketangebote sind, meiner Meinung nach, kritisch zu sehen, erfordern sie doch genaueste Kenntnisse des eigenen Verbrauches. Ansonsten geht der Schuss fast immer nach hinten los oder ist zumindest ärgerlich, da ein Mehrverbrauch viel teurer wird und bei geringerem Verbrauch keine Gutschrift erfolgt.

Tarife mit Boni (Sofort- und Neukundenbonus) können eine legitime Möglichkeit sein, günstig an Leistungen zu kommen. Jedoch gilt: vor Abschluss unbedingt die AGB genau zu studieren und abzuwägen, ob man die dort festgelegten Bedingungen für den Erhalt des Bonus (Laufzeit, Kündigungsmöglichkeiten, etc.) sicher erfüllen kann. Wenn nicht, wird ein solcher Tarif teurer als das preiswerteste Angebot ohne Bonus.

Zudem gilt es zu bedenken, dass derlei Boni während der Vertragslaufzeit zu einem großen Teil durch mich, den Kunden, vorfinanziert werden. Schließlich wird nichts verschenkt. Weshalb solche Angebote auch nicht dazu taugen die monatlichen Kosten zu senken.
Die Ersparnis macht sich erst nach einem Jahr, bei Abzug/Auszahlung des Bonus effektiv bemerkbar. Vorausgesetz, man verwirkt diesen nicht (s.o.).
Sofort-Boni gehören für den Einzelfall betrachtet!

Um zu sehen, wie viel man tatsächlich monatlich, als auch übers gesamte Jahr zahlt, empfiehlt es sich, die Gesamtkosten für ein Jahr (Verbrauch x Preis/kWh + Grundpreis), mit den Angaben zu berechnen, welche ausgewiesen werden, wenn es keinen Bonus gäbe (am besten, direkt auf den Webseiten der Anbieter.) Oder für das zweite Jahr der Belieferung - eben ohne Bonus.
Dies ergibt die Berechnungsgrundlage des Lieferanten für die Abschlagszahlungen. Hierbei ist noch zu berücksichtigen ob 11 oder 12 Raten eingezogen werden (siehe die AGB).

Nach meiner Erfahrung, bleiben nach dem Anrechnen dessen, was ich mit den Abschlägen über das gesamte Jahr zahle, nur 20% bis 30% des Bonusbetrages als Ersparnis, gegenüber dem günstigsten Tarif ohne Bonus. Fällt der Bonus aus irgendeinem Grund weg, zahle ich, bezogen auf diesen also bis zu 80% mehr. Außerdem muss zum Ende des mit Bonus belegten Zeitraumes in aller Regel erneut gewechselt werden, da diese Tarife ohne den Bonus immer teurer sind.

Übrigens: Kündigen kann man, fristgerecht, direkt nach Beginn der Belieferung (1. Tag + 365 - 1 [Beispiel: Lieferbeginn 01.04.xxxx + 12 Mon. = Vertragsende 31.03.xxxx]). Dieses Vorgehen schließt aus, dass Fristen verstreichen und es hinterher teuer wird. Das Licht geht dennoch nicht aus! 

Trotz alldem kann sich so ein Wechsel lohnen!!!

Zusammengefasst:

  • Stets die Auswahlkriterien der Suche manuell festlegen!
  • Keine Vorkasse! (Anm.: Ausnahmen bestätigen die Regel)
  • Bevorzugt maximal 12 Monate Vertragslaufzeit und Preisbindung für eben diese!
  • Mehrere Vergleichsportale nutzen.
  • Sieht man Einsparpotenzial, bringt ein hoher Arbeitspreis die größte Kostensenkung (eingesparte kWh x Arbeitspreis). Umgekehrt verhält es sich, wenn kein Einsparpotenzial vorhanden, oder sogar ein Mehrverbrauch zu erwarten ist (hoher Grundpreis, niedriger Arbeitspreis = geringere Kostensteigerung [Mehr-kWh x Arbeitspreis]).
  • Angebote der Vergleichsportale immer direkt auf den Seiten der Lieferanten mittels Arbeitspreis, Grundpreis und Verbrauch rechnerisch prüfen.
  • 2-4 günstige Anbieter auswählen und die genauen Vertragskonditionen auf der Homepage des jeweiligen Anbieters auf Fallstricke durchforsten. Ggf. im Internet nach Kundenmeinungen suchen.

Ich empfehle, den Vertragsabschluss direkt auf der Homepage des ausgewählten Lieferanten zu tätigen. Dort gibt es manchmal noch Vorteile, welche sonst eventuell zugunsten des Vergleichsportales wegfallen. Außerdem minimiert dies Übertagungsfehler.

Folgender Link führt bei Bedarf zu einer Website mit noch ausführlicheren Infos und Tipps für einen Wechsel.

https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/stromanbieterwechsel.php

PS: Sofern von Interesse, findest du hier und in älteren Antworten von mir auch noch mehr zu diesem Thema.

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all diese Angebote sind mit Vorsicht zu handhaben. Bei einigen Anbietern wird Strom nur billiger weil es am Jahresende eine Prämie gibt. Sobald aber das Jahr rum ist kommen sie mit Ausreden warum sie nichts zahlen.
Bleib bei den großen Anbietern und mach da einen Online Vertrag. Da fährse günstig und sicher

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