Ist der Protestantismus der Wissenschaft näher als dies der Katholizismus ist, und warum?

10 Antworten

Vor mir liegt das Buch "Geschichte der Naturwissenschaft" von Stephen F. Mason. Dieser Klopper ist ein Standardwerk aus den 50iger Jahren aus Großbritanien. In Kap. 16 befaßt er sich mit genau dieser Frage.

1873 stellte Alphonse Candolle fest, dass sowohl in der Pariser Akadamie der Wissenschaften als auch der Londoner Royal Society anteilig mehr Protestanten vertreten sind als anteilig in der Bevölkerung Europas. 1938 untersuchte R.K. Merton die wissenschaftlichen Institutionen Europas und stellte ebenfalls ein Überwiegen der Protestanten fest. Außerdem ist zu beobachten, dass zu Galileis Zeiten noch Italien das Zentrum der Wissenschaft war. Danach wurden aber eher protestantische Länder wie England, Holland und Frankreich (vor Vertreibung der protestantischen Hugenotten) zu Zentren der Wissenschaft.

Warum nun?

  1. (mittelwichtig) "Übereinstimmung zwischen protestantischer Ethik und wissenschaftlicher Haltung". Damit ist gemeint, dass Protestanten dazu aufriefen, die Authorität der Kirche zurückzuweisen und die individuelle Erfahrung zur Basis der Erkenntnis zu machen.
  2. (wichtig) "Gebrauch der Wissenschaften zur Verfolgung religiöser Ziele". Also Luther und Calvin selbst waren wohl eher wissenschaftsfeindlich. Calvins Nachfolger aber und auch die englischen Puritaner sahen die Ausführung guter Werke als religiöse Pflicht an. Also die Calvinisten appelierten ja eh an die EigenAktivität der Menschen. Und Forschung im medizinischen und technischen Bereich wurden als gute Werke angesehen. Zitat: "Studium der Natur ist positive Christenpflicht"
  3. (schwer verständlich) "Einklang zwischen dem Bild der kosmischen Rangordnung in der protestantischen Theologie und den Theorien der damaligen Wissenschaft". Also im Mittelalter glaubte man angeblich, dass Engel/Geister Gott beim Lenken der Welt helfen. Die Protestanten fanden den Geisterglauben mies. Calvin predigte, dass Gott in seiner unendlichen Weisheit von Anbeginn an alles vorgeschrieben hatte. Als dann der Physiker Newton mit seinen Naturgesetzen auftrat, war es wohl naheliegend, dass die Anhänger Calvins und die Anhänger Newtons gegenseitig voneinander begeistert waren. 

Eine wichtige Figur ist der englische puritanische Geistliche John Wilkins, der es erstmalig schaffte, die (protestantischen) Christen davon zu überzeugen, dass es nicht nötig ist, die Bibel wortwörtlich auszulegen. 

Ca. 150 Jahre gab es ein Bündnis zwischen protestantischer Theologie und der Wissenschaft. Dann kam Darwin und der erfuhr vor allem in protestantischen Ländern eine starke religiöse Opposition.

Ich habe hier nicht meine Meinung wiedergeben, sondern zwanzig Seiten aus einem Buch zusammengefasst.

Man kann das nicht verallgemeinern. Es gibt in beiden Konfessionen so ne und solche.

Der Katholizismus ist nicht (mehr) wissenschaftsfeindlich. In der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften sind viele der hellsten Köpfe unserer Zeit versammelt und zwar unabhängig von ihrer Weltanschauung oder ihrem Glauben. Unter den Mitgliedern findet sich beispielsweise auch Stephan Hawking. Der Vatikan betreibt auch eine eigene Sternwarte. Aber auch bei den Katholen gibt es natürlich noch Gläubige, die die Bibel wörtlich auslegen und die Wissenschaft am liebsten negieren wollen.

Der Protestantismus hat den sehr extremen Flüge der evangelikalen Gruppierungen. Dazu gehören z.B. Kreationisten und die Vertreter der Pseudowissenschaft "Intelligent Design", die dafür kämpfen - in den USA leider teils sehr erfolgreich - dass die Schöpfungsgeschichte als gleichwertig neben der Evolutionstheorie gelehrt werden soll.

Du hast noch vergessen zu erwähnen das auch schon selbst  Galileo schon ein von Papst verhätschelter Wissenschaftler war ...

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Wissenschaft und Religion sind in parallelen Feldern tätig, die sich nicht überschneiden im Idealfall. Wenn die Religion versucht der Weissenschaft Vorschriften zu machen kommt nur Mist raus und umgekehrt aber auch. Daher ist es nur möglich zu diskutieren ob genau DER Protestantismus sich nicht unnötig in wissenschaftliche Bereiche einmischt, bzw. der Katholizismus.

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