Ist der Pantheismus eine Religion ohne Gott?

7 Antworten

Im Prinzip hast du Recht. Die Begriffe "Religion" und "Gott" sind im Zusammenhang mit dem Pantheismus durchaus problematisch. Unter einem Gott stellen sich die meisten einen personalen Gott vor wie z.B. den biblischen Gott, Allah, Zeus, Mars oder Manitou. Einen solchen personalen Gott gibt es tatsächlich nicht im Pantheismus. Der Pantheismus wird von den Kirchen daher auch als eine von vielen Formen des Atheismus gesehen. Ebenso ist es mit "Religion". Religion bezeichnet das Bekenntnis zu einem mehr oder weniger ausgeformten Glaubensgebäude. Ein solches stellt der Pantheismus nicht dar. Insofern ist der Pantheismus eher nur eine Vorstellung. Berühmte Pantheisten, wie z.B. Spinoza oder Einstein haben daher in diesem Zusammenhang lieber die Begriffe "göttlich" oder "religiös" verwendet.

Ein solches stellt der Pantheismus nicht dar.

Naja, auch Pantheisten bzw. religiöse Atheisten glauben an etwas und der Begriff göttlich hat für sie schon Bedeutung, nämlich als ES als persönlich erleb,- und erfahrbares schöpferisches Prinzip im Sein. Du weißt ja, ich bin einer :-) Und lebbar ist das auch und ist nicht nur eine Vorstellung!

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Es gibt nicht DEN PANTHEISMUS! Pantheismus wird von den Monotheisten alles genannt, was nicht ihrem Dualismus von Gott=Geist=oberste Instanz und Welt=Fleisch=niedere Ebene entspricht. Schon die Stoiker hatten eine Art Pantheismus, wobei der Logos die göttliche Ordnung in der Welt repräsentierte, die Kraft des wohlgeordneten Kosmos. Ein Gleichsetzung von Gott und Welt findet dann vor allem bei Spinoza statt. Auch das Thomas Evangelium hat einen Hauch von Pantheismus, warum es nicht in die Evangeliensammlung aufgenommen wurde, aber zeigt, dass es auch im frühen Christentum pantheistische Vorstellungen gab. Auch die Philosophie des Buddhismus kennt keinen dualistischen Schöpfergott. Doch kenne ich mich in den diversen philosophisch-theologischen Schulen des Buddhismus nicht aus, weil da auch vielfach Symbiosen mit Volksgottheiten eingegangen wurden.

Eine besondere Einstellung zu Göttern hat der Epikureismus, der keine dualistisch-idealistische Philosophie kennt. Aus dem wenigen, was erhalten ist, ist diese Philosophie diesseitig, erkennt Götter eher als Vorstellungskraft der Menschen an. Im Gegensatz zur Stoa hat sie ein offenes Weltbild, d.h. nichts ist vorgezeichnet oder von einem Logos geleitet und den Menschen bleibt nur die gehorsame Erfüllung. Epikureer glauben auch nicht an ein Weiterleben der Seele, warum sie von den Christen ausgelöscht und bis auf wenige Fragmente vernichtet wurden. Anhänger des Epikureismus wurden verfolgt. Dieser rein diesseitigen Philosophie des Epikureismus, der als reiner Hedonismus (den Fleischeslüsten verfallen!) verunglimpft wurde und immer noch wird ist die Philosophie des Buddhismus noch am ähnlichsten. Doch für den Epikureismus dominiert nicht das Leid sondern Leiden und Freuden sind Signale der Natur, ob Handlungen gegen das Überleben gerichtet sind (Leiden, Schmerz) oder dem Überleben förderlich (Freude, gutes Gefühl).

Grüß Dich pan2412!

Unter Pantheismus sind verschieden Formen heutzutage zu verstehen, aber alle sind ohne Gott. Aber es wird vom Göttlichen gesprochen. Das Göttliche ist kein Du sondern ein ES im Sinne eines persönlich erleb,- und erfahrbaren schöpferischen Prinzips.

Falls Du Lust hast, dann lies bitte meinen öffentlich gehaltenen Vortrag , den Du in meinem Profil unter Religiosität - aber wie? findest (Link). Dort wird die Essenz des Pantheismus erklärt, wenngleich dieses Wort selbst darin so nicht vorkommt. Ich bin sicher es könnte Dir weiterhelfen.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Glaube (pantheismus) gefunden - was jetzt?

Hallo. Ich habe zur zeit einen relativ großen gewissenskonflikt. Obwohl ich atheistisch, also ohne glauben, erzogen worden bin, wusste ich schon als kind irgendwie, dass ich gläubig bin. Ich habe mich schon immer zu kirchen hingezogen gefühlt und war auch in der grundschule im reli-unterricht, ich dachte, vllt bin ich ja christin. Als ich älter wurde, merkte ich, dass die natur, besonders der wald, einen unheimlichen reiz, eine anziehungkraft, ein gefühl auf mich ausübt, dass das gar nicht zu beschreiben ist. Ich habe das gefühl, eins zu sein mit meiner umwelt, total mit der natur zu verschmelzen. Zu anfang dachte ich einfach, dass das übersteigerte naturliebe ist, aber so richtig abkaufen wollte ich mir selbst das auch nich... Letztes jahr erzählte dann unsere deutschlehrerin, dass goethe auch do ein gefühl gehabt hätte. Ich dachte, wow, das gibt es ja nicht, googelte das ganze und kam somit auf den gedanken des pantheismus. (Ps: pantheismus ist der glaube, dass gott in der natur zu finden ist, praktisch, dass gott die natur ist und somit auch der glaube, dass alles von eimem gewissen geist durchlebt ist.). Ich merkte sofort, dass das alles auf mich zutraf und es tatsächlich noch andere menschen gibt, die genauso denken! Jetzt zu meinem problem. Ich bin fast 16 und von meinem glauben (ich weiß jez seit ca 7 monaten vom pantheismus) weiß bisher nur meine beste freundin. Iwie ist es mir peinlich, davon meinen eltern oder anderen freunden zu berichten. Die könnten mich ja schon für bekloppt halten, wenn ich denen erzähle, dass ich glaube, in einem stein oder baum wäre gott zu finden. Außerdem, wie gesagt, ist ja der rest der familie auch atheistisch und ich weiß nicht, wie meine familienmitgleider darauf reagieren würden... Soll ich ihnen davon erzählen? Oder auch meinen freunden?? Lg, lea

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