Ist der neunte Planet vielleicht auch eine Sonne?

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10 Antworten

Hallo Seelsorge,

diese Frage tauchte in den letzten Tagen deutlich verhäuft in vielen unterschiedlichen Internetforen auf. Es heisst, Wissenschaftler hätten Hinweise auf einen neunten Planeten in unserem Sonnensystem gefunden, der analog zu den anderen bekannten die Sonne umläuft und gravitativ an das Planetensystem gebunden ist.

Anlass für diese Äußerung, die selbstverständlich nicht so von seriösen Wissenschaftlern getätigt wurde, sondern vielmehr von geldgeilen Medien die fette Schlagzeilen brauchten, war eine neu ausgewertete Analyse von Bahndaten verschiedener Himmelskörper im sogenannten Kuiper-Gürtel nahe der Neptunbahn.

Vorab: Um eine zweite Sonne, wird es sich hier um mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit nicht handeln! Das hätte man definitiv beobachtet, so schwach sie auch noch leuchten würde. Möglicherweise käme noch ein Brauner Zwerg, in Betracht, aber auch der besitzt zunächst zu viel Masse. Aber dazu gleich mehr. 

Ausgehend von der hierarchischen Struktur des Sonnensystems, finden wir (mehr oder weniger) im Zentrum gelegen unsere Sonne. Alleine 99,8 Prozent der Masse des Sonnensystems entfallen alleine auf sie. Nun reihen sich schematisch in gewissen Abstanden, die uns 8 bekannten großen Planeten in verschiedenen Umlaufbahnen an:

- Merkur (58 Mio. Km)

- Venus (108 Mio. Km)

- Erde (150 Mio. Km)

- Mars (228 Mio. Km)

Asteroidengürtel

- Jupiter (778 Mio. Km)

- Saturn (1430 Mio. Km)

- Uranus (2872 Mio. Km)

- Neptun (4490 Mio. Km)

Kuipergürtel

Die im Sonnensystem anzutreffenden Gürtel, bestehen in erster Linie aus eisigen Gesteinsbrocken, unterschiedlicher Größen, die hin und wieder durch einige Störmechanismen aus ihrer Bahn gebracht werden können.

2014 entdeckte man durch eine intensive Vermessung an transneptunischen Objekten im Kuipergürtel und einem anschließendem Simulationsentwurf, dass sich einige Kleinkörper die Bestandteil des Gürtels sind, zu gewissen Zeiten in einem jeweils eng begrenzten Sektor sehr nahe kommen. Problematisch dabei war, dass alleine unter der Annahme von 8 Planeten und einigen weiteren Kleinkörpern, derartige Anomalien, die sich schließlich auch in den Umlaufbahnen der Objekte manifestierten, nicht zu erklären waren! Darüber hinaus, erschien die unausweichliche Feststellung von Ungleichmäßigkeiten in den betroffenen Bahndaten äußerst merkwürdig. Die beteiligten Objekte, die sich periodisch in einem festgelegten Sektor treffen, tragen dabei die Namen:

Sedna

2012 GB174

2012 VP113 

2004 VN112

2013 RF98 und 2007 TG422

Nach ersten weiteren Analysen aus 2014, die allerdings alle wenig seriös und realitätsnah erschienen, ließ man die Annahme eines neunten Planeten unnotgedrungen wieder fallen. Vor einigen Tagen rechneten zwei Wissenschaftler aber erneut mit einem Modell, dass zumindest mit dem selben Ansatz beginnt. Sie stellten fest, dass die beobachteten Ungleichmäßigkeiten im Himmelssektor unter der Annahme eines neunten Planeten zu erklären wären. Der Link zur Originalarbeit findet sich hier:

http://iopscience.iop.org/article/10.3847/0004-6256/151/2/22/meta

Die Jungs haben sicher seriös und gut gearbeitet. Unter der Annahme eines neunten Planeten erscheinen die Anomalien als erklärbar, allerdings muss dieser neunte Planet einige Voraussetzungen mitbringen, die sich unterschiedlich in seinen Zustandsgrößen manifestieren.

Erforderlich ist eine Masse von 10 Erdmassen, eine Bahnelliptizität von e = 0,6 und ein mittlerer Abstand zur Sonne von 700 AE! Das gewaltige Ausmaß dieser Entfernung wird deutlich wenn man berücksichtigt, dass alleine der weit entfernte Neptun "nur" 30 AE Abstand von der Sonne hat.

Die Annahme eines neunten Planeten ist keineswegs neu und kam bereits 2014 schon einmal auf. Ich bin gespannt, was draus wird. Stutzig machen mich die folgenden Punkte:

- Der Planet von 10 Erdmassen könnte nach der Errechnung von Dichteprofilen in der ursprünglichen protoplanetaren Scheibe unmöglich dort entstanden sein, wo er heute ist. Wie erklärt sich also eine Migration?

--> Im sogenannten Nizza-Modell erwies sich bereits 2006 das eine Umverteilung in den damaligen Verhältnissen des Sonnensystems als sehr wahrscheinlich angenommen werden muss. Alle Gasplaneten migrierten offenbar zu verschiedenen Orten. Welche Rolle nimmt unser vermeintlicher neunter Planet dabei ein? Das muss bald geklärt werden. Habe ich hier auch noch was zu geschrieben:

http://www.spaceone.info/themen/hat-sich-das-sonnensystem-ver%C3%A4ndert/

- Bei der heutigen Art von Technologie, nicht nur in optischen Wellenlängenbereichen sondern auch im Infraroten, wäre es überaus merkwürdig, einen solchen Planeten nicht zumindest schon als Strahlungsquelle lokalisiert zu haben.

- Eine Bahnexzentrizität von 0,6 würde den Planeten bei einer Entfernung von 700 AE mit großer Wahrscheinlichkeit im Perihel erkennen lassen.

Die neuesten Entwicklungen sind interessant. Verwerfen wir die Idee dieses Planeten, müssen wir die nachgewiesenen Bahnanomalien im Kuipergürtel irgendwie erklären können. Nehmen wir seine Existenz aber als gesichert an, müssten sehr viele Dinge neu bearbeitet und überlegt werden, die sich geschichtlich/astronomisch mit dem Sonnensystem und seinen Wurzeln befassen. Momentan, stecken viele Astronomen in einer sehr schwierigen Situation, die sicher einige Nerven überstrapazieren wird. Warten wir mal ab...

Lg Nikolai

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Kommentar von Seelsorge
21.01.2016, 20:19

Endlich eine vernünftige Antwort von einem Experten

Dankeschön

4
Kommentar von Abahatchi
21.01.2016, 23:41

Vor einigen Tagen rechneten zwei Wissenschaftler aber erneut mit einem Modell, dass zumindest mit dem selben Ansatz beginnt.

Damit spricht Du etwas an, was nirgends zu erkennen ist. Warum? 

Sie berufen sich auf Beobachtungen anderer Körper im sogenannten Kuipergürtel und Computersimulationen.

Scheint ja erst einmal nicht ein Nachteil zu sein, doch sollten Batygin & Brown wissen , was es bedeutet, wenn man ein Objekt angeblich auf Grund einer Rechner basierten Arbeitsweise ermittelt. Es wird nämlich an anderer Stelle folgendes erwähnt:

Das Problem besteht darin, dass der genaue Verlauf der Planetenbahn unklar ist.

Sie hatte für die Simulationen angeblich auch Bahnresonanzen der anderen kleineren Objekte berücksichtigt, denn ohne Resonanzen würden die kleinen Objekte zwangläufig früher oder später auf den fetten Brocken stürzen. Ich sage nur Perihel, denn dort wäre ein Zusammentreffen wegen fehlender Resonanzen, die dieses Zusammentreffen verhindern, ein aus für Sedna und Co.. Wenn man angeblich Resonanzen berücksichtigt, dann weis man auch, wann er wo auf seiner Umlaufbahn sein müszte. Am Computer errechnet man so einen 9. Planeten nicht mit, könnte oder vielleicht, sondern mit klaren Prametern. Wenn ich dann aber so was lese:

Umlauf: Schätzungsweise 10.000 bis 20.000 Jahr

Wir wissen die Umlaufzeiten von den Transneptunobjekten sehr gut. Wenn da wirklich was am Computer simuliert wurde, dann ist ein so ungenauer Prameter wie 10000 bis 20000 Jahre praktisch Nonsens.

Nun, man sollte sich mal folgende Aussagen auf der Zunge bzw. im Hirn zergehen lassen:

Nachdem die Forscher einen solchen in eine Simulation des Sonnensystems eingefügt hatten, passten die seltsamen Bahnen der Objekte des äußeren Kuipergürtels hervorragend zusammen, schreiben sie im Astronomical Journal (Batygin & Brown, 2016).

Bei 10000 bis 20000 Jahren als Variablen und einem Objekt dasz folgende Masse haben soll?

Er soll laut des Teams 5000-mal massereicher sein als der Pluto.

Den netten Herren scheint nicht klar zu sein, was Sedna, der ja ein Transneptunobjekt ist, in diesem Zusammenhang deutlich macht. 

Sedna ist zwischen 76 und 955 astronomischen Einheiten von der Erde entfernt und dies bei einem Durchmesser von vermutlich gerade einmal 1000 Km. Sie hat vielleicht nur ein Zehntel der Masse von Pluto. Also deutlich kleiner als Pluto aber ähnlich weit weg, wie der superschwere 9. Planet. Stellt sich die Frage, wie man so leichte Objekte wie Sedna so weit drauszen finden konnte und einen so schweren 9. Planeten nicht. Es gibt Transneptunobjekte in den Berechnungen, die selbst nur Bruchstücke von Sedna wären und gerade so 350 Km Durchmessern haben. Leute!! Wenn man anhand von Computersimulationen incl. Resonanzen einen 9.Planeten mit 10 Erdmassen rein zaubert und er sich perfekt dort einfügt, dann weis man auf das Jahr genau die Umlaufzeit und vor allem, wo er sich jetzt befinden müszte, denn von den anderen entdeckten Transneptungobjekten wissen wir es auch. Würde es diesen errechneten 9. Planeten wirklich geben, dann hätten wir seine Position und auf alten Aufnahmen hätte man nun entsprechend abgeglichen und in schon längst bestätigt. Man hätte ihn nicht suchen müssen, wenn er Anhand von Simulationen ermittelt worden sein soll. Es sei denn, er ist schwarz. bzw. ein schwarzes Loch. 

Allein der Aspekt, dasz sie trotz angeblicher Computersimulation nicht seine jetzige (annähernde) Position kennen ist für mich ein ernstes Anzeichen für: nichts als heisze Luft,

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Wenn es eine Sonne wäre, hätten bereits unsere Vorfahren das Ding gesehen, weil Sonnen die Eigenschaft haben, zu leuchten. Planeten (und deren Monde) hingegen können nur Licht reflektieren, was auf sie eingestrahlt wurde.

Da dieser Planet (den ja noch niemand gesehen hat!) weit entfernt von der Sonne (Lichtquelle!) seine Bahn zieht, ist seine Reflexion extrem gering (und daher hat man ihn bisher auch noch nicht gesehen).

Ein Vergleich: in einer einsamen Gegend steht ein Haus, es ist Nacht, und das Haus ist beleuchtet. Sonst gibt es keine Lichtquelle. Zwei Einbrecher schleichen um das Haus herum, einer in einem kurzen Abstand, der andere in einem weiten Abstand. Welcher von beiden wird nun eher gesehen?

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Wenn es eine Sonne, also ein Stern wäre, dann würde dieser in irgendeiner Form Strahlung abgeben und wäre so längst entdeckt worden.

Außerdem ist die Masse des vermuteten Objektes für einen Stern viel zu gering.

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Ich hab das auch gelesen.

Wieso denkst Du, dass die Wissenschaftler unrecht haben könnten? 

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Kommentar von Seelsorge
21.01.2016, 19:09

Wieso denke ich dass die Wissenschaftler unrecht haben könnten?

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lass dich nicht veräppeln. Das was wie ein Planet aussieht ist nur ein Raumschiff

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Kommentar von Seelsorge
21.01.2016, 19:08

Hihi der ist gut

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Wann raffen es die Leute denn endlich  mal. Man darf nicht  andere Sterne als Sonne betiteln.

Der Begriff "Sonne" ist keine Definition einer Sternklasse sondern ein Name, den wir dem Stern im Sonnensystem gegeben haben. 

Damit  sagt man nicht  unser Stern ist eine Sonne , sondern unser Stern "Sonne" ist ein durchschnittlicher Stern im Universum.

Anderes Beispiel. Es gibt den Stern Wega. Können wir deswegen alle anderen Sterne  Wega nennen ?

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Eine Sonne... dir wir bis jetzt nicht entdeckt haben, und die keinen Einfluss auf die Umlaufbahnen aller Planeten hat ?!
Soll die Frage wirklich ernst gemeint sein ?

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Schau mal bitte den Unterschied zwischen einem Stern und einem Planeten an. Einen hell strahlenden Stern quasi vor der Haustür hätte man wohl schon entdeckt

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Dann mußt Du mal definieren was für Dich eine Sonne sein soll.

Mit "Sonne" bezeichnen wir den Fixstern, der das Zentrum unseres Sonnensystems ist. Wenn der 9te Planet um diese Sonne kreist, dann kann er ja wohl kein Fistern sein, denn geanu das ist die Definition eines Planeten.

Also handelt es sich bei deiner Frage um eine reine Sprachverwirrung.

Astronomisch ist ganz klar, was ein Fixstern und was ein Planet ist. Kein Körper kann beides sein.

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ud noch eins:

Wie kommst Du auf EIS-Planet ?

Heute noch rätseln Wissenschaftler, ob es Eis auf dem Mars gibt, dem uns am nächsten liegenden Planeten.

Diesen 9ten habe sie bislang nur theoretisch errechnet. Wie kann jemand sich dazu versteigen jetzt schon wissen zu wollen, daß er EIS trägt ?

Ich glaube Du versteigst Dich zu schnell in Para-wissenschaftliche Spekulationen. Lieber erst mal das Hirn benutzen.

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