Ist der Mensch von Geburt an "schlecht"?

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Das Ergebnis besteht aus 15 Abstimmungen

Nein 53%
Schwer zu beantworten 33%
Ja 13%
teilweise 0%

17 Antworten

Nein

Bei einer solchen Frage wird mir schlecht!

Und Du bist sicher, Dein Lehrer lehrt Philosphie? Weißt Du, wie der sein Referendariat bestanden hat und warum?

Scherz beiseite: Mensch ist von Geburt an Mensch - Irgendwannmal hat er angefangen zu denken.

Dann hat er die Moral erfunden: Unterscheiden in gut und schlecht.

Aber den Ursprung: Was nützt und was schadet uns als menschliche Spezies? - ... den hat er vergessen...

...und nun halten viele Menschen Dinge für schlecht, die gut sind (bspw. Sex) und Dinge für schlecht, die eigentlich gut sind (bspw. Atheismus - ich bin übrigens Buddhist)

Vielleicht meint Dein PHilo-Lehre einfach nur. Der Mensch ist eine Fehlkonstruktion der Natur - ein missglücktes Experiment! Nicht schlecht, einfach nur ein kleiner Schritt in Richtung der Entwicklung einer höhren Spezies - DAnn hätte er recht.... - Frag* ihn doch mal!:)

Nein

Das hängt von dem eigenen Menschenbild ab.

Mir ist wichtig, dass Gott den Menschen erschaffen hat und Gott sah, "dass es gut war". 

Schwer zu beantworten

Hallo!

Ich würde sagen, dass keiner von beiden - weder dein Lehrer noch Jean-Jacques Rousseau - im Recht liegt! 

Beide haben absolut subjektive Behauptungen in den Raum geworfen... ich vertrete die Ansicht, dass man das individuell je nach EInzelfall bewerten muss, deswegen tue ich mich auch so schwer - gerade in der Pädagogik - uralte Thesen generell für richtig zu erachten.

Nein

Dein Lehrer steht in der Erklärungspflicht. 

Rousseau wird seine Erklärung schon geliefert haben. Bis dein Lehrer es dir schlüssig aufgezeigt hat, weshalb der Mensch schlecht auf die Welt kommt, würde ich auf Rousseau vertrauen.

Nein

Behauptungen der Mensch sei "schlecht" und müsse irgendwie "besser" gemacht werden, sind Grundlage der meisten Religionen.

Die Christen nennen es "Erbsünde", für östliche Religionen ist es "schlechtes Karma" und der Weg zur "Besserung" führt natürlich über die jeweils von der religiösen Institution angebotene Heilslehre.

Heutzutage greifen auch Lebenshilfe-Seminare auf dem Esoterik-Markt auf solche Vorstellungen zurück.

Ein Mensch ist nach meiner Ansicht keineswegs von Grund auf schlecht - vielmehr hat er grundsätzlich das Potential, sich in viele verschiedene Richtungen zu entwickeln.

Geprägt wird er dabei durch seine Erziehung, die Gesellschaft in der er aufwächst und seine persönlichen Erfahrungen.

Erst diese Prägungen führen dazu, dass der Mensch sich in eine bestimmte Richtung bewegt, die entweder von der Gesellschaft akzeptiert und als "gutes Verhalten" beurteilt, oder eben nicht akzeptiert und deshalb als "böse" angesehen wird.

In einer anderen Gesellschaft würde das gleiche Verhalten womöglich gänzlich anders bewertet werden.

Praktisch jeder Mensch verfügt beispielsweise über Aggressionen und einen Sexualtrieb. Dennoch ist der Umgang mit beidem nicht von vornherein festgelegt, sondern von vielen Faktoren abhängig.

Ob bei Straftätern möglicherweise genetische Dispositionen, oder Erkrankungen vorliegen, darüber wird offenbar noch gestritten.

Grundsätzlich halte ich also pauschale Aussagen, wie eben beispielsweise der Mensch sei "gut" bzw. "böse" für falsch.

Guten Abend,
dein Philosophie-Lehrer scheint bezüglich des Naturzustandes des Menschen Thomas Hobbes Überzeugung zu teilen ("Homo homini lupus"). Um deine Frage beantworten zu können, kann im Folgenden von der Anlage-Umwelt Theorie ausgegangen werden. Das bedeutet, dass der Mensch einerseits eine genetische Disposition hat, andererseits aber auch die äußeren Umstände, vereinfacht gesagt, eine mitformende Funktion haben. Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch von Geburt an schlecht sei, müsste demnach die genetische Disposition, also die Anlage, "schlecht" sein. Je nach Weltanschauung kann dies auch karmisch (skrt. Handlung, Tat) begründet werden. Dies macht jedoch keinen Sinn. Wenn man überhaupt davon ausgeht, dass einzelne Individuen eine im Vergleich zu anderen "schlechtere" genetische Disposition aufweisen, kann dies aus humanistischer Sicht nur karmisch begründet sein. Eine generalisierte Sichtweise und Überzeugung, dass der Mensch von Natur aus schlecht sei, halte ich deshalb für falsch. Damit wäre die These deines Philosophie-Lehrers, zumindest aus meiner Sicht, einfeutig zu falsifizieren.
Namasté und schönes Wochenende!

Schwer zu beantworten

Es gibt schon Menschen bei denen Gendefekte oder Hirnstörungen vorhanden sind welche zu keinerlei Mitleid und menschliche Konfliktlösungen sie befähigen

Kommt noch dazu ein kaputtes oder extrem strenges Elternhaus.dann eskaliert die Situation des Betroffenen..

Schwer zu beantworten

"schlecht" ist wie so vieles auf dieser welt reine definitions sache und sehr schwer zu definieren. meiner meinung nach hat es ähnichkeiten mit der definition von richtig oder falsch. wie es schon in der bibel lautet "jeder ist sich selbst der nächste" ist es wenn man sich kurz zeit nimmt und darüber nachdenkt wirklich! der großteil der menschen strebt nach SEINEN zielen und vernachlässigen dabei die bedürfe und gefühle anderer. ist das jetzt schlecht? wenn man es ließt könne man denken : "ja sicher". aber dann sollte man sein eigenes leben betrachten und sich überlegen was tue ich denn für andere? bin ich SCHLECHT zu meinen mitmenschen? definitiv ja und nein da man ohne erfolgserlebnisse (die von erreichten zielen abhängen) nicht glücklich sein kann. über dieses thema könnte man noch stundenlang reden aber ich hoffe du konntest mit meiner antwort etwas anfangen.

Ja

Man kann eine solche Frage nur dann sinnvoll beantworten, wenn von vornherein feststeht, was "gut" und "schlecht" bedeutet. Dies wird jedoch in dieser Frage vorausgesetzt. Also muss es einen Maßstab dafür bereits geben. Und diesen Maßstab gibt es in der Tat.

Der Mensch im Paradies, der stellvertretend für die Menschheit steht (Adam), hat den Bund gebrochen, den Gott mit ihm eingegangen ist. Insofern ist der Mensch "gefallen", also aus diesem Bund herausgefallen. Seine Richtung hat sich somit geändert. Er ist von Natur aus, also auch schon von Geburt an, auf sich selbst gerichtet.

Dieses Eingekrümmtsein in sich selbst ist es, was uns "von Natur" aus schlecht macht. Schlecht bedeutet hier: Nicht so, wie Gott ihn haben will. Wir können den Begriff "schlecht" in diesem Zusammenhang nur so gebrauchen. Die Zustandsbeschreibung "schlecht" übergreift uns; nicht wir selbst verurteilen uns hier, sondern Gott. Er sagt etwas über uns aus.

Der Begriff "Erbsünde" ist irreführend. Hier wird nichts vererbt. Es ist dies eine materialistische Vorstellung, und leider sind ihr viele Christen gefolgt. Man meint, das "Schlechtsein" liegt irgendwie in den Genen. So ist das aber nicht. Wir sind aus dem Bund Gottes gefallen und insofern "schlecht". Wir können nicht mehr "gut" sein/werden im Sinn Gottes. Mit einer Ausnahme: Jesus Christus. Durch Anteilnahme an seinem Opfer (Glaube an Jesus Christus) kann man Anteil an der ursprünglichen Güte erhalten, aber sie ist forensisch, nicht intrinsisch.

Was heißt das? Durch die Teilhabe an Christus spricht uns Gott gerecht im Jüngsten Gericht. Nicht weil wir etwas Gutes getan hätten oder irgendwie gut sind, sondern weil Gott es so vorgesehen hat. Wer an seinen Sohn glaubt, den spricht er im Jüngsten Gericht gerecht.

Daher könnte man sagen: Ja, der Mensch ist vom Wesen her in Bezug auf seinen Schöpfer gefallen, also "schlecht".

Das musst du für dich selber entscheiden. Viele Fragen drehen sich um das Thema. Hast du ein kleines Baby oder Kind schon mal etwas böswillig tun sehen? Selbst wenn sie anfangen Sachen runter zu werfen, tun sie es nur, weil sie dann bemerken, dass ihre Handlung etwas auslösen kann und sie werden sich ihrer Handlung bewusst.
Natürlich gibt es auch Kinder, die andere hauen, abee dann entweder, weil sie austesten wollen, was das auslöst, oder weil sie es sich irgendwo abgeguckt haben....

Nein

Man, was liebe ich solche Fragen, bei denen man richtig nachdenken muss! Nein, ein Mensch ist nicht von Geburt aus schlecht. Ein Baby kann noch nicht eigenständig denken, es sieht, was die anderen Machen und macht es nach. Es drückt Knöpfe, es isst, es lernt zu sprechen, zu laufen, zu reden. Wenn ein Kind wächst, wird es von seinem Umfäld geprägt. Zunächst die Eltern und dann, mit zunehmendem Alter von den Freunden. Hat das Kind eine ehrliche Familie und ehrliche Freunde, die sich kümmern und sich gegenseitig respektieren und lieben und die vermitteln, dass Ehrlichkeit, Nächstenliebe und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen wichtig ist, wird es ein guter Mensch.

Hier wiederum muss ich sagen, dass es Definitionssache von "Gut" und "Schlecht" ist. Das musst du für dich entscheiden.

LG sweety

Kommentar von vonHayek
13.05.2016, 21:01

Der Mensch ist böse.

1
Kommentar von Ael1212
13.05.2016, 21:10

Alfred Adlers Individualpsychologie würde sehr gut zu deinen Argumenten passen (wenn du dich mal näher damitbeschäftigen willst ;) ).

1
Nein

Der Mensch wird nicht schlecht geboren, sondern er wird zum schlechtem Lebewesen gemacht.

Kommentar von Xpomul
14.05.2016, 07:00

Wenn dem so ist, wie kann er von Wesen schlecht gemacht werden, die selbst nicht schlecht zur Welt gekommen sind? Durch Umwelteinflüsse jedenfalls nicht, denn die können keine moralischen Eigenschaften haben. Der Mensch kommt nicht schlecht zur Welt, da hast Du recht. Aber er wird auf jeden Fall schlecht werden, weil er mit einer egoistischen Disposition zur Welt kommt, nämlich mit der, sein eigener Gott zu sein.

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Schwer zu beantworten

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, denn dazu gibt es sehr viele unterscheidliche Antworten. Wie du schon gesagt hast, meint Rousseau, dass der Mensch von Naur aus gut sei (und erst der Umgang der Menschen untereinander, in dem Konflikte entstehen, ihn schlecht macht).

Hobbes aber (siehe dein Profil ;) ) war zB. der Meinung, dass der Mensch von Natur aus schlecht sei. Das nannte er Homo homini lupus ("Der Mensch ist des Menschen Wolf"), also, dass die Menschen so auch im Umgang miteinander schlecht und gewalttätig sind und durch einen Gesellschaftsvertrag, der in einen Staat führt, vor sich selbst geschützt werden müsse.

Freud hat diese These z.B. auch noch ausgebaut und war der Überzeugung der Mensch habe einen Selbstzerstörungstrieb/Todestrieb, der unterbewusst in ihm schlummere und ihm angeboren sei (das Unterbewusste spielte für Freude eine sehr große Rolle (siehe Eisbergmodell)).

Auch ein anderer Philosoph (habe leider den Namen vergessen) meint, dass ein Selbsterhaltungstrieb in der Natur rein evolutionär schon gegeben und wichtig sei, aber erst in der kulturell geprägten Gesellschaft der Menschen entartet und dass so Aggressionen entstünden.

Andere wiederum sind der Meinung, dass Agressionen (also "das Böse") zB. durch die Nichtbefriedigung von Bedürfnissen entstünden, oder, dass Menschen diese praktisch von ihren Mitmenschen durch Abschauen oder Nachahmen erlernen.

Ich persönlich habe mir dazu auch noch keine Meinung gebildet, dazu ist die Masse an möglichen antworten einfach zu groß.

Ich hoffe ich konnte dir helfen

Kommentar von vonHayek
13.05.2016, 21:18

Nicht differenziert genug!

1
Nein

Das ist vielmehr eine Überzeugungsfrage. Wieso sollte ein kleines Baby schon schlecht zur Welt gekommen sein, wenn du mit schlecht schlechte Charakterzüge meinst.

Ich denke eher dass wir so gemacht werden auf Dauer. Man muss sich bloß fragen was mit einem passiert ab der Geburt bis zur "Volljährigkeit". Wir werden therapiert um zu funktionieren auf dieser Erde da kann schon das eine oder andere abhanden kommen.

Kommentar von Xpomul
14.05.2016, 06:58

Ich stimme zu, aber nur teilweise: Man kommt nicht als kleines Baby schon schlecht zur welt. Aber als gefallene Geschöpfe (hinweg mit dem Evolutionsunsinn!) haben wir die Disposition des Egoismus. Er wird sich auf jeden Fall zeigen, früher oder später. Und dieser Egoismus wird das Schlechte in uns zeitigen. Leider.

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Dein Philolehrer ist schlecht. Möglicherweise seit seiner Geburt.

Ja

Der Mensch ist gierig und schlecht. Dein philo Lehrer SSierts hatte absolut Recht! Rousseaus Meinung ist falsch. Nur dass er das Gegenteil behuptet, macht es noch nicht richtig.

Deine Frage ist im übrigen ungenau, falsch,?, knapp 8 Punkte wwert.

Kommentar von TomasHobbes
13.05.2016, 21:09

Wie kann eine Frage falsch sein?

1
Schwer zu beantworten

"Schlecht" ist relativ. Liegt also im Auge des Betrachters.

Kommentar von Xpomul
14.05.2016, 07:01

Deine Meinung ist also weder gut noch schlecht? Die Morde des Breivik könnten also – gut gewesen sein? Das glaubst Du doch selbst nicht.

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Kommentar von TimonPasslick
14.05.2016, 09:38

Aus Breviks Sicht schon, falls dieser Mörder psychopathische Freunde hatte, dann aus ihrer Sicht auch. Sie mögen von sich selbst eventuell gesagt haben, dass sie schlecht sind, aber für sie hatte die auf den Charakter bezogene Bedeutung von schlecht die Bedeutung gut. Xpomul, ich sympathisiere mit keinem Mörder, also auch nicht mit dem Mörder, den du mir nanntest. Aber es geht in der Philosophie darum, Fragen objektiv zu betrachten und zu erforschen, sodass man sie beantworten kann, ohne dass eine subjektive Meinung im Spiel ist. Oder bin ich falsch informiert? Dann tut es mir leid, ich philosophiere noch nicht sehr lange.

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