Ist der Komunismus eurer Ansicht nach in der Theorie eine Utopie?

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Das Ergebnis basiert auf 22 Abstimmungen

Ja 73%
Nein 14%
Keine Utopie aber ich könnte damit leben 9%
Andere Antwort 5%
Ich bin mir nicht sicher 0%
Proletarier aller Länder vereinigt euch 0%

5 Antworten

Andere Antwort

Man kann kein stabiles Haus mit brökeligen Ziegelsteinen aufbauen. Genausoist ist es mit der Gesellschaft. Die Gesellschaft kann nur so gut sein wie ihre Bestandteile. Egoismus, Profit usw. sind da die falsche Antriebsfeder. Es gehört eine höhere Einsicht dazu, dass nur wenn Jeder das optimale für eine Gesellschaft leistet es unter dem Strich für Alle besser ist. Okonomisch, ökologisch und humanistisch!

Zur Zeit ist der Kommunismus daher leider eine Utopie. Es muss aber nicht bis in alle Ewigkeit so bleiben (falls die Menschheit sich nicht zuvor selbst vernichtet). Bei einer allmählichen evolutionären geistigen Entwicklung der gesamten Menschheit kann ich mir auch eine bessere Welt vorstellen. Technischer Fortschritt und geistiger Fortschritt müssen Hand in Hand gehen, sonst werden doe Werkzeuge des technischen Fortschrittes immer wieder mißbraucht.

Ja

Das Problem mit dem Kommunismus ist, daß es lauter ideale Menschen braucht um ihn zu realisieren. Und das zu erwarten oder erreichen zu wollen, ist naiv.

Der Kapitalismus dagegen setzt darauf, dass den Leuten das eigene Hemd am nächsten sitzt, sie dadurch zu Leistung angetrieben werden und dadurch einen Strom von Aktivität erzeugen, der andere mitreißt und somit alle davon profitieren wenn auch im unterschiedlichen Maße.

Ich meide dabei ganz bewusst den sonst hierbei verwendeten Begriff der Gier.

Ja

Jein. Die Utopie wäre für mich wohl Anarchokommunismus. Allerdings wäre das in voraussehbarer Zukunft wohl unmöglich. Aber Kommunismus auf Staatsebene wäre meine persönliche einigermassen realistische Utopie.

Woher ich das weiß:Beruf – Der Kapitalismus bringt in erster Linie Unfreiheit
Ja

Klar ist das eine Utopie, die Vorstellung einer besseren Welt. Strebe ich allerdings nicht an.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Post-Linker Anti-Ziv Anarchist, lese mir gerne Wissen an.
Strebe ich allerdings nicht an.

Inwiefern? Der einzige Unterschied ist, dass du keinen Staat befürwortest.

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@Rakey269

Nein. Kommunistische Bewegungen vertreten einen für mich zu starken Kollektivismus, meiner Meinung nach muss das Kollektiv dem Individuum dienen, und nicht umgekehrt. Das heißt, dass keine Organisation über Individuen steht, der sich angeschlossen werden muss, sondern dass Individuen sich ihren Bedürfnissen nach zusammenschließen sollten, und diesen Zusammenschluss dann, sind die Bedürfnisse erfüllt, wieder auflösen sollten. Im Gegensatz zu kommunistischen Bewegungen wird da nicht für die jeweilige Partei/Organisation angeworben, und es wird auch nicht gefordert, sich für die Revolution zu opfern.

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Ja

Da gab es ja Parolen wie:

Jeder nach seinen Fähgkeiten und jeder nach seinen Bedürfnissen.

Problem dabei ist:

  • Bedürfnisse lassen sich ins Unermessliche steigern
  • Fähigkeiten nicht

Schon deshalb kann es nicht funktionieren.

Ja. Künstliche Bedürfnisse, Bedürfnisse die dem Menschen z.B. von der kapitalistischen Konsumgesellschaft "eingeflößt" werden, z.B. durch Werbung und andere gesellschaftliche Werte.

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@Akaitori

Nicht nur, dem Menschen ist es oft zu eigen, dass dieser gern materielle Dinge begehrt. Da spielt die Gesellschaftsordnung eine untergeordnete Rolle.

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@GuenterLeipzig

Wirklich? Nein, ist es nicht. Es gab nicht nur unsere Zivilisation, und es gibt Menschen, die auch nicht zivilisatorisch Leben. Gewiss gibt es mehrere zivilisierte Gesellschaften und auch nicht-zivilisierte Gesellschaften, in denen das Begehren nach mehr und mehr existiert(e), wirklich aufblasen tut es aber der Kapitalismus mit seinen Propagandamaschinen, und die Werte unserer Gesellschaft, die so geprägt werden.

Der Mensch hat keine ihm eigene Natur (höchstens Charaktereigenschaften, jemand wird schnell wütend etc.), sondern bekommt seine Werte und auch seinen Willen aus dem, was ihm passiert, sprich der Gesellschaft und den Kulturen, Anti- und Subkulturen denen er begegnet.

Und auch wenn der Mensch immer mehr und mehr will, können dies auch nicht-materielle Dinge sein.

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@Akaitori

Gehen wir zurück in den Urschleim der Geschichte. Mit der Spezialisierung einzelner Menschen auf bestimmte arbeitsteilige Tätigkeiten wurden Tauschgeschäfte unabdingbar, wenn man überleben wollte.

Insofern versucht jeder so gut es geht Dinge und/oder Dienstleistungen anzubieten und zu begehren.

Wenn jemand alles alleine bewerkstelligen wollte, dürfte das nur im Ausnahmefall gelingen.

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@GuenterLeipzig
  • Gehen wir zurück in den Urschleim der Geschichte. Mit der Spezialisierung einzelner Menschen auf bestimmte arbeitsteilige Tätigkeiten wurden Tauschgeschäfte unabdingbar, wenn man überleben wollte.

Falsch. Es gibt zahlreiche Beispiele "primitiver" Gesellschaften, die sich einer komplett anders strukturierten Ökonomie bedienten. Die Auffassung, dass der Kapitalismus in der Natur des Menschen liege, ist leider Adam Smith zu verdanken, dessen Beispiel des Tauschdorfes du gerade aufgegriffen hast.

Dieses stimmt aber mit historischen Realitäten wohl nicht überein.
( http://www.joerglipinski.de/blog/immer-noch-hochaktuell-der-mythos-von-der-tauschwirtschaft/ , habe jetzt auf die Schnelle nichts besseres gefunden [es ist recht früh], nsonsten gerne bei David Graeber's "Schulden: Die ersten 5000 Jahre" vorbeischauen)

  • Insofern versucht jeder so gut es geht Dinge und/oder Dienstleistungen anzubieten und zu begehren.

Ob das jetzt richtig ist oder falsch sei mal dahingestellt, aber was hat das mit Konsumfetischismus zu tun? Nochmal, wir begehren nicht "einfach so" immer mehr. Ich weiß nicht ob du mal Kind warst, aber bevor ich wusste wie Geld funktioniert, habe ich nicht automatisch versucht anderen Kindern etwas abzukaufen oder nur im Gegenzug für eine Dienstleistung etwas anzubieten, man hat geteilt und sich zusammen gefreut. Ich bin auf Bäume geklettert und habe zusammen mit anderen Kirschen gepflückt und geteilt, statt den Baum für mich zu deklarieren und die Früchte für Geld zu verticken (das ist das Konzept von Privateigentum, noch toller wird's wenn du dann die anderen Kinder im Gegenzug für ein paar Kirschen dazu anstellst, sie dir vom Baum zu pflücken, damit du sie dann verkaufen kannst).

  • Wenn jemand alles alleine bewerkstelligen wollte, dürfte das nur im Ausnahmefall gelingen.

Nochmal, auch in Gruppen mit Arbeitsteilung wurde nicht (immer) kapitalistisch gehandelt.

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@Akaitori

Warum wohl hat das in den Ländern wo mn einen solchen Weg zu beschreiten versuchte, das am Ende des Tages nicht geklappt?

Ich habe Jahrzehnte in der DDR gelebt und kann aus eigenem Erleben nicht bestätigen, dass das Modell - alles ist Volkseigentum - eben nicht funktioniert.

Es steht also der Praxisbeweis gegen theoretische Abhandlungen.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, im wieweit wir in Strukturen wie in der Steinzeit zurückfallen wollen.

Jedem also seine Meinung.

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@GuenterLeipzig
  • Warum wohl hat das in den Ländern wo mn einen solchen Weg zu beschreiten versuchte, das am Ende des Tages nicht geklappt?

Weil's wohl der falsche Weg war, und eine sowohl politisch als auch ökonomisch egalitäre Gesellschaft mit einem Umweg über den Staat als Machtapparat wohl der falsche Weg ist, da, wenn einigen Personen totale Kontrolle in die Hand gegeben wird, jene diese wohl schwerlich wieder aus der Hand geben werden wollen, oder das Zepter zumindestens jemandem, der ihnen zu Gunsten ist, weiterreichen wollen.

  • Ich habe Jahrzehnte in der DDR gelebt und kann aus eigenem Erleben nicht bestätigen, dass das Modell - alles ist Volkseigentum - eben nicht funktioniert.

In der DDR wohl eher: Alles ist Staatseigentum, aka alles gehört den Parteibonzen. Ich hab selbst nicht in der DDR gelebt, dazu bin ich zu jung, aber die Politik der SED erscheint mir rückblickend nicht einmal sozialistisch.

  • Es steht also der Praxisbeweis gegen theoretische Abhandlungen.

Ja, wenn du annimmst, dass DDR = sozialistisch ist und ich Sozialismus will.

  • Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, im wieweit wir in Strukturen wie in der Steinzeit zurückfallen wollen.

Steinzeit? Zurückfallen? Geschichte verläuft nicht linear, es gab verschiedene Zivilisationen an verschiedenen Orten, auch heute gibt es noch Menschen, die als Jäger und Sammler leben oder andere Gesellschaftsstrukturen aufweisen. Und es war und ist ja auch nicht alles Friede Freude Eierkuchen.
Ich würde da eher neue, von den Individuen eigenständig für sich selbst entwickelte Lebenskonzepte vorschlagen, aber dass es dazu kommen wird, ist mehr als unwahrscheinlich - den Untergang der Zivilisationen werde ich wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr erleben, wenn auch einige Katastrophen, die durch die zivilisatorische Lebensweise und dem Kapitalismus entstanden sind.

  • Jedem also seine Meinung.

Da stimme ich nicht zu. Obwohl ich nicht will, werde ich dazu gezwungen, mein Leben in die Hand von verschiedenen Institutionen zu legen, und ich kann mein eigenes leben nur entlang ihrer Richtlinien gestalten, will ich keine Konsequenzen fürchten, ich bin dazu gezwungen, einer mit großer Wahrscheinlichkeit mir entfremdeten Arbeit nachzugehen will ich würdig leben (wenn auch wahrscheinlich in 30 Jahren nicht mehr, naja, kommt drauf an) uswusf...
Mein Leben liegt nicht allein in meiner Hand, ich kann die Farbe der Wand bestimmen, aber nicht, dass ich sie streichen muss.
Das tun Meinungen, die den Status quo oder gar faschistische Bewegungen, aber auch kommunistische Bewegungen unterstützen, mir an. Natürlich sehe ich diese Meinungen dann als mich unterdrückend an.

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