Ist der Job eines Ingenieurs ein Bürojob?

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6 Antworten

Das kommt ganz drauf an. Ingenieure werden ja sehr vielfältig eingesetzt.

Ein Konstrukteur oder Berechnungsingenieur sitzt meistens im Büro. Ein Produktionsingenieur auch. 

Planungsingenieure oder Anwendungsingenieure haben oft sowohl im Außendienst, als auch im Innendienst zu tun.

Vertriebsingenieure gibt es sowohl im Außen, wie auch im Innendienst. Genau so Sicherheitsingenieure.

Als TÜV-Prüfer sitzt Du eher selten im Büro.

Inbetriebnahmeingenieure sind teilweise Weltweit unterwegs und eher selten im Büro.

Bauingenieure gibt es auf der Baustelle, aber auch im Büro. 

usw. usw.

Vielen vielen lieben Dank! Sehr hilf

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Hängt vom Einsatzfeld und der Spezifikation ab. Sicherlich sind Ingenieure auch mal vor Ort da und begutachten ein Objekt oder Grundstück. Auch die NASA beschäftigt Ingenieure, die gut und gerne mal bei einer Weltraummission unterwegs oder auf der ISS sind.

Vielen Dank- verdient die hilfreichste Antwort

Lg

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Die Ingenieure, welche nur im Büro arbeiten, sind die schlechtesten. Sie neigen dazu zu denken, dass ihr ,,Weltbild" richtig sei; verlieren Kontakt mit der Praxis und deshalb sind ihre Entwürfe und Entscheidungen zunehmend weltfremd.

Es gibt natürlich Ausnahmen auf diese allgemeine Feststellung.

Das ist so nur bedingt korrekt. Der Ingenieursberuf umfasst mehr als nur Konstruktion. Neben den Bauings die sowieso die meiste Zeit unterwegs sind, fängt irgendwo bei der Grundidee an geht über Systementwicklung hin zur Hard und Software. In dieser Kette ist es nicht möglich, dass jeder mal am Feldversuch teil nimmt, dennoch werden durch X Prüfstände und Simulationen die funktionsweisen sichergestellt und damit beschäftigt sich nahezu jeder. Diese können dann wahlweise am eigenen Platz oder bei größeren Systemen in speziellen Räumen stattfinden. Dennoch wird jemand der sich eher auf Software Engineering (da gehört weitausmehr als nur software schreiben dazu) konzentriert weniger im Feld sein als jemand der Systeme testet und entwickelt.

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@SeherHorsti2

Das ist so nur bedingt korrekt

Danke für die gute Ergänzung! Aber hast Du nicht gesehen, was ich geschrieben habe:

Es gibt natürlich Ausnahmen auf diese allgemeine Feststellung.

Und dein Beispiel ist so eine Ausnahme.

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@SeherHorsti2

Meine Feststellung wird insoweit unterstützt, dass es kaum eine Ingenieurdisziplin gibt, wo die Fehlerquote so gross ist als Software-Engineering. Wenn Bau-Ingenieure so gründlich arbeiten würden als Software-Entwickler, würden die Häuser reihenweise einstürzen. Aber ein Bau-Ingenieur kann seine Werke auch nicht wöchentlich mit ,,Updates" flicken und bei diesen Flickarbeiten wieder andere Fehler einbauen.

Andererseits weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das von Dir beschriebene Prüf-- und Simulationsverfahren die meisten ,,Bugs" vermeiden kann. Ich war selbst jahrelang an solchen Prüf-- und Abnahmeverfahren beteiligt, aber: Ich bin immer auch auf Inbetriebsetzungen gegangen, weil die vom Kunden abgegebene Spezifikation sehr oft nicht mit den Anforderungen des Verfahrens übereinstimmt.

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@ulrich1919

Ich klassifiziere das halt weniger als Ausnahme, da es halt doch ein nicht zu unterschätzender Anteil ist. Ich habe während des Studiums durchaus in vielen verschiedenen Bereichen gearbeitet und dadurch sowie durch meine jetzige Tätigkeit halt recht viel gesehen. Der Großteil davon war fast ausschließlich am Büroplatz da Messmittel und Co hier zur Verfügung standen.

Der Überblick erstreckt sich dabei über drei Unternehmen der Automobilindustrie in unterschiedlichen Entwicklungsbereichen.

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@ulrich1919

Das möchte ich so nicht unterschreiben.

Es stimmt, dass Software eine Schwachstelle darstellen kann, insbesondere durch Outsourcing und schlechter Kontrolle. Ich erlebe es tagtäglich, wie manch menschlicher Compiler sich keine Gedanken über das macht, was er machen soll.

Dennoch kommen Bugs auch oft durch zu ungenaue oder schlecht ausgelegte Systeme oder eine störanfällige Hardware. Das sind aber oft auch Fehler die in der Entwicklung gemacht werden.

Das Beispiel des Softwareing. habe ich nur gewählt, da es mir zuerst einfiel. Auch Berechnungsing., Simulationsings oder Qualitätsing. verlassen ihr Büro nicht all zu oft.

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@SeherHorsti2

Qualitätsing. verlassen ihr Büro nicht all zu oft.

Das ist GENAU, was ich diese Klasse der Ingenieure vorwerfe. Sie achten nur auf formale Abläufe, aber haben von der materiellen Qualität zu wenig Ahnung.  Im Anlagenbau achten die Qualitäts-Ingenieure darauf, dass die Norm ISO9000 eingehalten wird aber haben keine Ahnung, warum auf den Baustellen so viel schief lauft. Sie verstehen nicht, dass ,,prüfen" nicht heißt: Abklären, was gut ist sondern bewusst: Fehler suchen; und zwar gravierende Fehler.

Gerade meine Erfahrung mit Qualitätsingenieuren unterstreichen meine These voll und ganz!! 

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@ulrich1919

Das ist ja prinzipiell richtig, jedoch liegt ja auch die Aufgabe der Qualitätsings. nicht nur darin die Qualität des Produktes sicherzustellen (überprüfen der Teststrategie, Einhaltung der Sicherheitsmetriken etc), sondern insbesondere das Normen und Prozesse befolgt werden. 

Für meinen Bereich wäre das halt die ISO11992-2 ggf. Noch ISO 26262 in der aktuellsten Fassung. Ob das immer alles Sinn macht, mag ich auch zu bezweifeln, dennoch halte ich es auch nicht für falsch, wenn jemand noch mal ohne tiefes Verständnis für das Endresultat darauf guckt und den Prozess beobachtet und es dann abnimmt. Entweder durch korrekte Prozesse oder durch vernünftige Argumentation. Beides ist ja meist möglich.

Es gibt natürlich auch Qualitätsprozesse die eben solche Fehler finden, herausfinden wie mein sie vermeidet und ggf. Den Prozess verbessert. Siehe 6 sigma und lean

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@SeherHorsti2

Danke für die ausführliche Stellungnahme. Ich gehe davon aus, dass viele Ingenieure in der Wirtschaft tätig sind und mithelfen, Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Die erste Anforderungen des Kunden sind, dass diese Produkte und Dienstleistungen einwandfrei funktionieren und seine Spezifikation erfüllen (in dieser Reihenfolge). Für bestimmte Produkte (z.B. Medikamente) kommt noch die Erfüllung der Abläufe gemäss ISO-Spezifikation zwingend dazu. Im Anlagenbau hat die ISO-Zertifizierung aber wenig zur Erhöhung der materiellen Qualität beigetragen; deshalb wird diese von den Kunden nicht immer  verlangt.

Beispiel eines versagenden Qualitäts-Ingenieurs im Anlagenbau: Auf jeder technischen Zeichnung muss es drei Unterschriften geben: Erstellt, Geprüft, Freigegeben. Ich habe verlangt, dass in den internen Vorschriften erwähnt wird, dass "erstellt" und "geprüft" nicht vom selben Techniker unterschrieben werden kann, weil seine eigene Arbeit prüfen in der Regel nicht funktioniert. Der QM-Ingenieur hat diese Anregung nicht durchgeführt, weil diese Anforderung in ISO9000 nicht vorkommt!
  Bürokratie pur, ohne Kenntnisse der technischen Praxis.

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@ulrich1919

Natürlich gibt es diese Fallbeispiele und schlechte Ingenieure gibt es auch in allen Bereichen. Ich habe auch zum Teil mit unseren Externen sowie indischen Kollegen zu kämpfen, da sie halt anders an diese Sache herangehen bzw. auch Sache gar nicht richtig verstanden haben.

Dazu kommt, das ich durch mein recht junges Alter manch eingesessenem Ingenieur auch erst mal "beweisen" muss, dass ich meine Lead Position nicht umsonst so früh bekommen habe. Aber das ist noch mal was anderes. Alles, was ich ja letztenendes darstellen wollte ist, dass eine generelle Pauschalisierung die Sache zu einfach strikt und man damit manch einem Unrecht tut.

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Nein, ein Ingenieur arbeitet nicht immer zwangsläufig in einem Büro. Ein Bauingenieur  kann z.B. sehr viel auf Baustellen unterwegs sein.

Meistens schon. Kommt aber auch auf den Job an sich an. Man managet oft auch Mitarbeiter und ist etwas im HR unterwegs. 

Vielen lieben Dank

Mfg

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nein, der muss auch auf Baustellen rumkraxeln

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