Ist der Held psychisch gesund?

7 Antworten

Im Zuge der Evolution hat sich nicht nur Egoismus durchgesetzt, sondern auch Altruismus. Auf der einen Seite stellen sich die Hilfreichen innerhalb einer Gruppe schlechter als die Egoisten, auf der anderen Seite haben Gruppen, die auch Altruismus hervorbringen Vorteile gegenüber anderen Gruppen. Es gibt einen Wettbewerb nicht nur innerhalb einer Gruppe, sondern auch zwischen verschiedenen Gruppen. Die Selektion findet auf mehreren Ebenen statt, die richtige Balance zwischen Altruismus und Egoismus bietet Überlebensvorteile. Insofern existiert Altruismus einfach und man muss nicht die psychische Gesundheit hinterfragen. Das ist die beste Erklärung, die ich bislang zu diesem Thema gefunden habe.

Es ist wohl eher unrealistisch, dass man sich für etwas oder jemanden opfert, das oder der einem gleichgültig ist. Aber es gibt viele Beispiele, wo Menschen für das richtige oder einen Menschen den sie lieben gestorben sind.

Nimm zum Beispiel mal die Geschwister Scholl. Die wussten genau, dass das was sie tun lebensgefährlich ist. Sie haben es gemacht weil sie wussten, dass es Dinge gibt, die wichtiger sind als ihr eigenes Leben. Dietrich Bonhoeffer ist nach der Machtergreifung der Nazis nach Deutschland zurückgekehrt um sich dem lebensgefährlichen Widerstand anzuschließen. Er hätte auch einfach in den USA bleiben können und wäre nicht umgebracht worden. Also wenn das keine echten Helden waren...

Ein weiteres Beispiel wären die Menschen in der DDR, die trotz Folter nicht ihre Familie verraten haben.

Und zu Guter Letzt kommt es regelmäßig vor, dass sich Eltern für ihre Kinder opfern.

Wo steht dass es einem Menschen angeboren ist, zuerst an sich selbst zu denken? Eine Mutter würde für ihre Kinder sterben, und es gibt in die Geschichte viele Beispiele von couragierten Menschen die sich geopfert haben, um andere zu retten. Egoismus kann als "Krankheit" angesehen werden, nicht Herzlichkeit und Altruismus.

Natürlich würde eine Mutter sich für ihr eigenes Kind opfern! Das hab ich nie in Frage gestellt! Aber ob du willst oder nicht, Egoismus ist den Menschen angeboren. Bei manchen mehr, bei manchen weniger, aber er ist bei gesunden Leuten immer da. Und wenn ein Mensch die Wahl hätte, ob er selbst stirbt, oder jemand anderes, den er noch nie gesehen hat, dann wird er die zweite Option wählen, das ist keine Krankheit, das ist einfach so.

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@SoulShelter

Dann rede von solchen wie du. Viele gesunde Menschen würden die zweite Option wählen und sich für andere, auch unbekannte, opfern. Egoismus ist nur bis zu einer gewissen Maß gesund, darüber hinaus deutet auf psychische Störungen hin.

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@sammyok

Ist mir klar, musst du mir nicht erklären. Das bedeutet aber nicht, dass man ein Narzist oder ähnliches ist, wenn man die andere Option wählt. Ich glaube, du solltest dich mal ein bisschen informieren und über dein Weltbild nachdenken, womit ich nicht abstreiten will, dass es genug gesunde Menschen gibt, die sich opfern würden. Also ganz ruhig, geh nicht gleich vom schlimmsten aus. (Und wenn du weiter mit mir diskutieren möchtest, dann arbeite doch bitte etwas an deiner Grammatik. Nicht böse gemeint)

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@loema

Noch so ein Meisterwerk von einem Roman, ich danke dir! Du bist so poetisch! Schreib doch auch mal ein Buch, in dem jeder jeden unterstützt und der Kommunismus endlich funtioniert!!

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@BeviBaby

Lebst du wie Mutter Theresa? Da du mir geantwortet hast, nehme ich mal stark an, dass du irgendein elektronisches Gerät besitzt. Desweiteren hast du sicher nicht nur ein Oberteil, eine Hose und ein Paar Schuhe im Schrank. Du isst sicher nicht nur das nötigste, damit du dein ganzes Geld für andere ausgeben kannst. Egoismus IST angeboren, das ist wissenschaftlich bewiesen. Wie gesagt, bei manchen mehr, bei manchen weniger. Und nur, weil ich das sage, heißt das nicht, dass ich komplett auf mich selbst bezogen bin und mir niemand wichtig ist. Es kann sein, dass du jemand unbekanntes über dich stellen würdest. Aber wenn jemand anderes das nicht tuen würde, heißt das nicht, dass derjenige krank oder weniger wert ist als du.

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@SoulShelter

Ich bin über das Thema viel zu gut informiert und weiß wovon ich rede. Du hast in deinem Text behauptet dass sog. "Helden" psychisch labil sein könnten und ich habe das nur bestritten. Übrigens meine Grammatik mag nicht so gut sein, weil ich keine Deutsche bin, dafür muss ich mich aber nicht entschuldigen.

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@sammyok

Entschuldige, das wusste ich nicht. Bist du Psychologin oder sowas ähnliches?

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@SoulShelter

Aber ich stimme dir doch die ganze Zeit zu.

Ich bin die die oben noch betont hat dass der Mensch doch immer des Menschen Wolf ist und Egoismus eigentlich das Natürlichste im Menschlichen Wesen. Und ich weiß dass ich egoistisch bin und so handle, ebenso wie ich weiß dass das quasi angeboren ist. Klar solch ein Handeln ist nicht immer richtig aber immerhin mache ich mir keine Illusionen über das menschliche Wesen und bilde mir ein, dass eine Vielzahl bereit wären sich für andere zu opfern

Ich meinte dass Sammyok, an den sich der Kommentar richtete den Versuch 'viele Gesunde Menschen würden sich für andere, auch unbekannte, opfern' mal in realita machen soll... das würde dabei nämlich nicht rumkommen.

Im Gegenteil: ich würde bei denen die sich für Unbekannte opfern würden eher besorgt sein

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@SoulShelter

Denn wenn du dich wirklich mit dem Thema auskennen würdest, müsstest du auch wissen, dass übermäßiger Altruismus auch als Krankheit angesehen werden kann und manchmal Depressionen und Burnouts verursacht.

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@SoulShelter

Nicht nur manchmal... zu viel Empathie und damit Teilhabe am Leid anderer ist dafür ein sehr wichtiger Faktor. Und schon krankhafte Selbstaufopferung ist soweit ich weiß als Krankheitsbild belegt

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@BeviBaby

Zitat "ich würde bei denen die sich für Unbekannte opfern würden eher besorgt sein". Wahrscheinlich nicht wenn sie sich für DICH opfern würden. Und Dankbarkeit würdest Du auch nicht übrig haben, oder?

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@sammyok

Doch. Natürlich wäre ich Dankbar wenn sich jemand für mich opfern würde, denn ich hänge dann doch irgendwie an meinem Leben.

Allerdings würde ich das von niemandem verlangen und ich würde es auch nicht selbst tun. Ich halte sowas, kurzum, für äußerst fragwürdig aber ich kann nicht nachvollziehen warum du davon ausgehst dass ich nicht dankbar dafür wäre

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Jetzt wird es aber noch eine Stufe schwerer: Was ist wenn ich behaupte dass die Mutter die für ihr Kind stirbt eigentlich auch ganz Egoistisch an die Weitergabe der eigenen Gene denkt, nämlich das einzige wofür der Mensch eigentlich lebt und atmet (also evolutionär gesehen). Hier opfert sie sich dem höheren Ziel... aber es ist ein Ziel und es ist ein Egoistisches Ziel, nämlich die Weitergabe der Gene.

Könntest du vielleicht ein paar der historischen Beispiele nennen? Nur aus interesse

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