Ist der Glaube an eine höhere Macht angeboren?

53 Antworten

Hallo IchDuundEr,

ich denke schon, dass die Religiösität im Menschen grundgelegt ist, da sie uns unser Schöpfer in unser Herz gelegt hat. Ein Indiz dafür ist, dass in fast allen Kulturen und Völkern der Glaube an ein höheres Wesen zu finden ist. Außerdem entstehen in uns Menschen Fragen, die nur durch den Glauben beantwortet werden können, wie z. B.: Was ist der Sinn des Lebens?; warum sind wir hier?; was geschieht beim Tod? etc.

In dem "Atlas der Weltreligionen" heißt es: "Religion war und ist weiterhin das Herzblut von Gesellschaften auf der ganzen Welt." In seinem Buch "God - a Brief History" schrieb John Bowker: "Bisher hat Gott in jeder menschlichen Gesellschaft eine Rolle gespielt - gewöhnlich eine lenkende schöpferische. Das trifft selbst auf Gesellschaften zu, die bewusst weltlich aufgetreten sind."

Auch wenn sich heutzutage immer weniger Menschen für Religion zu interessieren scheinen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie keine religiösen Bedürfnisse hätten. Oftmals wenden sich Menschen deswegen von allem Religiösen ab, weil sie durch das Verhalten der großen Religionen enttäuscht wurden. Dennoch mag auch in solchen Menschen ein religiöser Drang schlummern, denn der Soziologe Reginald W. Bibby schrieb einmal: "Der Mensch hat Bedürfnisse, die nur durch die Religion zu befriedigen sind."

All das zeigt, dass auch ein Kind, dass unbeeinflusst von Religion und Weltanschauungen aufwächst, sich irgendwann die Frage nach Gott stellen würde.

LG Philipp

Das Neugeborene würde zunächst eine Ersatzmutter suchen. Für ein Kleinkind ist die Mutter eine Art von Gottheit: Sie hat dich geschaffen, ernährt und erzieht dich, stellt Werte/Gebote auf und straft dich bei deren Missachtung. Wenn es ein Problem gibt, muss ein Kind bei seiner Mutter betteln wie Gläubige bei ihren Göttern. In Gefahr findet das Kind bei der Mutter Schutz.

Ab der Pubertät muss das Kind jedoch ohne die "Mutter-Gottheit" der ersten Lebensjahre auskommen. Nun kommt es auf die äußeren Einflüsse an. Je nach seinen bisherigen Erfahrungen, würde dein Inselbewohner sich (1) empirische Erklärungen für die alltäglichen Dinge suchen, oder (2) das alte Mama-Prinzip auf praktisch alles projizieren.

In ersten Fall würde er also alles erforschen und langsam eine Technikkultur entwickeln.

Im zweiten Fall würde er in allem ein Bewusstsein vermuten und einen Kult um Baumgötter, Windgötter, Meeresgötter usw. entwickeln.

Dass wir heute sowohl Wissenschaft als auch Religion haben, liegt daran, dass beide Menschentypen aufeinander treffen.

Das finde ich sehr überzeugend dargelegt.

Da hätten wir dann auf der einsamen Insel den Freitag (mit dem Mama-Prinzip) und den Robinson (den Empiriker - seine gelegentlichen religiösen Anwandlungen lassen wir jetzt mal außen vor).

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Naja, Steinzeit Menschen haben auch an hoher Mächte geglaubt. Alle Phänomene, die man nicht erklären kann, wurden schon irgendwelchen Göttern verdankt oder zugeschrieben.

Ich denke, Bildung spielt eine große Rolle.

Das soll jetzt nicht heißen, dass alle Gläubigen Menschen dumm sind aber wenn jemand Abgeschottet lebt und nicht weiß wie ein Blitz entsteht oder was das ist, wird eher an eine höhere Macht glauben als ein Mensch, der darüber informiert ist.

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