Ist der Glaube an die Wissenschaft nicht irgendwie auch eine Religion?

12 Antworten

Es gibt Unterschiede. Zudem: was ist "die" (Singular) Wissenschaft?
Es gibt ziemlich viele unterschiedliche Wissenschaften. Mathematik, Physik, Chemie, aber auch Wirtschaft, Theologie, Geographie, Soziologie, Historische Wissenschaften, Linguistik usw.

Religionen arbeiten normalerweise mit alten Überlieferungen (ob das die Bibel ist, die Bhagavad Gita, die Upanishaden oder...). Und es geht oft um Fragen, die nicht objektiv klärbar sind (Leben nach dem Tod...).  Zwar sind Interpretationen manchmal flexibel, die Basis ist aber in der Regel statisch.

Wissenschaft ist natürlich auch mit der Historie verbunden (sie muss ja auf ältere Erkenntnisse aufbauen können), aber sie erneuert sich auch ständig durch aktuelle Erkenntnisse, insofern ist sie flexibel, nicht statisch.

Wir sollten vielleicht von wissenschaftlichen Theorien sprechen. An diese muss man nicht glauben. Sie sind einfach das beste Erklärungsmodell für einen Sachverhalt.

Man muss sich bewusst sein, dass diese Theorien nicht in Stein gemeißelt sind, sondern morgen schon durch neue Erkenntnisse anders aussehen können. So nähren wir uns gewissermaßen immer mehr der Wahrheit.

Glaube ich an eine Religion habe ich Erklärungen, die durch 0 Beweise untermauert werden können. Auf dieser Ebene ist die Zahnfee genauso "bewiesen" wie ein Gott.

Einfach beantwortet:
Religion
Jede Religion beruht auf Dogmen, meist alte Schriften, deren Inhalt nicht in Zweifel gezogen werden darf.
Beispielsweise der Inhalt des Korans oder der 10 Gebote.
Man spricht hier von "Glaube" weil es keinerlei rationale Gründe gibt diesen "Lehren" zu folgen und auch jede Form von Evidenz dagegen abgelehnt wird.

Wissenschaft
Wissenschaft beruht auf wissenschaftlicher Arbeit, meist einer Zusammenarbeit mehrere Gelehrter. 
Man ergründet die Realität mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden und fasst diese in einer Publikation zusammen.
Dabei ist es essentiell dass keine Behauptungen aufgestellt werden welche sich nicht durch klare Beweise belegen lassen. 
Also mathematische Beweise, Statistik oder experimentale Ergebnisse.

Diese Publikation wird nach einer Qualitätskontrolle (heute nennt man das Peer Review durch andere Experten) von einem Magazin veröffentlicht und so der weltweiten Gemeinschaft zur Verfügung gestellt.
Nun stürzen sich je nach Arbeit hunderte bis tausende Wissenschaftler auf diese Informationen und versuchen sie zu reproduzieren oder zu erweitern.

Auf die Art werden falsche Informationen meist sehr rasch aufgedeckt.

Unterschied
Der Unterschied hier ist offensichtlich:
Die Religion ändert sich nicht oder nur extrem langsam, je nach "Qualität" der Basisdoktrin.

Wenn dich in der Religion Fakten ergeben die der Realität widersprechen gibt es enormen Widerstand.
Moslems glauben dass Sterne in wirklichkeit Lampen sind, dass Ameisen sprechen können und Mohammed auf fliegenden Pferden geritten ist.
Christen und Moslems glauben häufig an Adam und Eva, eine 6000 Jahre alte Erde oder ein Schiff in dem alle Arten vor einer Flut gerettet wurden.

Selbst wenn massive Evidenz gegen diese Fantasien spricht ist es für die Religion fast unmöglich diesen Quark auch abzulehnen.

Die Wissenschaft lebt davon dass alles ständig angezweifelt wird.
Ein guter Wissenschaftler versucht sich selbst ständig zu widerlegen, Fehler zu finden.
Kein Wissenschaftler "glaubt" an die Ergebnisse, sobald sich andere Fakten ergeben ändert sich alles und man verwirft alte Daten.

Sonst würden wir ja heute noch glauben dass Elektronen in Kreisen um Atome fliegen wie es den Volksschülern beigebracht wird.

Na also, geht doch

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Siehe meine Antwort 

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@Gigantos11

Ich habe sogar deine Antwort mit einem kommentar versehen Gigantos.
Die Peinlichkeit deiner Antwort ist schwer zu überbieten, so viel aneinander gereihten Unfug habe ich schon länger nicht gelesen.

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