Ist der geforderte Notendurchschnitt von 2,33 für den Übertritt ins Gymnasium für die Schüler zu stressig?

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5 Antworten

Es kommt darauf an, in welchen Fach das Kind die 3 hat. Im Fach HSK ist es nicht so relevant. Hat das Kind einen 3er in Deutsch, kann man davon ausgehen, dass es Schwierigkeiten beim Erlernen der Sprachen hat. So war es bei meiner Tochter. Sie hatte von Anfang an eine 4 in Englisch, als dann die zweite Fremdsprache dazu kam, habe ich sie auf die Realschule geschickt. Dort hat sie im letzten Jahr als Jahrgangsbeste mit einem Notendurchschnitt von 1,7 abgeschlossen und sofort einen Ausbildungsplatz als Chemielaborantin bekommen, in dem sie sehr glücklich ist. Die ewig schlechten Noten am Gymnasium, gerade in der Zeit, in der sie auch viele pubertätsbedingte Probleme hatte haben sie so fertig gemacht, dass sie fast zugrunde gegangen wäre. Ich habe daraus gelernt und meine jüngere Tochter, die einen Durchschnitt von 2,0 im Übertritt hatte gleich auf die Realschule gegeben. Die Chance aufs Abitur habe ich ihr damit nicht verbaut. Sollte sie einen ebenso guten Abschluß wie ihre Schwester machen, bekommt sie von der Schule eine Empfehlung aufs Gymnasium und kann in die sogen. Ü11 einsteigen und ein ganz normales Abitur machen. Eins hat sie dann auf jeden Fall schon mal sicher in der Tasche: eine gute Mittlere Reife, die u.U. mehr wert sein kann, als ein schlechtes Abitur! Dieser Weg hat noch einen weiteren, für mich sehr wichtigen Vorteil: Das Kind hat den größten Teil der Pubertät dann hinter sich, ohne sich zusätzlich mit Schulstress zu belasten und es weiß bis dahin bereits oft sehr genau was es will.

Natürlich gibt es Schüler, die diese Schwelle nicht als stressig empfinden. Für sehr viele wird der Stress allerdings sehr groß, weil die Kinder den Erwartungsdruck der Eltern spüren. Gesünder wäre ein anderes Schulsystem, das die Kinder länger zusammen lässt, ihnen Entwicklungsmöglichkeiten ohne diesen Druck bietet.

Hallo huque,
wenn du deine Frage so verstehst, ob die Hürde von 2,33 generell zu hoch gelegt ist, möchte ich zu bedenken geben, dass das Gymnasium ursprünglich ja mal für Schüler mit außerordentlicher Begabung gedacht war. Wenn man den Schnitt in Richtung 2,66 oder 3,0 verschöbe, wäre man wohl schon recht nah an der Mittelmäßigkeit. Das Gymnasium verlöre damit zu Recht seinen Anspruch, die höchste Schulform in Deutschland zu sein. Elite-Gymnasien und was derzeit so aufkommmt seien hierbei mal nicht beachtet.
Es stellte sich dann auch die Frage, welcher Schnitt zum Wechsel auf die Realschule berechtigen soll, wenn 2,66 oder 3,0 noch für das Gymnasium reichen.
So sehr ich die Angst vieler Eltern nachvollziehen kann, ihr Kind nicht von vornherein möglichst hochklassig ins Bildungswettrennen geschickt zu haben, finde ich, sie sollten das Problem mal aus einer anderen Sicht angehen:
Es sollte nicht gefragt werden: "Was muss ich tun, um den geforderten Schnitt für ein gewünschtes Ziel zu erreichen?", sondern "Welches Ziel ist realistisch mit den Leistungen, die mein Kind freiwillig und möglichst stressfrei zu erbringen vermag?".
Mit freundlichen Grüßen
Larmid

Wenn dei Eltern mit allen Mitteln darauf hin arbeiten und das Kind drängen und schleifen, dass es diesen Notenschnitt schafft, dann ist es Stress pur. Es sollte aber eher so sein, dass das Kind mit normalem Aufwand für die Schule diesen Notenschnitt erreicht, sonst fängt der Stress auf dem Gymnasium erst richtig an. Wie huberchma denke ich auch, dass die Weichenstellung für den Schulischen Lebensweg, gerade auch bei den Buben, später erfolgen sollte. Wenn man dann mitbekommt, dass jeder 4. Schüler im G8 Nachhilfe bekommt, sollte sich doch bald was am Schulsystem ändern.

Generell ist der Sprung von der Grundschule auf das Gymnasium relativ heftig und man muss damit rechnen, dass man auch als sehr guter Grundschüler 4er und 5er schreibt. Mit der G8 ist der Stress jetzt natürlich noch stärker geworden. Ich denke aber einen Versuch ist es immer wert!

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