Ist der Fleischkonsument feige?

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13 Antworten

Als Metzger sehe ich darin nichts unfaires unserem Berufsstand gegenüber. Wir haben uns (fast) alle freiwillig für diesen Beruf entschieden, und jeder könnte auch einen anderen Beruf ausüben wenn er sich die Mühe macht diesen zu lernen. Ich möchte meinen Stromanschluß ja auch nicht selbst verlegen müssen, oder alte Menschen waschen. Ich muss dir allerdings in dem Punkt recht geben das sich die Gesellschaft, zum Wohle der Tiere, mehr damit beschäftigen sollte. Ein Tier ist halt kein Stück Kabel sondern hat bei der Aufzucht auch Bedürfnisse, diese werden allerdings kaum erfüllt da für den Kunden nur der Preis entscheidend ist, und nicht wie er zustande kommt....

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 17:08

Tiere töten und Kabel verlegen würd ich jetzt nicht unbedingt vergleichen. An den oft heftigen Diskussionen zum Thema Vegetarismus bzw. Fleischkonsum merkt man ja, wie sehr die Leute das beschäftigt. Außerdem geht es um etwas sehr existenzielles bei der Nahrung.

Wie bist du zu dem Beruf gekommen?

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Kommentar von TheButcherX
04.04.2016, 17:19

jaa als metzger kann auch ich dir nur zustimmen

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Meiner Meinung nach ist es dem Schlachter gegenüber nicht unfair, immerhin hat er sich den Beruf ausgesucht. Wenn es ihm nicht gefällt, wär er ja selbst Schuld, er muss es ja nicht tun.

Wenn man selbst in der Lage wäre das Tier zu töten dann ist daran auch denke ich nichts feiges, man wählt nur den einfachsten Weg. Wen man selbst niemals in der Lage wäre finde ich es schon irgendwie feige das andere für sich machen zu lassen. st ja Quasi wie einen Auftragsmöder zu bestellen, aber nichts mit dem Mord zutun haben zu wollen. Aber wenn die Leute es wollen, dann ist es halt trotzdem deren Sache.

Undankbar finde ich ist das Kaufen von einem möglichst billigem Produkt auch nicht. Man kauft ja auch jedes andere Produkt so billig wie möglich. Ich finde Undankbarkeit kann eher durch den Umgang mit dem Produkt zustande kommen. Und wenn dann finde ich es auch nicht wirklich undankbar gegen den Schlachter sondern eher gegen das Leben des Tieres.

Ich bin zwar nicht für Fleischkonsum und finde, dass viel sagen spricht aber man kann nicht JEDEN Fleischkonsumer als feige und undankbar bezeichnen. 

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 Der Metzger hat sich hat selbst für den Beruf entschieden aber sie deswegen schlecht machen ist nicht fair. Es ist schon eine Art Doppelmoral sich aufzuregen wenn zb im Fernsehen gezeigt wir wie Tiere gehalten und geschlachtet werden aber trotzdem immer massenweise das billigste Fleisch zu kaufen. Mein Onkel ist zb Metzger und als Kinder haben wir öfter gesehen wie er Gänse und Hühner geschlachtet hat die vorher zu den "glücklichen" gehört haben. Sie hatten ein größeres Außengehege uns Ställe. Er hat natürlich mehr für den Eigenbedarf geschlachtet. Auch darf bei uns nicht jeder Tiere einfach so töten. Man braucht schon einen Nachweis mit Entsprechenden Fachkenntnissen haben. man muss auch einen Sachkundenachweis haben Aber zumindest Ansehen können sollte man sich solche Sachen da sie dazu gehören. Sonst versteckt man sich ja schon hinter einer Lüge.

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Selbst vor langer Zeit gab es Jäger, Fischer, Bauern und Sammler und in jeder Zeit gab es für besondere Arbeiten extra dafür ausgebildete Menschen.

Verschiedene Tätigkeiten verlangen verschiedenes Können damals und heute.

Feige würde ich es nicht nennen. Stell dir vor wir würden heute noch alle unser Essen im Wald selbst jagen - wow da wäre aber was los im Wald.

Alleine schon durch die Masse an Menschen, die mittlerweile zu ernähren sind, würde der Wald gar nicht mehr ausreichen.

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 17:37

Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft waren bzw. sind in Jäger- und Sammlerkulturen diese Sachen (Töten und Essen) nicht voneinander abgekoppelt. Natürlich wurden nur die Fähigsten zur Jagd geschickt. Aber wenn sie zurückkehrten, wurden sie erleichtert und dankbar von der Gemeinschaft empfangen. Das, was sie dann aßen, war nicht einfach ein Stück Fleisch. Es war ein Teil eines Tieres, dessen Leben mit sehr viel Aufwand beendet werden musste. Es war gefährlich und risikoreich. Und umso mehr Wertschätzung wurde auch dem Fleisch gegenüber erbracht. Es war alles andere als selbsterständlich. Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft.

Natürlich würde das freilebende Wild für die Menschen nicht ausreichen, wenn sie weiterhin solche Übermengen davon essen wollen, wie es jetzt der Fall ist. Die Fleischmassen können nur unter sehr großem Ressourcenaufwand und mit der Folge ökologischer Probleme produziert werden. Das geht nicht auf Dauer. Da das sich aber nicht direkt bemerkbar macht, weil alles so global verschachtelt abläuft, machen wir erstmal fröhlich so weiter...aber irgendwann kommt sicher die Quittung.

Und wir können froh sein, wenn wir dann noch Rehe im Wald haben.

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Warum unfair? Der Metzger hat sich seinen Beruf schließlich selber ausgesucht, der wurde ja nicht gezwungen! Und kaufen müssen die Leute es ja wohl irgendwo wenn sie Fleisch essen wollen, außer sie haben einen Jagdschein oder können die Tiere selber halten und schlachten.

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Hi,

unsere moderne Gesellschaft lebt von der Arbeitsteilung, so können alle zusammen mehr schaffen, als einer der wirklich alles selber machen muss.

Ein Arzt kann in der Zeit operieren und heilen, während sein Steak für den Abend von den Schlachter geschlachtet wird. Du kannst die Frage hier stellen, weil ganz viele in der Zeit arbeiten um dir das hier zu ermöglichen, zb hat jemand deine Geräte gebaut, du bekommst Strom und bekommst die Möglichkeit ins Internet zu gehen. Aber das macht dich ja zb deswegen nicht faul oder arbeitsscheu, nur weil du das nicht alles selber machst.

Moralisch gesehen hast du natürlich ein Stück weit Recht, finde auch das jeder sich damit befassen sollte,  was er isst und wie es hergestellt wird, damit eine gewiße Wertschätzung auch mal wieder da ist. Grad bei Lebensmittel soltle mehr Interesse da sein, denn ohne das kann ja auch keiner Leben.

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 17:12

Es geht mir ja nicht darum, dass jeder alles selber machen muss. Arbeitsteilung macht schon Sinn.

Nur finde ich es bedenklich und fragwürdig, dass das Töten von Tieren völlig aus der Wahrnehmung des Normalbürgers ferngehalten wird. Und somit auch aus seinem Bewusstsein. Ich frage mich, ob damit ein genereller Verlust der Wertschätzung und des Respektes dem Lebendigen Wesen gegenüber einher geht.

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Kommentar von Imago8
22.02.2016, 20:01

Ich gehe davon aus, dass der Mensch nicht zu irgendetwas "gedacht" bzw. "gebaut" ist.

Der Mensch kann ja schließlich über das alles nachdenken, bzw. hinterfragen, was er tut. Genau darin liegt ja die Stärke des Menschen.

Und wer das mal konsequent und schonungslos durchzieht, kommt oft zu mehr oder weniger eindeitigen Schlüssen. Dass man dann nicht alles ändern kann, ist klar. Das wäre wirklich zuviel. Aber man kann irgendwo anfangen.

Und es dürfte bei jedem Menschen anders sein, aber ich persönlich habe lieber eine Ahnung davon, was auf der Welt abgeht und wie alles zusammenhängt, als in einer illusorischen "Glückseligkeitsblase" zu hocken.

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  • Nein, die Hypothese der Titelfrage ist natürlich Quatsch.
  • Jeder hat bestimmte Neigungen, Talente, Vorlieben und Fertigkeiten, die er bestmöglichst einsetzt. Es mag beliebtere und unbeliebtere Berufe geben, aber Schlachter ist weder ein besonders unbeliebter noch wenig geschätzter Handwerksberuf. 
  • Es möchte auch nicht jeder Bestatter sein, oder Krankenschwester, Polizist, Feuerwehrmann oder oder oder... 
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Kommentar von Imago8
23.02.2016, 19:20

klar, mit den Talenten, Vorlieben und Fertigkeiten hast du natürlich recht.

Aber wie ich ja schon ein paarmal schrieb, will ich ja auch garnicht, dass jeder selber schlachtet. Würde auch ungerne einen 3-Jährigen Jungen damit beauftragen, nur weil er ein Stück Fleisch essen möchte. ;-)

Ich merke, ich habe meine Frage wirklich schlecht formuliert, weil jeder sie missversteht.

Ich frage mich ja viel eher, ob es gut ist für eine Gesellschaft und die Wesen, die sie zum Verzehr züchtet, wenn Konsumieren und Töten derart von einander abgekoppelt sind. Und ob es den Menschen UND den Tieren besser gehen würde, wenn diese beiden Sachen wieder mehr miteinander zu tun hätten.

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Ist der Fleischkonsument feige?

Nö! Warum sollte es? Feige ist es Landwirte zu verleumden, dass sie ihre Tiere quälen!

Der Durchschnittsdeutsche isst ca. 60 kg Fleisch im Jahr.

Ja und?

So mancher Schlachter muss tausende(!) Tiere pro Tag am Fließband töten.

Echt? Wo hast du das denn her? Bei 3.000 Tieren wären das in einer 8h Schicht 6,25 Tiere PRO Minute! Also bitte....wann soll denn das Tier ausbluten? Alle 10sekunden ein Tier? Glaubst du doch wohl selbst nicht! Mathe-Nachhilfe?

Der Konsument hingegen kann sich bequem im Supermarktregal bedienen und muss sich nicht mit dem Töten auseinandersetzen

Und du musst nicht nach Afrika um Bananen zu kaufen! Brauchst auch nicht in der Erde wühlen um Brot zu essen! Denk mal drüber nach! Gibt sowas wie Arbeitsteilung in Deutschland! Jeder hat ein Fachgebiet! Nicht jeder muss alles können!

Selber töten wollten und könnten wohl die wenigsten.

Und?! Ich könnte auch nicht mit dem Trecker fahren und Getreide anbauen! Macht auch ein anderer für mich!

Und: Hauptsache billig.

Die Preise diktieren nicht die Kunden oder die Landwirte, sondern die Schlachterein, die die Tiere abnehmen! Denn DIE sind es, die die Landwirte nicht anständig bezahlen. Kaufe beim Metzger, dann kannst du dir sicher sein, dass er private Züchter auch anständig bezahlt!

Ist das fair gegenüber den Schlachtern und allen anderen Mitarbeitern eines Schlachthofs?

Die Schlachter können nichts dafür. Sonder die, die den Schlachthof leiten! Das sind Krawattenträger, die selbst auch nicht schlachten!

Ist ihre Tätigkeit nicht eine Zumutung?

Nö! Eine Zumutung ist die Entlohnung der Landwirte!

Ist der Fleischkonsument undankbar, vielleicht sogar feige?

Die können am wenigsten dafür!

Natürlich gibt es DEN Fleischkonsument nicht.

Gut erkannt!

Ich hoffe ich konnte dir helfen!

Gruß
Omni

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Kommentar von kalle10041990
21.02.2016, 17:41

Echt? Wo hast du das denn her? Bei 3.000 Tieren wären das in einer 8h Schicht 6,25 Tiere PRO Minute! Also bitte....wann soll denn das Tier ausbluten? Alle 10sekunden ein Tier? Glaubst du doch wohl selbst nicht! Mathe-Nachhilfe?

Also 6 Tiere pro Minute sind in ner Schlachtstraße in ner Fabrik nicht besonders viele, da kommst du im Akkord nie auf deine 100%. Da macht jeder einen Handgriff, und einem Schwein zu Stechen dauert vielleicht 2 Sekunden wenn man es beherrscht (was ein Akkordarbeiter in der Regel tut). Zum Ausbluten muss man nicht neben dem Schwein stehen, das schafft es ganz alleine....

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 18:14

@Omnivore:

Interesse an der Frage hast du nicht wirklich, oder?

Naja. Hauptsache dagegen.

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Schlachter, Kopfschlächter und Fleischer sind Berufe, welche die Menschen, die sie ausüben, freiwillig gewählt haben.

Somit ist die Frage nach Fairness oder Zumutung nicht zu stellen. Diese Leute üben die Tätigkeit freiwillig aus und werden nicht von Dritten dazu gezwungen. Arbeit auf Zwang gibt es nicht. Wer es nicht tun will, muß es ja nicht tun.

In einem gut organisierten Schlachthof ist das ein prozessualer Durchlauf, der teilweise QM-zertifiziert und von der Lebensmittelkontrolle usw. überwacht wird. Ich sehe da nichts Schlimmes daran, ein Rind per Bolzenschuss zu töten, oder Schweine mit CO2.

Wogegen ich mich wehre, wenn Tiere absichtlich gequält werden

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Kommentar von AnnyTierfan
21.02.2016, 17:15

Ich will jetzt nichts falsches sagen, aber unsere Bio-Lehrerin hat mal gesagt, dass viele Schlachthofmitarbeiter keine andere Arbeit bekommen haben und den Job nur machen, weil sie sonst arbeitslos wären, aber Geld brauchen und desshalb arbeiten sie eher unfreiwillig dort :(

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Kommentar von grubenhirn
21.02.2016, 18:34

Ich sehe da nichts Schlimmes daran, ein Rind per Bolzenschuss zu töten, oder Schweine mit CO2.[zu betäuben]

Wenn du wüsstest wie qualvoll die Betäubung mit CO2 ist. Es ist dringend zu empfehlen statt CO2, Stickstoff oder ein Edelgas zu verwenden, da der Körper darauf nicht mit Erstickungsgefühl reagiert.

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 19:07

wo ist eigentlich der Unterschied zwischen "absichtlich" und "unnötig" gequält?

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Kommentar von AppleTea
22.02.2016, 07:23

wo der Unterschied liegt? das sind 2 verschiedene Wörter. Etwas das "absichtlich" geschieht kann aber sowohl nötig als auch unnötig sein, genauso kann etwas unnötiges "absichtlich" oder "unabsichtlich" geschehen.

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Ich bin begeisterter Fleischkonsument und Privatschlachtung hat Auflagen.

Ausserdem wäre es seltsam Rind und Schwein in der Wohnung zu halten.

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Kommentar von Bitterkraut
21.02.2016, 17:55

Und vor allem: Wer soll das dann essen, ein ganzes Rind oder ein ganzes Schwein...

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nein das nennt sich technologischer Fortschritt. Wenn JEDER sein Essen selbst anbauen müsste hätte KEINER Zeit den PC den du grerade benutzt zu bauen.

Ackerbau ist schlimmer für Pestizide werden Tierversuche durchgeführt diese führt auch nicht der Konsument durch er geht zum Supermarktregal und kauft sein Pestizidversäuchtes Obst und Gemüse...

Der Hund gilt als das ideale Versuchstier um Pestizide zu testen. Der
klassische Versuchshund ist der Beagle, da er gutmütig, klein und
handlich ist. Es werden aber auch Golden Retriever und andere Rassen
verwendet.

http://www.aerztefuertierschutz.ch/index.html?id=40

hättest du ein Hund würdest du ihm Pestizide in die Augen sprizen und ins Futter geben um zu schauen wie schädlich es ist und ab welcher dosis?

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 23:07

...bist du vielleicht betrunken?

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Kommentar von AppleTea
22.02.2016, 07:25

oohoh wicked. schieß dir nicht ins eigene Bein..

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Sollen jetzt alle Fleischer lernen? Wer macht dann die anderen Jobs?

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Kommentar von Imago8
21.02.2016, 17:20

Nein, sollen sie nicht. Darum geht es mir auch garnicht.

Ich finde nur, dass das Töten wieder mehr ins Bewusstsein der Leute muss. So dass sie einen Zusammenhang herstellen zwischen dem, was auf dem Teller liegt und dem Wesen, was es mal war.

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Oh weh, ich bin absolut nicht feige ;-).

Da muss jemand mindesten 100 Kilo Fleisch- und Wurstwaren essen, denn bei mir sind es jährlich nur ca. 20 Kilo an Fleisch- und Wurstwaren, die ich konsumiere. Fleisch esse ich nur ca. einmal pro Woche und Wurst bzw. Aufschnitt ca. 3 - 4 mal pro Woche, ansonsten Käse und Fisch. 

Ist Fischverzehr auch feige? ;-D

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