Ist der Essai von Immanuel Kant "zum ewigen Frieden" weltfremd und nicht mehr zeitgemäß, wenn ja warum?

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3 Antworten

Wenn man den ZEIT-Artikel genau liest, dann müsste man Kant zugestehen, dass er auch ein großer Zyniker sein konnte. Mit seinen klar formulierten Voraussetzungen für einen Weltfrieden zählt er in Wirklichkeit alle Bedingungen auf, die heute noch gelten, warum es NIE einen Weltfrieden geben wird. Denn liest man seine Forderungen gegen die Realiät, dann sind sie nicht realitätsfremd sondern eine knallharte Analyse, warum der Traum vom Weltfrieden menschlich unmöglich ist. Ob da jetzt einige Kant für weltfremd erklären, da stimmen sie ihm im Prinzip nur zu, dass, wenn diese Forderungen unabdingbare Kriterien sind, ein Weltfrieden ein unmöglicher Traum ist. Kant entlarvt aber auch heute noch das ganze Friedensgesabbere, z.B. eines Obama, der keine Hemmungen hatte, mit den Diktatoren von Saudi Arabien in den Krieg zu ziehen. Es entlarvt das Gerede vom europäischen Frieden, obwohl dort ohne Zustimmung des Volkes Rechte der Menschen über ihre Köpfe hinweg abgetreten worden sind und sie mit Forderungen konfrontiert werden, die sie nie zu erfüllen bereit sind. Wenn die Interessen der Großkonzerne über die Rechte der ganzen Bevölkerung gestülpt werden, dann ist das keine Voraussetzung für Frieden, egal wie viele Friedensnobelpreis sich selbst verleiht. So gesehen ist Kant heute noch desillusionierend aktuell.

Der stete Weltfrieden (ewig lassen wir mal weg, weil gar zu bombastisch, nur der Tod ist ewig!) ist natürlich ständig einzufordern, ist also immer zeitgemäß. Es kommt jedoch an, dafür entsprechende Weg politischer und ökonomischer Art aufzuzeigen, da hapert es nämlich bei Kant. Die bloße Moral allein führt fast nie zum Ziel.

Kant beschreibt einen Weg, welcher ein anhaltendes friedliches Zusammenleben aller Völker, ermöglichen soll. "Weltfremd und nicht mehr Zeitgemäß" ist einfach ein Mantra für alle Menschen die sich in der jetzigen Form des Zusammenlebens, des Ausbeutens von Ländern, Arbeitern, Natur abgefunden haben und Unfähig sind über ihre eigenen Horizont hinauszublicken.

Wir haben immer die Wahl und damit die Möglichkeit von starren Weltpolitk zu lösen. Es gab soviele Visionäre (Martin Luther King, etc.) , welche durch ihr wiedersetzten, ihr Kampf gegen die besehende Poltitk (weil sie falsch war), die Welt zu einem besseren Ort gemacht haben. Warum hier aufhören.

Alle Punkte sind relevant und sinvoll für den Frieden, meiner Ansicht müsste man aber auch auf eine gerechtere Verteilung der Ressourcen eigehen, damit jeder Mensch auch in den jeweiligen Ländern leben kann. Wenn wir frieden haben wollen in unseren Land müssen wir auch die Ausbeutung stoppen.   

Wie gesagt zur Umsetzbarkeit, ein bedeutender Staat, wie Deutschland, müsste halt mal anfangen. Wir sind ja sowieso voneinander abhänig, und die Abschreckungspolitik führt ja auch zu nichts. Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnten wir andere beeinflussen sich anzuschließen.

Gemeinsam ist es auch viel warscheinlicher, dass wir die Probleme der Menschheit lösen, wenn wir gegeneinander antreten, gibt es nur Konflikte die uns in der Zeit nach hinten versetzten. Siehe Naher Osten mit Kriegstreiberei von allen Seiten, Waffenexport etc. und dann aufregen wenn die Menschen von da fliehen...    

Es müssen bloß Menschen dafür "kämpfen" und die Politik in diese Richtung lenken. Und ich für meinen Teil denke, dass der Weltfrieden ein Ziel ist, für das es sich zu kämpfen lohnt.

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