Ist der "effektive Jahreszins" eine Verschleierung der eigentlichen Kosten?

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8 Antworten

Also ich versuche es mal von einer anderen Seite:

Und warum gibt man nicht von Beginn an die Kosten bzw. den "Realzins" an, sondern verschleiert es hinter einem effektiven Jahreszins?

  1. "Realzins" ist ein Begriff, der hier nicht hingehört. Das ist ein Zins, der "die Wertänderung eines Vermögens unter Berücksichtigung der Inflation angibt."
  2. Der effektive Jahreszins "verschleiert" nichts, sondern ermöglicht Dir im Gegenteil einen zumindest annähernd genauen Vergleich von verschiedenen Angeboten, die Du sonst nur ganz schwer vergleichen könntest, also z.b. beim Vergleich von Krediten mit verschiedenen Laufzeiten, Kreditsummen, Annuitäten und Kosten etc.

Wenn Du Kredite vergleichen willst, gibt es für Dich als "Normalverbraucher" (vereinfacht betrachtet) zwei Möglichkeiten, die Du allerdings nicht vermischen kannst, wie Du es versucht hast.

1.

Entweder Du weißt noch nicht so richtig, was Du willst, welche Summe, welche Laufzeit, was für eine Annuität etc.. In diesem Stadium befindest Du Dich im Moment (wobei Du allerdings nicht schreibst, ob Du wirklich finanzieren willst oder Dich "nur mal so" interessierst).

Dann macht ein Vergleich "wieviel kostet der Spaß?" überhaupt keinen Sinn, weil die Kosten sich ja auf völlig unterschiedliche Voraussetzungen beziehen, also gar nicht verglichen werden können (Theoretisch könnte ein € 100.000 Kredit mit €10.000 Kosten (10%) und 0% Zinsen günstiger sein als ein Kredit mit €0 (0%) Kosten und 4% Zinsen). Um vergleichen zu können, müssen Laufzeit und Annuitäten in die Rechnung einbezogen werden. Wenn Du wissen willst, was Dich Dein Auto kostet, rechnest Du ja auch nicht nur, wieviel Prozent der Sprit ausmacht.

Für diesen Kreditvergleich gibt es den Effektivzins.

2.

Wenn Du jetzt soweit bist, zu wissen, welche Kreditsumme und welche Laufzeit und was Du monatlich zahlen kannst, sind Kreditangebote auch mit der Methode "was kostet mich der Spaß?" vergleichbar. Dann kannst Du verschiedene Angebote mit den gleichen festen Vorgaben einholen und diese recht einfach vergleichen:

Du gibst eine Kreditsumme und einen Endtermin zu dem der Kredit getilgt (oder eine bestimmte Restsumme erreicht) sein soll. Dann erhältst Du Angebote mit Kosten und monatlichen Raten, addierst alles und das Angebot, bei dem Du am Ende am wenigsten bezahlt hast, ist das beste.

Alternativ könntest Du auch eine Kreditsumme und eine feste monatliche Rate vorgeben. Dann wäre das Angebot das beste, mit dem Du am schnellsten Dein Ziel erreicht hast. Dabei müssten allerdings noch die Fixkosten berücksichtigt werden, die bei dieser Methode zunächst unberücksichtigt blieben. Für einen Vergleich ist also die erste Möglichkeit die bessere.

Gehe auf zinsen-berechnen de gib Deinen Kreditwunsch ein und den effektiven Zinssatz als Zinsen - dann die Dauer der Rückzahlung und die Rate und es gibt Dir die Gesamtkosten.

Ob Du wirklich einen entsprechenden Vertrag mit der Dauer und der Rückzahlung vom Anbieter bekommst ist nicht damit gesagt. Aber Du kannst halt verschiedene Anbieter vergleichen.

Und dann kannst Du entscheiden ob der Unterschied in den Gesamtkosten für Dich ausschlaggebend ist oder die genaue Erfüllung Deiner Wünsche in Bezug auf Dauer und Rate.

Der effektive Jahreszins bezieht sich jeweils auf ein Jahr (daher auch der Name). Du legst aber die Kreditkosten über eine gesamte Laufzeit zugrunde. Das ist nicht sinnvoll.

notensafe 01.05.2017, 17:42

Hey, meine Frage zielt ja im Grunde genau darauf ab, weswegen das nicht sinnvoll zu sein scheint? Mich interessieren ja doch nur die Kreditkosten, das was ich schlussendlich bezahle. Wieso ist es dennoch nicht sinnvoll?

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Mikkey 01.05.2017, 17:46
@notensafe

So kann man nur Kredite vergleichen, die über exakt denselben Betrag und dieselbe Laufzeit gehen.

Neben Dir gibt es auch Leute, die z.B. ein Haus finanzieren und da etliche "Modelle" vorgeschlagen bekommen. Da eignet sich eben nur der effektive Jahreszins als Vergleichsmaßstab.

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notensafe 01.05.2017, 17:49
@Mikkey

Okay, das verstehe ich. Gibt es denn eine Möglichkeit von dem effektiven Jahreszins die Realkosten direkt zu ermitteln oder benötige ich da immer die detaillierten Aufstellungen der Institute?

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Mikkey 01.05.2017, 17:51
@notensafe

Man kann sich mit einer Tabellenkalkulation den Abzahlungvorgang relativ einfach selbst darstellen. Dann ist die Summe der Raten natürlich ein Selbstgänger.

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Hallo,

der eff. Jahreszins ist auf Wunsch von Verbraucherschutzverbänden vom Gesetzgeber umgesetzt worden. Neben diesem werden auch die Gesamtkosten des Kredites angegeben.

Der eff. Jahreszins berücksichtigt auch die Kosten und Zinsen die im Kredit anfallen und rechnet diese auf ein Jahr herunter. Dies soll die Vergleichbarkeit von Kreditangeboten gewährleisten.

Schöne Grüße

Du kannst nicht alle Gebühren und Zinsen zusammenrechnen, und auf das Darlehen beziehen.

 Bei dem effektiven Zinssatz handelt es sich nicht um einen arithmetischen Zins, sondern um einen geometrischen Zins. Dazu  wird noch zwischen dem ökonomischen Effektivzins unterschieden und dem Effektivzinssatz nach Preisangabenverordnung  Beide müssen  aber mathematisch als Interner Zinsfuss berechnet  werden; dass heißt Kapitalwert = 0. Bzw. die abgezinsten Zahlungen müssen dem Kreditbetrag entsprechen.

 Bei dem effektiven Zinssatz nach Preisangabenverordnung brauchen u.a. aber nicht alle Kosten berücksichtigt werden.

Desweiteren kann man die Vorteilhaftigkeit solcher Investitionsentscheidungen  bzw. Finanzierungsentscheidungen grundsätzlich nicht an ihrer effektiven Rendite messen bzw.. am  effektiven Zins, sondern dazu berechnet man den Kapitalwert oder Vermögensendwert.

Ist ein schwieriges Thema. Das fängt schon damit an, dass die Experten streiten über die Interpretation des effektiven Zinssatz bzw. des Internen Zinsfusses. Das geht weiter, dass der Gesetzgeber es den Banken, und insbesondere bausparkassen erlaubt, bei der Angabe des effektiven Zinssatzes  nach PangV zu tricksen, so dass das oft nichts mehr mit dem ökonomisch richtigen effektiven Zinssatz zu tun hat.

Zappzappzapp 04.05.2017, 01:04

Du hast Recht, das ist ein schwieriges Thema.

Daher ist für den Kreditnehmer die "einfachste" und sicherste Vergleichsmöglichkeit, den Darlehensbetrag und einen festen Tilgungstermin vorzugeben und dann für die verschiedenen Anbieter die bis dahin zu leistenden Gesamtzahlungen auszurechnen.

Der Anbieter mit dem niedrigsten Betrag ist dann der günstigste, da braucht man keinen "Effektivzins" mehr.

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Dafür sind Bankberater da!

notensafe 01.05.2017, 17:50

Und wieder 15 Punkte aufs Konto. Niemand dankt!

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christl10 01.05.2017, 17:50
@notensafe

D.H.... Du musst nur denn eff. JAHRESZINS vergleichen. Ist das soooo schwer zu verstehen?

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christl10 01.05.2017, 17:55
@notensafe

Wenn richtig gerechnet wird sind alle  Kosten im eff. JAHRESZINS beinhaltet.

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notensafe 01.05.2017, 17:57
@christl10

Und ich fragte oben, wie man von den 2,05% effektiver Jahreszins selber auf die 9000€ reale Kosten kommt. Weisst du das?

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Nein. Der Nominalzins beinhaltet keine Kosten.

notensafe 01.05.2017, 17:43

Wenn du meine Frage und mein Anliegen nicht liest, musst du auch nicht antworten. 

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