Ist der deutsche Soldat bei Auslandseinsätzen nicht doch nur Kanonenfutter wie zu allen Zeiten beim Militär?

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9 Antworten

Ich gehöre zu den Soldaten, die ihren Job gemocht haben und war in mehreren Einsätzen für die BW.

Ich habe ihn aber nicht gemocht, weil ich "im Einsatz schießen darf" sondern weil ich das als Job angesehen habe. Dadurch wurde Geld verdient, auf eine Art wie ich sie mir selbst zumuten konnte (sonst wären es ja nicht mehrere Einsätze gewesen).

Es gibt natürlich Menschen, die mit solchen Ausnahmesituationen nicht gut klar kommen, aber die Bundeswehr ist in diesem Punkt deutlich weiter als andere Nationen, hier gibt es psychologische Betreuung, die auch angenommen wird. Manche muten sich ggf. zu viel zu, das ist eben wie in jedem anderen Job auch (meine Sicht der Dinge).

Und dass sich Offiziere "verstecken" kann ich nun so gar nicht bestätigen, ich war im Sicherungstrupp des Kommandeurs (Oberstleutnant) und wir waren immer mitten drin. Dazu kamen noch Zugführer die ebenfalls Offiziere waren, oder vermutlich immer noch sind, (Hauptmann, Oberleutnant) und immer mit ihrem Trupp unterwegs gewesen sind, keiner hat nur seine Figürchen hin und her geschoben.

Ich habe mich demnach nie als Kanonenfutter gefühlt noch wäre mir jemals der Gedanke gekommen. Der Soldat traut eben seiner Führungskraft oder eben nicht, wenn ich meinen Leuten nicht vertraut hätte, wäre es für mich nie zu einem Einsatz gekommen.

Dazu sei auch zu bedenken, dass die "Führungsetage" nur einen kleinen Anteil ausmacht, im Gegensatz zu den anderen Soldaten. Und gewissenlos schicken sie auch keinen irgendwo hin, die machen auch ihren Job, ob das toll ist oder nicht, ist nicht in Frage zu stellen, es ist deren Beruf den sie sich ausgesucht haben. Und glaube mir, manche hadern immer noch mit Entscheidungen die sie getroffen haben, das sind ja keine emotionslosen Maschinen.

Ich gehöre also zu der Fraktion "es ist mein Job" und nicht "ich kämpfe für mein Vaterland". Die Aussage "ich kämpfe für mein Vaterland" tätige ich dann, wenn der Krieg vor meiner Haustüre stattfindet, weil dann nicht nur ich, sondern auch alles was mir lieb ist, bedroht wird. Dann würde ich für Familie und Freunde kämpfen, ja, dann auch gerne als Kanonenfutter, dann brauche ich mir nämlich keine Vorwürfe zu machen, dass ich nichts unternommen hätte.

Ja, vielleicht kann man mich Söldner nennen, aber eine Verbundenheit zu meinen Leuten und zum Land ist trotzdem da, ich schreie halt nur nicht "für Deutschland" wenn es zu einem Gefecht kommt.

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Kommentar von bachforelle49
09.06.2016, 17:02

.. :-) im Grunde meine ich es auch nicht so krass, aber es gilt von der Schönfärberei etc. abzurücken.. , weil den, den es be` trifft `, (im wahrsten Sinne des Wortes) dank effizienter Trefferwirkung keine Gelegenheit mehr hat sich zu äußern..

im Prinzip wollte ich jedem Anwärter die Offizierslaufbahn einzuschlagen empfehlen, weil die Gefährdung sozusagen proportional mit Karriere abnimmt und gleichwohl die Kasse und Ehre steigt. Da ich selbst es nur zum Oberschnäpser (nach 18 Mte Wehrdienst) gebracht habe, hab ich keinen Bock, auf diesen Laden Rücksicht zu nehmen.. ( ja ich weiß, selbst Versager..)

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Hallo,

die Bundeswehr macht nicht damit Werbung, dass die "Arbeit" als Soldat todbringend ist, Vernichtung, Zerstörung ... unendliches leid ... und eben auch den möglichen Tod der Soldaten.

Sie macht Werbung mit Technik und vielen a nderen Einzelheiten, eben gerade heute zum Tag der Bundeswehr. In der junge Welt steht oft viel zum Thema, auch gestern oder heute.

Es werden Feindbilder errichtet, das heute vorzugsweise wieder Rußland. Ist das eigentlich ein Wunder nach der bisherigen Geschichte Deutschlands? Ist das ein Wunder bei dem Rohstoff- und Ressourcenreichtum von Rußland?

Sicher nicht! Deutsche Banken und Konzerne streben nach Osten! Es wird neuer Lebensraum gesucht.

Was meinst Du - geht das wie ein Spaziergang ab? Natürlich nicht!
Die russiche Armee ist super trainiert und ausgebildet und vor allem weithinein auch hoch motiviert.
Der Überfall auf Rußland wird jetzt aktuell beim NATO-Manöver schon geprobt. Natürlich werden sich die Russen erbittert wehren und die können kämpfen! Da wird schon auch der eine oder andere Bundeswehrsoldat ums Leben kommen ... um nicht zu sagen, dass sie umfallen werden, wie die Fliegen!

Die Russen haben ungeheuer viel Erfahrung bei der Verteidigung ihrer Heimat, während die Deutschen ein erbärmlicher Haufen von widerlichen Welteroberern ist!

Wenn die Bundeswehr heute dafür wirbt, als Soldat da zu arbeiten, so ist das in der tat die Werbung für Kanonenfutter.

Wieso sollte das nicht so sein? Der deutsche Imperialismus ist so aggressiv wie eh´ und je. Die Bundesrepublik ist maßgeblich von unendlich vielen Altfaschisten mit aufgebaut worden und die Bundeswehr ist nichts anderes, als die Reichswehr.

Habe lange in Seelow gewohnt ... wo fast täglich Überreste der Schlachten im 2. Weltkrieg gefunden werden. In den sog. Seelower Höhen, unmittelbar hinter der polnischen Grenze hat die Rote Armee die deutschen Faschisten heldenhaft in die Flucht geschlagen. Die Opfer auf sowjetischer Seite waren unermeßlich, deutsche Soldaten und SS sind massenweise dem Welteroberungs-Wahn zum Opfer gefallen.

Das Neueste ist übrigens, dass auch die EU an der Einkreisung Chinas teilnimmt. Habe ich gestern in der junge Welt gelesen. Also auch dort droht sehr akut Krieg, weil sich China der Weltordnung der USA und der anderen hauptsächlichen Kapitalisten nicht unterordnen will.

Es bleibt nur zu hoffen, dass vor allem Rußland und die Volksrepublik China eine möglichst starke Allianz bilden und dass endlich die Friedensbewegung sichtlich an Kraft gewinnt. Dann wird der Kapitalismus am nächsten Krieg vielleicht gehindert und es wird doch kein Kanonenfutetr gebraucht. Sonst sehe ich schwarz ...

Viele Grüße Vollstreckerin

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Da hast du aber einen schlechten Einblick in das was beim Militär vorgeht.

Das Generäle und Stabsoffiziere in den Stäben arbeiten und die Soldaten bis hin zum Kompanie- teilweise sogar Bataillonschef im Einsatz stehen liegt in der Natur der Sache. Oder willst du lieber die Gefreiten in den Stäben die Entscheidung treffen lassen.

Die Bundeswehr ist was die Befehlsstruktur betrifft sogar eine der modernsten Armeen. Das Prinzip "Führen mit Auftrag" ist abgesehen von der Französischen Armee kaum so konsequent umgesetzt. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChren_mit_Auftrag

Deutsche Soldaten sind bei allen derzeitigen Ausbildungsmissionen gern gesehene und geschätzte Ausbilder. Überlege mal warum?

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Kommentar von bachforelle49
09.06.2016, 17:17

denk ich nicht dran, mir den Kopf über Ausbilder und ihrer Arbeit zu machen.. Dafür ist mir die verbleibende Zeit zu kostbar.. es gibt keinen Krieg in der Geschichte, der Gutes bewirkt hätte (.. + da bin ich recht gut belesen..) + es gab `im Grunde ` auch immer nur Verlierer.. Diese Verherrlichung des Soldatentums, wie dus anführst.., ist nur die 1te Stufe, sozusagen Experimentieren, wenn denn drauf ankommt, + das blüht uns in absehbarer Zeit ohnehin.. (aber darin sind wir ja noch `kleine Lichter `..)

ich verachte diese Verlogenheit zutiefst und stehe zu meinen Worten

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Wiedermal ein linker Hetzer, der Unmut über die Bundeswehr verbreiten möchte. Ich unterstütze sowas hier definitiv nicht! Entweder man ist bereit, eine qualifizierte und vor allem GUT informierte Diskussion zu führen oder man lässt es bitte einfach gleich bleiben. 

Meine Bitte: Informieren Sie sich, bevor Sie hier wieder so einen geistigen Auswurf veröffentlichen. Das ist bisweilen lediglich intellektuell beleidigend. Mir ist auch bewusst, dass meine Wortwahl nicht unbedingt besser war...
Naja, man muss sich halt der Lage/Umgebung anpassen. ;)

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Kommentar von JustNature
09.06.2016, 18:00

Man gruselt sich immer wieder, wenn irgendwo ultralinke Propaganda hervorsprüht: Alles wird da auf den Kopf gestellt, der gesunde Menschenverstand mit Füßen betrampelt. Das Maulheldentum ist groß, aber wenn diese Leute die geforderten Lasten mittragen sollen, dann heißts: "Ich doch nicht, nur die anderen".

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Soldaten sind Kanonenfutter. Bei der Bundeswehr halbwegs gut bezahltes Kanonenfutter. Das wollten die Leute freiwillig machen.

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Kanonfutter im eigentlichen Sinne nicht. Aber jemand der die Drecksarbeit machen muss. Ob es allen bewusst ist, weiß ich nicht. Glaube nicht.

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Da die Wehrpflicht abgeschafft wurde, muss das jeder für sich entscheiden.

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Da die Frage zu polemisch und suggestiv gestellt ist, als dass man sie hier ernsthaft beantworten könnte, mache ich mal einen Gegenvorschlag:

Wen sowas ernsthaft interessiert (und wer hier nicht nur seine linke Meinung kund tun möchte), kann meine Kameraden und mich ja gerne morgen beim Tag der Bundeswehr besuchen und uns diese Frage stellen. :)

https://tag-der-bundeswehr.de/

Ich werde da sein. ;)

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Der Begriff "Kanonenfutter" ist ein überaus polemischer und unsachlicher Begriff für das, was bei aktuellen Auslandseinsätzen der Bundeswehr abläuft.

Kanonenfutter mag in einigen Fällen im 1. Weltkrieg gestimmt haben, aber heute ist alles völlig anders.

Die dt. Soldaten haben nicht mal einen "Kampfauftrag" sondern sollen z.B. Straßenkontrollen, Blockaden, Überwachung und Transporte durchführen.

Sie dürfen nur schießen, wenn sie direkt angegriffen werden. "Kanonenfutter" geht ganz anders.

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Kommentar von bachforelle49
09.06.2016, 16:31

.. nix da.. diese Art von Verblendung gibts bei mir nicht mehr! Wenn jemand `fällt `, kommts aufs selbe raus... Heute noch viel schlimmer, weil effizienter..  und nicht erst seit den `Kollateralschäden ` in Kundus, wo ein dt. Offizier glaubte brillieren zu müssen + auch noch zu `Ruhm und Ehren `kam, glaub ich eher an Feigheit der oberen Chargen (Offiziere) und söldnerhaftes Verhalten der Gefahrenzulagenempfänger (im Gegensatz zu unseren Vätern machen sie es ja freiwillig..)

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