Sind Buddhismus und Hinduismus gegen Homosexualität?

6 Antworten

Ich hatte die Antwort ja eigentlich schon bei einer anderen Frage gegeben:

Es gibt unterschiedliche Traditionslinien im Buddhismus, die auch in Fragen der Sexualität unterschiedliche Ansichten haben.

Insbesondere buddhistische Lehrer aus Asien sind häufig von ihrer Kultur geprägt und daher mitunter gegen Homosexualität eingestellt.

Es gibt wohl auch Passagen in den Schriften, die sich entsprechend deuten lassen.

Auch westliche Lehrer haben sich schon homophob geäußert.

Andererseits gibt es im Westen mittlerweile auch "Gay-Sanghas" (buddh. Gemeinschaften mit offener Homosexualität) und LGBT-Aktivisten.

Der Buddhismus hat zudem den Vorteil, dass die überlieferten Lehren des Buddha kein absolutes, festgeschriebenes Gesetz darstellen.

Wenn man zB legendenartige Elemente der Schriften als "kulturelles Beiwerk", oder sexualfeindliche Äußerungen als "veraltet" ansieht, ist das legitim.

Buddhas Lehre sind offen für das eigene Verständnis und die eigene Erkenntnis. Wenn man etwas als "falsch" erkennt, verwirft man es.

Es gibt also buddhistische Laien und Lehrer, die sich homophob äußern und sicher auch einige Sanghas mit homophoben Tendenzen.

Im "Kalama Sutta" (Anguttara-Nikaya III, 66) lehrt der Buddha gegenüber den Einwohnern der Stadt Kesaputta, die zur Familie der Kalamer gehörten:

Aus diesem Grunde eben, Kālāmer, haben wir es gesagt:

Geht, Kālāmer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters!

Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt,und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann, o Kālāmer, möget ihr sie aufgeben.

[...]

Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind heilsam, sind untadelig, werden von den Verständigen gepriesen, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Segen und Wohl', dann, o Kālāmer, möget ihr sie euch zu eigen machen

Wenn ein Buddhist also für sich selbst zu dem Schluss kommt, dass die Ablehnung von Homosexualität falsch ist, dann kann er entsprechende Passagen in den Schriften ignorieren.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 20 Jahren praktizierender Buddhist

Es zeugt nicht von einem guten Wissensstand, werter Balk171,

wenn Du in Deinen Fragen B. und H. in einem Atemzug erwähnst!

Ich kann Dir nur für den Buddhismus antworten:

Es gibt m.W. KEINE buddh. Lehre, die sich gegen Homosexualität ausspricht. Da die altertümliche und mittelalterliche Geisteshaltung aber homophob war, gibt es wahrscheinlich auch noch Menschen, die meinen, Homosexualität sei ein "Missbrauch der Sexualität".

Das wäre aber Quatsch.

Als Nichiren-Buddhist kann ich Dir sagen, dass unsere Laienorganisation, die Soka Gakkai International überdurchschnittlich viele Schwule und Lesben als Mitglieder hat und diese auch intern hohe "Ämter" ausüben.

Hinduismus und Buddhismus kann man durchaus in einem Atemzug nennen wenn man berücksichtigt das beide aus Indien kommen und gemeinsame geistige Wurzeln haben.

Im Bereich der indischen Philosophie kann man beide als orthodoxe (Hindu-Traditionen) und heterodoxe (Buddhismus) Schulen eines "Dharma" ansehen.

Auch für manche hohe Würdenträger wie der Dalai Lama bilden beide eine Einheit

http://web.uni-frankfurt.de/irenik/relkultur19.pdf

Gruß

2

Hallo,

das Christentum ist so ablehnend gegen Homosexualität wie gegen das Essen von Krabben, Hummern und Schnecken oder der Sexualkontakt mit einer menstruierenden Frau. Außerdem ist es dem gegenüber so negativ eingestellt wie langen Haaren bei Männern.

Also, wenn es die Bibel ernst nehmen würde.

Was möchtest Du wissen?