Ist der buddhismus eine Religion oder eine Lebenseinstellung?

Das Ergebnis basiert auf 16 Abstimmungen

Eine Lebenseinstellung 63%
Eine religion 38%

8 Antworten

Eine religion

ich bin Soto-Zen-Buddhist und sehe ihn als Religion.

Zufluchtnahme-Zeremonie

Dafür spricht bereits, dass es in den verschiedenen Traditionslinien auch Zeremonien gibt, die den formellen Übertritt zum Buddhismus symbolisieren.

In unserer Tradition erhält man eine zweijährige Unterweisung durch einen Lehrer und muss ein "Rakusu" selbst nähen, das das Gewand Buddhas symbolisiert.

Anschließend bekommt man es vom Lehrer verliehen, zusammen mit einem buddhistischen Dharma Namen. Andere Traditionen haben natürlich andere Riten

Religiöse Zeremonien

Auch für Hochzeiten, Begräbnisse usw. gibt es buddhistische Riten. Im Zweiten Weltkrieg wurden in Japan z.B. Riten für den militärischen Sieg durchgeführt.

Geistliche

im Buddhismus gibt es sowohl Mönche, als auch Nonnen. Es werden Klöster und klosterartige Gemeinschaften gepflegt.

Übrigens gibt es auch Missbrauchsfälle durch buddhistische Lehrer - finanzielle Ausbeutung, Kindesmissbrauch, Drogenkonsum, Herstellung von Kinderpornographie...

Hierarchien

In den verschiedenen buddhistischen Traditionen gibt es z.B. Dachverbände mit kirchenartigen Strukturen. So erhalten z.B. Geistliche unterschiedliche Titel, je nach Rang

Was der Buddhismus nicht hat:

In der Lehre des Buddha gibt es keinen allmächtigen Schöpfergott, kein Konzept einer unsterblichen Seele, von "Sünden" und deren Bestrafung.

Auch göttliche Offenbarungen durch Propheten und von Gott übermittelte Gebote gibt es dort nicht.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Seit mehr als 30 Jahren praktizierender Buddhist
Eine religion

Auszug aus den Buch: Krone des Lebens "Der Buddhismus" von Sant Kirpal Singh

"Es bedeutet nicht, daß Buddha die Existenz Gottes oder die der Stufen verneinte, die über den spirituellen Pfad zu ihm führen. Wenn er etwas von höherem Wert und lebenswichtigem Interesse, das seiner Zeit weit voraus war und das anzunehmen der gemeine Mann weder vorbereitet noch willens war, nicht öffentlich bestätigte, bedeutet das nicht, daß er es ablehnte. Dies blieb natürlich wenigen Auserwählten vorbehalten und für die bewahrt, welche der mystischen Belehrung, die sich auf das transzendente Hören bezog, für wert befunden wurden."

Eine religion

Der Buddhismus...

  • Lehrt metaphysische, wissenschaftlich nicht greifbare Konzepte (Karma, Reinkarnation, unbekannte Welten/Sphären usw.).
  • Kennt kanonische "Heilige Schriften", u.A. aufgezeichnete Reden Buddhas im Pali-Kanon.
  • Lehrte in der Zeit des Buddha durchaus die Existenz von Göttern: Buddha hat in mehreren Lehrreden von den Göttern (Indra, Brahma usw.) gesprochen. Die Ansicht, der Buddhismus sei im Kern eine atheistische Religion, ist nicht zutreffend.
  • Stellt und beantwortet typisch religiöse Fragen: Woher kommt der Mensch? Was geschieht nach dem Tod? Wie soll man richtig Leben?
  • Kennt die Verehrung von Heiligen, sogenannten Bodhisattvas.
  • Kennt religiöse Hierarchien und Organisationsformen, insbesondere ein stark ausgeprägtes Mönchswesen z.B. in Thailand.

Der Buddhismus wird daher völlig zu Recht in sämtlichen gängigen Lexika oder sonstigen Werken als Religion bezeichnet.

Eine Lebenseinstellung

Eine Religion ist auch eine Lebenseinstellung. Der Buddhismus ist eine Spirituelle Lehre, basierend auf die Aussagen von Siddartha Gautama.

Eine Lebenseinstellung

Ich halte es eher für eine Lebenseinstellung. Ich weiß noch nicht viel über den Buddhismus aber was ich bis jetzt erfahren habe gefällt mir. Es ist im Gegensatz zu unseren christlichen Religionen eine sehr naturverbundene Weltanschaung mit vielen hohen Werten.

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