Ist der Bezug von 80 % der ALG 2 Regelleistungen trotz gleichzeitigem Bezug von Wohngeld möglich?

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2 Antworten

Du kannst bei einem freiwilligen Dienst Wohngeld beantragen,dazu musst du aber schon Mieter / Eigentümer von selber bewohntem Wohnraum sein und dazu brauchst du dann auch noch ein Mindesteinkommen !

Das beträgt dann min. 80 % deines Bedarfes nach dem SGB - ll - dass würden dann in der Regel 404 € Regelsatz sein und dazu dann deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) und davon dann min. 80%.

Wenn du jetzt angenommen 350 € FSJ - Gehalt bekommen würdest und deine Eltern dir nicht min. Unterhalt in Höhe deines Kindergeldes zahlen,dann steht dir dein Kindergeld von min. 190 € zu,du würdest dann also schon mal ca. 540 € haben.

Würdest du angenommen ein Zimmer für 200 € bekommen,dann läge dein Bedarf mit dem Regelsatz bei angenommen ca. 600 € und 80 % davon würden dann ca. 480 € ergeben,du könntest dann also Anspruch auf Wohngeld haben.

Ziehst du ohne wichtigem Grund bei deinen bedürftigen Eltern aus,dann würde dir max. dein gekürzter Regelsatz von 324 € zustehen und keine Kosten für die Unterkunft.

Ist der Auszug aber z.B. wegen dem FSJ - notwendig,dann würdest du auch eine Aufstockung bekommen und dann würde es auch für die Wohnkosten etwas geben und dir stünde der derzeit volle Regelsatz von 404 € zu.

Wenn du also ohne Grund ausziehen würdest und bekommst 350 € FSJ - Gehalt und 190 € Kindergeld,dann würde dir das Jobcenter von deinem Gehalt ein Freibetrag ( theoretisch ) von 200 € abziehen,es blieben dann noch 150 € + 190 € Kindergeld = 340 €,somit hättest du keinen Anspruch mehr.

Bei wichtigem Grund stünden dir dann 404 € Regelsatz zu,dann würden nach dem Abzug der 200 € schon mal 204 € Bedarf bleiben und nach Abzug der 190 € Kindergeld noch 14 € und dazu käme dann die Miete deines angenommenen Zimmers von 200 €,würdest dann also ca. 214 € an Aufstockung bekommen.

Liegt aber kein wichtiger Grund vor,aber du kannst deinen Bedarf aus eigenem Einkommen decken,dann stünde dir auch eine Aufstockung inkl.Wohnkosten zu.

Würdest du dann also angenommen 350 € Gehalt bekommen und 190 € Kindergeld,sind das 540 €,könntest du dann nach Abzug des vollen Regelsatzes von 404 € mit dem Rest von 136 € dein angenommenes Zimmer zahlen,dann hättest du auch Anspruch auf Aufstockung.

Dann würde dein Bedarf bei angenommen 540 € liegen und abzüglich der 200 € Freibetrag stünde dir eine Aufstockung von 200 € zu.

Du hättest ggf.noch die Möglichkeit einen Nebenjob auszuüben,dann allerdings fallen die 200 € an Freibetrag weg und dann stehen dir nur die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll - zu,dein Gehalt und dein Kindergeld würden dann voll angerechnet.

Hättest du angenommen 200 € aus einem Nebenjob,dann stünden dir 120 € an Freibetrag zu und 80 € würde dein anrechenbares Erwerbseinkommen sein und dazu käme dann dein Gehalt von angenommen 350 € und die 190 € Kindergeld.

Dann läge dein anrechenbares Einkommen bei 620 €.

Du hättest dann aber ein Einkommen von insgesamt 740 € und nach Abzug der 404 € Regelsatz könntest du dir dann schon eine Unterkunft von angenommen 300 € suchen und somit deinen Bedarf aus eigenem Einkommen decken.

Dein Bedarf würde dann in dem Beispiel bei 704 € liegen,da du aber dann nur 620 € anrechenbares Einkommen hättest würden dir noch etwa 84 € an Aufstockung zustehen,wenn du dann nicht mehr Anspruch auf Wohngeld hättest,dass müsste dann vorrangig beantragt werden.

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Da hast du recht. Wenn bei der Berechnung der Transferleistungen keine Bedarfe für Unterkunft berücksichtigt wurden, bist du nicht vom Wohngeldgesetz ausgeschlossen (Umkehrschluss aus § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WoGG).

Dazu braucht man kein Geheimnis um seine Quelle machen, sondern einfach mal ins Gesetz schauen. ;-)

Lohnend ist das allerdings nicht, weil

  1. Wohngeld nur ein kleiner Zuschuss zum Wohnen ist und du
  2. um Wohngeld zu erhalten über ein Mindesteinkommen von 80 % des Regelbedarfs zzgl. deiner Gesamtmiete verfügen musst.

Was letztendlich bedeutet, unter den gegebenen Bedingungen wird dein Wohngeldantrag wegen fehlender Plausibilität abgelehnt.

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Kommentar von keennamefrei
01.07.2016, 00:48

1. ist besser als nichts und die Bedingung von 2. zu erfüllen wäre vllt durchaus möglich.

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