Ist der Beruf Polizist gefährlich und welche Stellungen gibt es dort?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hey Lorbeerbaum,

da haben deine Eltern teilweise beide recht.
Polizeibeamter zu sein ist nicht gerade einfach geschweige denn ungefährlich.
In vielen Bundesländern brauchst du mittlerweile Abitur oder Fachabitur um überhaupt noch zur Polizei kommen zu können, da es sich um einen Studiengang handelt.

Die Gewalt gegenüber Polizeibeamten ist zwar entgegen dem herrschenden Glauben nicht gestiegen, aber die Art und Schwere der Gewalttaten gegenüber Polizeibeamten und auch -beamtinnen ist immens gestiegen. Mittlerweile wird nicht nur gepöbelt, sondern auch mit Messern oder Schusswaffen gedroht oder sogar auch eingesetzt. Schlägereien sind da keine Seltenheit mehr.

Weiterhin stehen Polizeibeamte immer in der Öffentlichkeit, da heute fast jeder ein Smartphone hat, werden Polizeikontrollen auch immer öfter gefilmt sodass jeder noch so kleine Fehler direkt große Kreise zieht. Generell werden Polizeibeamten zwar Fehler zugeschrieben und auch akzeptiert aber sie haben diesbezüglich deutlich weniger Spielraum (Einhaltung der Form- und Verfahrensvorschriften, verhältnismäßiges Handeln, Ermessen, Opferbetreuung, Täterversorgung, tausend Dinge müssen beachtet werden).
Denken sie nicht an jede mögliche Straftat sind sie wegen Strafvereitelung im Amt dran, folglich müssen sie sehr wachsam sein. Schusswaffeneinsatz? Auotmatische Einleitung eines Strafverfahrens wegen Totschlags. usw usw usw. Schichtdienst, Gefahren, eingeschränktes Privatleben, u.v.m. gehören da zum Alltag.

Aber es ist nicht halb so schlimm, wie es zunächst klingen mag. Es ist ein Beruf der Spaß macht, du hast teilweise "eine zweite Familie", jemanden mit dem du durch dick und dünn gehen kannst, auf den du dich verlassen kannst.
Die Professionalität die einem dort geboten wird ist wirklich großartig, du hast Leute, die auch wirklich etwas von ihrem Beruf verstehen, was heutzutage nicht unbedingt selbstverständlich ist. Die Gefahr in diesem Beruf ist natürlich nicht zu unterschätzen, aber man wird schon vernünftig ausgebildet. Du hast Trainings zu allen erdenklichen Lagen, wie du jemanden festnimmst, wie du jemanden beruhigst, wie du dich mit dem Opfer einer Straftat unterhältst und, und, und.....

Der Polizeiberuf bietet dir hunderte von Möglichkeiten:

  • Einsatz- und Streifendienst
  • Verkehrs- und Unfalldienst
  • SEK
  • MEK
  • Fachkommissariate
    1. FK (Kapitaldelikte, Sexualverbrechen, Brandermittlungen)
    2. FK (Eigenumtsdelikte, Raubdelikte)
    3. FK (Wirtschaftskriminalität, Internetkriminalität)
    4. FK (Staatsschutz)
    5. (Kriminaltechniker, Spurensicherung)
    6. Jugendsachen
    7. Verkehrsangelegenheiten
  • Reiterstaffel
  • Hundestaffel
  • Bereitschaftspolizei
  • Dokumentenfälschung
  • Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten
  • Beweissicherungs- und Dokumentationstruppen
  • Fahndung
  • Führungs- und Lagezentrum
  • Einsatzleitstelle
  • Handwerker
  • Kfz.-Mechaniker
  • Hausmeister
  • Gärtner
  • Dozenten (im Nachwuchsbereich, also Lehrtätigkeiten)
  • Verwaltung
  • Führungsaufgaben
  • Autobahnpolizei
  • Einsatzhundertschaften (Beamte die zweitgleich im Einsatz- und Streifendienst und einer Bereitschaftspolizeihundertschaft sind)
  • Betreuung / Sprechstunden für Beamte (also Seelsorger, Psychologen, etc.)
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Nachwuchsgewinnung
  • Verwaltung/Einteilung/Organisation von Einsatzmitteln/Geldern usw.

sind nur einige von vielen, vielen Bereichen in denen du bei der Polizei tätig sein kannst. Es gibt so ziemlich alles, was das Herz begehrt ;-)

Absolut perfekte Antwort, ich glaube besser kann man das nicht beschreiben. Stimmt alles, ist alles drin und nichts ist übertrieben

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Dein Vater hat Recht, jeder Bauarbeiter hat ein höheres Verletzungs- und Todesrisiko als ein Polizist. Die Cops machen nur immer sehr großen Wind darum, wenn sie sich mal im Dienst verletzen.

Da streiten sich wohl die Geister drüber... ;) Kommt immer darauf an, wie der Zufall so mitspielt und wie man mit seiner Umwelt umgeht. Soll heißen, 100%tige Sicherheit gibt es nicht, man kann aber wenn man sich halbwegs vorsichtig verhält, sich vorallem einprägt, dass die Eigensicherung immer Vorrang hat und man sein Umfeld immer im Blick hat, recht unbeschadet durchs Leben kommen, zumindest was die körperliche Unversehrtheit angeht. Wie jeder einzelne die Erlebnisse psychisch verarbeitet weiß vorher keiner, ohne dickes Fell geht man mit den Jahren wahrscheinlich vor die Hunde. Gegen ein Gegenüber was es darauf anlegt Dich umzulegen, bist Du auch mit der besten Weste nicht geschützt, weil der aus dem Hinterhalt auf den Kopf schießen wird, was in Deutschland noch selten vorkommt, anderswo ist es Alltag.

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