Ist der Begriff "Asyltourismus" politisch inkorrekt?

15 Antworten

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Touristen sind Menschen, die aus Neugier oder dem Wunsch nach Erholung auf komfortablen Wegen ein anderes Land besuchen.

Asylbewerber, egal ob mit berechtigten Asylanspruch oder nicht, kommen fast immer aus purer Not auf lebensgefährlichen Wegen zu uns.

Die beiden Begriffe passen schlicht nicht zusammen. Der Begriff "Asyltourismus" soll die Flüchtlinge pauschal verunglimpfen und entspringt der menschenverachtenden Grundhaltung rechter Politiker. Aber wen wunderts, gehört nach deren Auffassung "Political Correctness" sowieso auf den Müllhaufen der Geschichte. Wer noch ein wenig Sinn für Menschlichkeit hat, darf diesen Demagogen nicht folgen.

"Touristen sind Menschen, die aus Neugier oder dem Wunsch nach Erholung auf komfortablen Wegen ein anderes Land besuchen."

In einem übertragenen Sinne kann man das auch anders sehen. Siehe z.B. den Begriff "Hartz-4-Tourismus", der eigentlich etwas ähnliches ist und nur auf eine andere Personengruppe bezieht und von den Medien und Politikern weiterhin fleißig verwendet wird. Ist denn dieser nicht ebenso menschenverachtend?

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@sumi79

Wenn man diesen Begriff googelt wird er in unterschiedlichen Kontexten benutzt.

Hartz 4-Empfänger, die in andere Länder reisen, um dort günstige Lebenshaltungskosten auszunutzen. Da finde ich den Begriff angebracht.

Eu-Ausländer, insbesondere aus Süd-Ost-Europa, den man unterstellte, dass sie gezielt nach Deutschland kamen, um vom Sozialsystem zu profitieren. Dem wurde 2012 gesetzlich Riegel vorgeschoben. Den Begriff würde ich in diesem Zusammenhang als Stammtischparole noch akzeptieren auch wenn er insofern unlogisch war, weil Touristen erstens ein besuchtes Land nach einiger Zeit wieder verlassen und zweites Geld mitbringen.

Im Zusammenhang mit der derzeitigen Flüchtlingskrise. Hier wird ebenfalls unterstellt, dass diese Menschen nur wegen´der Sozialleistungen nach Deutschland kämen. Krieg, Not, Verfolgung in ihrer Heimat wird dabei völlig ausgeblendet. Viele kommen sicherlich mit falschen Vorstellungen von Studium oder hochbezahlten Jobs, die ihnen von Schleppern versprochen wurden, aber die wenigsten wollen ihr Leben lang von Sozialhilfe leben. In diesem Zusammenhang ist der Begriff gleichfalls eine Verunglimpfung dieser Menschen und ein demagogischer Kampfbegriff.

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"Weder "Asyl" , noch "Tourismus" können einzeln aals beleidigend aufgefasst werden." - Das ist ja auch nicht Bedingung dafür, ein vergifteter Begriff zu sein.

"Warum wird also diese Kombination als politisch inkorrekt eingestuft" - Weil es menschenverachtend und moralisch verkommen ist, die Flucht vor Krieg, Hunger und Elend wie einen Badeurlaub am Ballermann zu bezeichnen.

"Warum soll man die Sachen nicht beim Namen nennen dürfen?" - Weil das nunmal nicht "der Name" ist.

Den Asyltourismus gibt es sicher auch, man könnte aber auch von Asylreisenden sprechen, wenn Menschen in mehreren Ländern Asyl beantragen wollen.Wenn es nach der SPD alleine gegangen wäre, würden alle als Flüchtlinge bezeichnet die kommen und bei den Problemen wie Verfahrenslängen und Grenzsicherungen würde sich kaum etwas ändern.Die CSU mit ihrem Innenministerium möchte Ordnung in den Zugang bringen, so wie es z.B. Länder wie Kanada und Australien machen.BP Steinmeier versucht - mit seinem Hintergrund als Außenminister und SPD-Mitglied-auf das moralische Bild Deutschlands zu achten.Das kann und soll er auch, da er nicht an der praktischen Tages-Politik beteiligt ist.

Rund 30.000 sofort ausreisepflichtige Asylbewerber sind nicht auffindbar, untergetaucht oder weg. Wie kann es sein daß die Behörden hier keinen Überblick haben?

Ich will nicht hetzen. Aber gerade auch im Hinblick auf wichtige Themen wie Sicherheit und Grenzkontrollen ist dies eine berechtigte Frage.

Hier der Link dazu:https://www.merkur.de/politik/30-000-asylbewerber-in-deutschland-spurlos-verschw...

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