Ist der Arzt dann schuldig?

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8 Antworten

Wer als Arzt einen Patienten operiert und dabei fahrlässig handelt (d.h. gegen Sorgfaltspflichten verstößt), so macht er sich wegen fahrlässiger Tötung strafbar.

Zu fragen ist in einem solchen Fall: Hätte ein besonnener Dritter aus dem Personenkreis des Arztes in der Situation des Arztes den Eintritt des strafrechtlichen Erfolgs (= des Todes) vermieden? Wenn diese Frage bejaht wird, so liegt Fahrlässigkeit vor. Wird die Frage dagegen verneint, so ist keine Strafbarkeit gegeben.

In einem Strafprozess muss dem Arzt aber diese Fahrlässigkeit nachgewiesen werden. Also: Der Arzt ist nicht in der Pflicht zu beweisen, dass er alles ordnungsgemäß gemacht hat, sondern das Gericht muss ihm, um ihn verurteilen zu können, einwandfrei nachweisen, dass er fahrlässig gehandelt hat. Hier liegt in der Praxis der Knackpunkt. Natürlich gibt es offensichtliches Fehlverhalten von Ärzten, aber das ist selten. Viel häufiger kommt es vor, dass Patienten sterben (oder auch dass eine OP nicht das erwünschte Ergebnis bringt und Komplikationen auftreten, dann steht fahrlässige Körperverletzung im Raum) und es nicht wirklich sicher ist, ob dem Arzt jetzt fahrlässig ein Fehler unterlaufen ist.

Das heißt für die Praxis: Es ist sehr schwer, einem Arzt Fahrlässigkeit einwandfrei nachzuweisen und ihn dann verurteilen zu können.

Soweit zur strafrechtlichen Seite.

Viel häufiger sind die Fälle, in denen Ärzte zivilrechtlich für Behandlungsfehler vor Gericht gezogen werden, wenn sich Patienten schlecht behandelt fühlen und nun Schadensersatz haben wollen. Das hat aber nichts mit einer Strafbarkeit des Arztes zu tun.

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Ein Arbeitsunfall wäre es, wenn der Arzt sich selbst in den Finger schneidet.

Macht er einen VERMEIDBAREN Fehler, (man spricht vom "Kunstfehler", wäre er haftbar und seine Haftpflichtversicherung müsste zahlen.

Da liegt auch genau die Crux. der Arzt darf seinen Fehler gar nicht ohne weiteres zugeben. Dann würde er seinen Versicherungsschutz verlieren.

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Das hängt davon ab. Wenn der Arzt fahrlässig handelt (weil er zb während der OP betrunken ist) dann ist es fahrlässige Tötung. Wenn er aber jetzt bei einer lebensgefährlichen OP den Patienten nicht retten kann, dann ist es nicht so.

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Das kommt darauf an, auf welche Weise der Patient zu Tode kommt. Handelt der Arzt vorsätzlich, grob fahrlässig, leicht fahrlässig oder nach den Regel der Kunst, wobei ein unvorhersehbares Ereignis eintritt.

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Hallo! Wenn Du als Berufskraftfahrer Durch fahrlässiges Verhalten einen Menschen auf dem Gewissen hast so ist das fahrlässige Tötung.

So geht es dem Arzt auf. Habe da mal einen drastischen Text eine Chirugen gelesen : 

Wir stehen immer mit einem Bein im Kittchen.

Ob jetzt jede Art Versehen Fahrrlässigkeit ist weiß ich auch nicht, alles Gute.

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Töten ist ein aktiver Vorgang, der per definetionem eine Schuld und eine Anklage nach sich zieht.

Wenn ein Patient während einer OP verstirbt, ist die Frage, warum das so ist. Eine Obduktion wird immer bei ungeklärten Todesumständen durchgeführt und da wird sich dann herausstellen, ob der Arzt einen Fehler gemacht hat.

Liegt ein Behandlungsfehler vor, kommt es auf die Schwere des Fehlers an, ob das für den Arzt Konsequenzen hat, in welcher Form auch immer.

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Kommentar von JuxSinnlos
16.11.2016, 22:36

Leider wird nur ein Bruchteil der Patienten, die unter unklaren Umständen versterben, obduziert.

Wird auf dem Totenschein eine nicht natürliche oder ungeklärte Todesart angekreuzt, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie eine Obduktion in der Rechtsmedizin möchte. Da Obduktionen ziemlich teuer sind, wird oft darauf verzichtet, wenn keine deutlichen Anzeichen für ein Verbrechen bestehen.

Im Krankenhaus können Ärzte oder Angehörige unabhängig davon eine Obduktion in der Pathologie (nur mit Einverständnis des Patienten/ der Angehörigen) anfordern. Auch das ist aus Kostengründen sehr selten geworden.

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Wenn so ein Fall eintritt, dann kommt es auf jeden Fall zu einer Untersuchung. Wird es eine Abweichung von der Lege artis festgestellt, dann gibt es eine Anklage durch den Staatsanwalt.

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Vor einer OP muss der Patient ein Dokument unterschreiben, indemcer auf mögliche Risiken hingewiesen wird, und im Falle eines Todes nicht der Arzt belangt werden kann.

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