Ist der alte Kreditgeber meiner Mutter (tot) unter unten genannten Voraussetzungen berechtigt Darlehensschulden bei mir einzutreiben?

5 Antworten

Zunächst einmal hast du mit deiner Annahme völlig Recht. Du haftest prinzipiell bei Eintritt in die Volljährigkeit mit dem damals vorhandenen Vermögen. Da es zwar Immobilien gab, die aber offensichtlich zu wenig Wert waren, um die Schulden zu tilgen und entsprechend verwertet wurden, hattest du offenbar keinerlei Vermögen.

Genauer besagt das §1629a BGB.

Eine wichtige Detailfrage: Handelt es sich um dieselbe Bank, die auch das Geld aus dem Verkauf der Immobilie erhalten hatte?

Wenn ja, hast du einen zweiten Grund, warum das ganze abgewehrt werden kann. Das kann man Verwirkung nennen.

Ich würde dem Inkasso folgendes schreiben: "Wertes Inkasso. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Zum einen verweise ich auf §1629a BGB. Zum zeitpunkt der Volljährigkeit war kein Vermögen vorhanden. Zudem ist eine solche Forderung sicherlich verwirkt, da sie von der Bank bis heute nicht geltend gemacht wurde. Darüber hinaus sehe ich hier keinen Grund, warum die Forderung nicht als verjährt angesehen werden kann. Und schließlich stelle ich in Aussicht, den damals erfolgten Erbantritt anzufechten aufgrund dessen mir diese Schulden bis heute völlig unbekannt waren. Ich erwarte insofern ihr Erledigt-Schreiben. Bei weigerung, die Angelegenheit für erledigt zu erklären, zwingen Sie mich, auf ihre Kosten einen Anwalt mit einer negativen feststellungsklage zu beauftragen. Ich bin mir aufgrund des Streitwertes ziemlich sicher, dass sie das nicht wollen."

Damit ist alles gesagt. Dann die Reaktion abwarten und ist das Inkasso uneinsichtig, geht man zu einem Anwalt. Für den dürfte es (soweit du nichts weggelassen hast bei deiner Schilderung) leicht verdientes Geld sein.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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Es gab mehrere Gläubiger, die bedient wurden. Das waren neben Banken auch Großhändler. Die Volksbank hatte keinen größeren Betrag erhalten, nur 50 Euro, wenn ich mich recht erinnere. Die Wohnungen hatten jeweils einen Wert von über 100.000 Euro.
Kann man denn das Erbe im Nachhinein noch anfechten? Die erste Mahnung der Volksbank kam bereits im August. Drei Monate wären seitdem verstrichen.

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@Biene234306
Die Volksbank hatte keinen größeren Betrag erhalten, nur 50 Euro, wenn ich mich recht erinnere.

OK. Spricht für die Verwirkung, wenn man sich dann viele Jahre nicht mehr meldet.

Kann man denn das Erbe im Nachhinein noch anfechten?

Ja, wenn man eine böse Überraschung erlebt, dass es Schulden gibt, die bei Erbantritt völlig unbekannt waren.

Ich würde dem Inkasso das so erst mal schicken. Das hat den Vorteil, dass das Inkasso dann reagieren muss und sollte es auf einer Zahlung beharren, müssen sie ggf. deine Anwaltskosten dann bezahlen. Denn du hast denen ja geschrieben, dass du zum Anwalt gehst, wenn sie nicht locker lassen.

Spätestens mit der Haftung zum Zeitpunkt, als du 18 warst, ist das Thema eigentlich vom Tisch. Der Wert der Immobilien hat die Schulden überstiegen, daher gab es mit 18 kein vermögen, so einfach ist die Rechnung. Insofern ist es auch aus meiner Sicht kein relativ großes Risiko, einen Anwalt mit der Klärung zu beauftragen, wenn das Inkasso nicht locker lässt.

All das weiß aber das Inkasso auch. Die sind ja auch nicht dumm und prüfen solche Forderungen vorher. Die versuchen es halt. Normalerweise sollte das Inkasso sich zurückziehen, wenn es merkt, dass du dich informiert hast und richtig reagierst.

Wenn das Inkasso nach deinem Widerspruch nicht locker lässt, kannst du auch einfach alle weiteren Briefe ignorieren. Beim gerichtlichen Mahnbescheid Kreuzchen machen (ich widerspreche insgesamt) und per Einschreiben ans Gericht zurücksenden. Dann schauen, ob sie jemals Klage einreichen (was ich bezweifeln würde).

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@mepeisen

Naja, also bei meinem Vater haben sie sich ja gemeldet denke ich. Nur eben nicht bei mir. Das könnte doch schon ein Problem darstellen?

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@Biene234306

Nö. Es interessiert bei dir persönlich nicht, was der Gläubiger da mit deinem Vater besprochen hat oder nicht.

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@mepeisen

Vielen Dank für die ausführliche und ermutigende Antwort!:)
Ich werde nun ein Schreiben verfassen und erkundige mich schonmal über Anwälte in der Nähe, die infrage kommen könnten. Hoffentlich lässt das Inkasso von sich aus ab..

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Einen Anwalt wirst du wohl benötigen. Stimmt zwar, dass du nur mit deinem Vermögen zum Zeitpunkt der Volljährigkeit haftest. Hierfür musst du aber mit Eintritt der Volljährigkeit tätig werden.

https://www.juraforum.de/gesetze/bgb/1629a-beschraenkung-der-minderjaehrigenhaftung

Stellt sich also zum ersten die Frage, ob tatsächlich eine Grundschuld für die 10.000€ eingetragen war, warum der Käufer nicht angewiesen wurde, die Forderung der Bank zu begleichen und warum die Bank 2015 offenbar auflagenfrei Löschung erteilt hat?

Also zunächst mal alle Unterlagen von 2015 zusammen suchen, evtl über Rückfrage beim Notar.

Warst du eigentlich Alleinerbe nach der Mutter? oder haben Vater und Bruder gleiches Schreiben erhalten?

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Ich habe mit meinem Vater und meinem Bruder zusammen geerbt. Ich denke auch eher, dass ich wenn überhaupt nur für ein Viertel der Schulden aufkommen müsste, aber das wird in dem Schreiben der Bank nicht erwähnt.
Das mit der Grundschuld habe ich mich auch schon gefragt. Der Notar hatte alle Gläubiger in der Verkaufsurkunde bedient, eine Volksbank wurde nur mit 50 Euro erwähnt, soweit ich mich erinnere. Wie dieser Betrag zustande kam, weiß ich nicht.
Leider hatte sich ein Freund der Familie unsere Vertretung bzw. Unterstützung in dem Erbfall angenommen, der sich als recht unzuverlässiger Anwalt herausstellte und unsere Interessen nur mäßig kompetent vertreten hat.

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@Biene234306

mehrere Schuldner haften gemeinsam. Die Bank sucht sich einen aus und den Rest müsst ihr im Innenverhältnis klären.

Bei der Bank mal den Vertrag einfordern, vielleicht stellt man dir auch den Schriftverkehr von 2015 zur Verfügung. Bei mir würde ich einen Termin mit dem Filialleiter machen. ( und meinem Vater die Ohren lang ziehen, dein Kommentar bei wilees)

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@kabbes69

Ich habe in meinem Antwortschreiben an die Volksbank bereits die Unterlagen angefordert, die wurden mir aber nicht geschickt. Was halten sie von der Vorgehensweise, wie sie mepeisen vorschlägt? Könnte das sinnvoll sein?

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@Biene234306

Ja, da mepeisen sich im inkasso Bereich bedeutend besser auskennt als ich, hätte ich zumindest bei dem Schreiben keine Bedenken.

Ob ich den Erbantritt tatsächlich anfechten würde, wenn es soweit kommen würde, muss ein Anwalt prüfen.

Meine Bedenken hierbei:

die Häuser der Mutter, die Schulden dem Vater, somit war die Mutter Bürge für die Schulden des Vaters, aber war das Erbe der Mutter tatsächlich überschuldet?

Die Situation kann ich nicht wirklich einschätzen.

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@kabbes69

Das ist ein guter Aspekt. Mein Bruder und ich hatten damals auch eine Vereinbarung getroffen, in der festgelegt wurde, dass die Gläubiger meines Vaters, die eine Grundschuld am Haus besitzen, bevorzugt befriedet werden. Anders hätten diese Gläubiger dem Verkauf des Hauses nicht zugestimmt.
Sie sehen, es ist leider sehr kompliziert und verwoben. Ich danke Ihnen sehr für Ihren Rat.

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und nur das Vermögen, das ich mit in die Volljährigkeit genommen habe, für die Begleichung der Schulden dienen kann.

Nö, erben können auch Kinder und da das Erbe nicht ausgeschlagen wurde, hast Du auch die Schulden geerbt. Vom einem Minderjährige kan man die natürlich nicht eintreiben, jetzt wo Du volljährig bist aber schon; genau das versucht die Bank jetzt.

Investier mal circa 100 Euro und lass Dich von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten, sonst wirst Du - falls es eine gibt - keine Chance haben, dem zu entgehen.

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Das klingt für mich jetzt erstmal zu trivial, hast du vielleicht Belege im Erbrecht dazu?

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@Biene234306

Nein, das ist nur das, was ich so ganz allgemein meine, zu wissen .- geh zu einem Anwalt.

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Ja zu einem Erbrechtler werde ich wohl so oder so müssen, ich wollte aber schonmal vorab ein paar Informationen sammeln. Ob man denen dann Vertrauen schenkt, ist natürlich die andere Frage :)

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Du verwechselt etwas ganz Grundlegendes. Die Erbschaft selbst meint der TE gar nicht. Es geht hier um die Haftung. Genauer §1629a BGB.

TE hat vollkommen Recht. Er kann Schulden mit Eintritt in die Volljährigkeit auf das beschränken, was er an Vermögen hatte. Offenbar war dies effektiv exakt gar nichts.

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Vielen Dank schon mal im voraus für Ihren Rat!

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Derselbe Rechtsgedanke zählt, wenn mehr oder minder versteckt die Inkassokosten an einen vorgeblich externen Dienstleister vergeben werden, aber in Wirklichkeit eine enge Verflechtung, gar eine wirtschaftliche Beteiligung (auch solche über Strohmann- oder Treuhandverhältnisse) besteht. So manche Abzockfirma beauftragt Inkassobüros, bei denen sie selbst beteiligt sind oder waren.

Hier die Quelle:

http://www.recht-hilfreich.de/inkasso-frankfurt/inkasso/inkassokosten-erfolgreich-abwehren-so-gehen-sie-richtig-vor/

Ist jetzt ein Rechtsanwalt, der die selbe anschrift hat wie das inkassobüro ein solcher Mittelsmann, welcher nicht die Inkassogebühren mit abkassieren darf?

Beispiel aus dem Telefonbuch Gelbe Seiten:

Universum Inkasso Group, Hugo-Junkers-Straße 3, 60386 Frankfurt am Main

Rechtsanwaltskanzlei Peter Neumeyer, Hugo-Junkers-Straße 3, 60386 Frankfurt am Main

Habe ich Chancen, meine 200 Euro Inkassogebühren wiederzubekommen wenn ich schon zusätzlich zu diesen 200 Euro inkassogebühren noch 250 Euro Rechtsanwaltgebühren gezahlt habe? Oder zählt ein Rechtsanwalt der die selbe anschrift hat, nicht als "mittelsmann" und kann die Inkassogebühren brav vor Gericht einklagen?

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