Ist Demokratie moralisch verwerflich, immerhin maßen sich hier Menschen an über andere zu bestimmen?

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39 Antworten

Ich denke, dass auch in einer Demokratie versucht wird, dem einzelnen möglichst viele Rechte und Freiheiten zu gewährleisten. Du hast hier immerhin Versammlungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, freie Berufswahl etc.

Und spätestens die freie Berufswahl wäre in einer Anarchie nicht mehr so gewährleistet, denn ich fürchte, wenn Menschen nicht regieren, regiert eben doch Geld die Welt und dann kann sich nicht jeder ein Studium leisten, weil z.B. auch BAföG eine staatliche Sache ist.

Sittengesetze, die in den privaten Bereich eindringen, z.b. das Verbot homosexueller Beziehungen, gehen natürlich gar nicht, sind aber für eine Demokratie auch nicht notwendig.

Ich würde frei nach dem Grundsatz "The right to swing my fist ends where the other mans nose beginns" sagen: Gesetze dürfen nur Dinge verbieten, die Menschen schaden würden, die sich nicht vorher damit einverstanden erklärt haben.

Also: Homosexualität z.B. ist Privatsache zwischen zwei Menschen und solange sich beide einig sind, geht das sonst niemanden etwas an, da niemandem irgendetwas gegen seinen Willen geschadet wird.

Oder, um ein Beispiel zu wählen, wo mehr Diskussionsspielraum besteht, denn bei Homosexualität sind wir uns denke ich alle einig dass da eh kein Problem besteht, ich würde behaupten, dass auch Formen der Sexualität, bei denen einem von beiden geschadet wird (SM) nicht illegal sein müssen, da ja beide damit einverstanden sind. Trotzdem halte ich SM für moralisch verwerflich, Homosexualität nicht unbedingt. Also: Auch nach allgemeinem Konsens moralisch verwerfliches sollte nur dann verboten werden, wenn dabei Menschen zu schaden kommen, die diesen Schaden nicht wollen.

Die Frage ist bloß: Wie ist das bei Cannabis? Wird damit unbeteiligten geschadet? Darüber kann man sich streiten und das ist ja inzwischen auch politisch in der Diskussion.

Und: Wie ist das mit der Wehrpflicht? Ist die Verweigerung der Wehrpflicht eine Sache der persönlichen Freiheit?

Als Pazifistin bin ich gegen Kriege und damit gegen Wehrpflicht. Aber wenn man die Notwendigkeit von Kriegen annähme, dann würde es dem Allgemeinwohl schaden, wenn nur wenige Freiwillige wehrfähig wären, während andere in Berufung auf ihre Freiheit aus egoistischen Gründen sich unsolidarisch verhalten haben. Aber erfreulicherweise haben wir ja eh keine Wehrpflicht mehr, weil diese Form der Solidarität aktuell nicht benötigt wird, weil Deutschland keine Verteidigungskriege führen muss.

Das einzige für mich erkennbare, immer noch bestehende Problem, wo du deine Freiheit durch die Demokratie beschnitten siehst, wäre also, dass Cannabis illegal ist. Und jetzt wäge das mal gegen das doch alles in allem gut funktionierende Sozial und Bildungssystem unserer Demokratie ab. Außerdem kann sich das ja noch ändern, du kannst ja, statt gegen die Demokratie zu argumentieren, mal schauen, wie der demokratische Weg zur Legalisierung von Cannabis aussähe. Versuchs doch mal mit Petitionen, Demos etc. Und begründe, warum das nicht gegen das Gemeinwohl ist und daher eine Sache der persönlichen Freiheit.

Denn die will und soll die Demokratie ja genauso schützen wie das Gemeinwohl.

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Wir sind zu viele Menschen in diesem Land und auf diesem Planeten, als dass wir ohne Regeln und Gesetze leben könnten.

Das Experiment, welches du vorschlägst, würde viel Wohlstand und Menschenleben kosten, daher wird man es nicht durchführen.

Daher sei froh, dass du in einer sehr gut funktionierenden Gesellschaft lebst und danke dafür, dass das, was du gerne hättest, nicht Realität ist, denn du würdest dir das hier und jetzt nach weniger als einem Tag zurück wünschen.

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Klasse. Sobald hier Anarchie herrscht, komme ich bei dir vorbei, schlage dir den Schädel ein, versklave deine Freundin, raube deine Drogen und verticke beide auf der Straße. Gefällt dir nicht? Dann hast du Glück. Solange es Gesetze und eine Exekutive gibt, die mich davon abhalten, kannst du dich noch sicher fühlen.

Um Sicherheit geht es nämlich in jeder Staatsform. Der Mensch gibt einen Teil seiner Freiheit ab, um in Frieden leben zu können. Und in keiner Staatsform wird dir soviel Selbstbestimmung und Freiheit noch eingeräumt wie in der Demokratie. Sehr viele Menschen können diese Rechte nicht für sich in Anspruch nehmen, die du hier genießt, weil sie in Machtsystemen leben, wo Ausbeutung und Terror an der Tagesordnung sind. Du beschwerst dich hier also in einer unangemessenen Weise auf dem allerhöchsten Niveau. Lerne das Leben, dass du hier führen darfst, bitte mal etwas mehr zu schätzen. 

Und noch etwas, dass du bitte einmal bedenken solltest: Diejenigen, die am lautesten nach Anarchie schreien, wären die ersten, die in einer solchen Gesellschaft unter die Räder kommen würden, wenn sie sich noch nicht einmal in einer Demokratie zurechtfinden können.

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Kommentar von ManuTheMaiar
27.10.2016, 22:55

Das was du da beschreibst ist Anomie keine Anarchie, in der Anarchie gibt es auch Regeln, niemand darf Gewalt gegen andere anfangen

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Welchem friedlichen Aussteiger gegenüber greift der Staat denn zu unmoralischer Gewalt?

Die Gefahr, dass wir auf dem Weg in einen Nanny-Staat sind (Cannabis-Verbot, ...) sehe ich auch. Aber wegen sowas gleich die Demokratie abschaffen und durch die Anarchie ersetzen?

Das führt doch ohnehin nur zum Recht des Stärkeren und ganz sicher nicht zur Freiheit für alle.

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Diktatur als Staatsform wäre noch um etliches verwerflicher.

Da hätte im Grunde nur einer bzw. ein paar wenige das Sagen.

Zumindest bei einem Thema halte ich Deutschland nicht für demokratisch, sondern für diktatorisch.
Und zwar was den Bildungsort anbelangt. Eltern haben zwar theoretisch die Wahl, WO sie ihre Kinder beschulen lassen - aber sie haben keine Wahl, OB sie ihre Kinder in die Schule schicken.
Die Nichteinhaltung der Schulbesuchspflicht wird bestraft.
Zumindest werden Strafen angedroht und Familien eingeschüchtert.

Demokratie heißt hier zudem, seine Meinung äußern zu können und alle paar Jahre wählen gehen zu können.
Echte Entscheidungswahl haben die Deutschen letztendlich kaum.

Aus dem Grund bezeichne ich es lieber als Scheindemokratie.

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Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

In der Theorie wäre Anarchie die optimale Staatsform. In der Praxis sind halt bei weitem nicht alle Menschen so nett und respektvoll gegenüber anderen, dass das klappen könnte. Der Versuch eine reine Anarchie einzuführen würde wohl leider scheitern. Das funktioniert in einer kleinen Gruppe toleranter Menschen, die sowieso auf der gleichen Wellenlänge liegen. Es funktioniert aber nicht mit 82 Millionen Menschen, von denen einige zum Ziel haben alle zu töten, die nicht den Gott X anbeten, während andere überlegen, wie sie es ohne Rücksicht auf Verluste schaffen können mehr Kohle zu scheffeln als ihr Nachbar.

Wir haben in unserer Demokratie immerhin einen Minderheitenschutz. Wir haben Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und das Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung. Wir könnten es viel schlimmer treffen als mit unserer Form der Demokratie.

Problematisch finde ich es, wenn es eine Mehrheit der Deutschen gibt, die etwas wollen bzw. nicht wollen und die Bundesregierung dann trotzdem das Gegenteil vom Mehrheitswillen macht.

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Kommentar von Panazee
28.10.2016, 11:31

P.S.:

Der Vorteil der Demokratie ist, dass jeder eine Stimme hat. Der Nachteil ist, dass wirklich jeder eine Stimme hat.

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Demokratie hat ihre Daseinsberechtigung. Sie richtet das Leben der Menschen nach der Mehrheit aus. Warum sollten sich (Hausnummer) 90% der Menschen verbiegen, damit 10% dadurch begünstigt werden?

In der Demokratie entscheidet die Mehrheit (im Idealfall) und die Minderheit muss sich dem fügen. Sieh es wie eine Familie. Die ganze Familie sitzt in einem Auto auf Reise irgendwohin und sie beraten wo sie Pause machen und essen sollen.

Wenn von 6 Familienmitgliedern 5 entschließen Pizza essen zu gehen, muss sich das eine Mitglied, welches lieber chinesisch gegessen hätte fügen. Warum sollte die ganze Familie chinesisch essen gehen, wenn nur 1 von 6 das so wollen?

Um das System in einem banalen Beispiel zu verdeutlichen.

Wenn die Mehrheit der Gesellschaft für oder gegen ein Gesetz ist, wird das so beschlossen, wenn die Mehrheit der Gesellschaft etwas moralisch oder unmoralisch findet, wird das so beschlossen.

Du hast alle Freiheiten die dir das Gesetz gestattet. Alles was gegen das Gesetz ist, wird entsprechend geahndet, wenn du erwischt werden solltest. Damit musst du leben oder in ein Land ziehen in dem die Gesetze anders sind.

Dein Vorschlag zur Anarchie ist keiner, denn in der Anarchie gibt es keine Regeln, da kannst du nicht anfangen Abstriche zu machen. Absolute Gesetzlosigkeit. Viel Spaß dabei!

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Kommentar von Satiharu
27.10.2016, 23:02

Und wenn jemand nicht mitfahren möchte?

Oder wenn sich jemand nicht verständlich ausdrücken kann?

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Kommentar von barfussjim
28.10.2016, 01:15

"Wenn von 6 Familienmitgliedern 5 entschließen Pizza essen zu gehen, muss sich das eine Mitglied, welches lieber chinesisch gegessen hätte fügen. Warum sollte die ganze Familie chinesisch essen gehen, wenn nur 1 von 6 das so wollen?"

Anderer Klassiker: Zwei Löwen und ein Zebra stimmen demokratisch darüber ab, was es zum Abendessen geben soll ;) Die Minderheit muss sich halt fügen.

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Kommentar von ManuTheMaiar
28.10.2016, 01:30

Was spricht dagegen jeden soweit wie möglich für sich selbst entscheiden zu lassen, jeder kann sich sein Leben ausrichten wie er will solange niemand Gewalt gegen andere anfängt

Es wäre vermutlich nicht viel anders als in einer Demokratie nur das viele eben auf der Ebene von Vereinen auf frewilliger Basis stattfindet und das es keine Autorität gibt die gezwungen wird einzugreifen sondern nur Kontrollvereine die erst dann eingreifen wenn jemand Gewalt gegen andere anfängt, vermutlich würde da auch so einiges demokratisch bestimmt werden nur es gibt eben keine Gesetzgebung weil niemand das Recht hat anderen Gesetze aufzwingen, alle Gesetze die es gäbe wäre aus Grundregel das niemand Gewalt gegen andere anfangen darf abgeleitet

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Kommentar von Shiranam
28.10.2016, 05:26

Die 6 Familienmitglieder könnten auch beschließen, aufgrund des Wunsches des einen Familienmitgliedes chinesisch essen zu gehen, nämlich deshalb, weil sie sonst immer Pizza essen und es ungerecht finden, das der eine nie seinen Wunsch erfüllt bekommt.

Auch das ist ein Beispiel für des Potenzial einer Demokratie.

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Im Grunde genommen solltest du dir lieber die Frage stellen, ob wir genug Demokratie haben. Dann würdest du basld feststellen, dass dies nicht der Fall ist. So aber schüttest du das Kind mit dem Bade aus, monierst jedwede Demokratie, statt hierzulande deren verkrüppelte Form zu erkennen.

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Das Beherrschtsein, was Du verspürst ist meiner Meinung nach weniger ein Resultat der politischen Ordnung, sondern der Wirtschaftsordnung. Würde die Wirtschaftsordnung funktionieren, könnte sich der Staat mehr zurücknehmen und gewisse notwendige Regeln würden weniger dogmatisch sondern durchsichtiger erscheinen. In der Summe könnte so eine Art, simulierte Anarchie entstehen, mit einem starken Staat im Hintergrund, der aber nur eingreift, wenn es wirklich sinnvoll und notwendig ist.

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Minderheiten zu unterdrücken, wäre moralisch verwerflich. Man braucht natürlich Minderheitenschutz.

Deshalb haben wir keine direkte Demokratie, sondern versuchen es mit dem seltsamen Konstrukt des Berufspolitikers. Der soll (theoretisch) nicht nur seine eigenen Interessen durchboxen, sondern die aller Wähler einigermaßen ausbalancieren. Es funktioniert nicht richtig, klar, aber es ist ein Anfang...

Anarchie scheitert leider - genau wie Kommunismus - immer an der menschlichen Natur. Nur eine Minderheit der Menschen ist ehrlich, fleißig, lieb und tolerant. Die meisten Menschen sind Egozentriker, sie hacken auf Andersartigen herum und übernehmen ungern Verantwortung für Fremde.

Anarchie würde schnell dazu führen, dass eine starke Mehrheit alle Minderheiten vertreibt. Das geht ganz ohne Gewalt, wäre also legal.

Ein Beispiel: Stell dir vor, du bist Trans-Mann in einem größtenteils katholischen Dorf. Du wurdest also als Mädchen aufgezogen und hast dich als Erwachsener entschieden, dass du nur als Mann leben kannst. Völlig legal in einer Anarchie. Jetzt suchst du Männerarbeit, aber niemand stellt dich ein. Du suchst Freunde, aber alle dissen dich. Der Pfarrer predigt, dass du besessen wärst und niemand sich dir näher dürfe. Exorzisten singen vor deinem Haus. Welches Gesetz schützt dich?

Noch ein Beispiel: Ein ausgesetztes Baby wird gefunden. Niemand will es adoptieren, weil es Down-Syndrom und nur einen Fuß hat. Niemand in der Gegend hatte Lust darauf, ein Kinderheim einzurichten. Wohin nun damit? Da in einer Anarchie niemand zu etwas verpflichtet werden kann und der Staat mangels Einnahmen keine Einrichtungen betreiben kann, wird das Kind wohl sterben.

Leider lässt sich Minderheitenschutz nur mit klaren Gesetzen durchsetzen. Sonst macht die Mehrheit - gewaltfrei und damit legal - was sie will. Das beginnt mit "Kauft nicht beim Juden!" und endet mit dem Verhungern behinderter Waisenkinder, denen niemand Essen gibt, weil niemand dazu verpflichtet ist.

Zum Glück schreitet die Entwicklung künstlicher Intelligenz derzeit gut voran. Kennst du die Romanreihe "Halbsichtigkeit"? Dort wurde das Ausbalancieren der Interessen einem Computer anvertraut, der keine eigenen Interessen hat und daher absolut objektiv abwägt:

http://corinna-john.de/?q=node/14

Das dürfte deinem Idealstaat relativ nahe kommen. Denn solange Menschen (Affen mit Daumen...) alleine entscheiden, gibt es auch Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

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Ist Demokratie moralisch verwerflich, immerhin maßen sich hier Menschen an über andere zu bestimmen?

Ist Demokratie besser oder Diktatur? Ich persönlich ziehe die Demokratie vor, insbesondere wenn eine direkte Demokratie möglich ist, denn immerhin sollte das Volk wählen können, was für das Volk Realität werden soll und nicht wenige oder eine einzelne Person, die über das Volk bestimmt.

Schon die Art Demokratie, die wir in Deutschland haben, finde ich zwar nicht direkt falsch, denn Demokratie bedeutet, dass das Volk eine Entscheidungsmöglichkeit zur politischen Führung hat, aber dadurch dass es in der Politik eigentlich immer Versprechungen gibt, an welche sich nach der Wahl in den seltensten Fällen wirklich gehalten wird, ist diese indirekte Demokratie, die wir in Deutschland haben, eigentlich nur legalisierter Beschiss - sorry, wenn es hat klingt, aber es entspricht der Wahrheit. Viel besser ist da die direkte Demokratie, wie es sie in der Schweiz gibt, wo es zwar auch Politiker gibt, aber diese in wichtigen Entscheidungen keine Entscheidungsgewalt haben, sondern diese beim Volk liegt. Wenn da jemand meint, dass das für Deutschland nicht funktionieren kann, würde ich behaupten, dass es nur dem Anschein nach nicht funktioniert, weil es noch nie versucht worden ist, wahrscheinlich um die Machenschaften der politischen Führung ähnlich unangetastet zu lassen, wie vor Jahrhunderten "das blaue Blut" von Königshäusern.

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Für "moralisch verwerflich" halte ich eine Demokratie = Herrschaft durch das Volk, nicht. Schließlich kann eine Mehrheit auch bestimmen, dass eine Minderheit gewisse Freiheiten bekommt.

Eine Anarchie, wie es sie schon gab, beinhaltet auch Regeln. Es ist also keineswegs die regellose Freiheit. Und wenn damals die Sitten Repressalien einer Minderheit vorsahen, dann war es so. Die Minderheiten waren wohl nicht besser geschützt, als in einer Demokratie.

Meiner Meinung nach könnte man die Demokratie ruhig noch ausweiten, z.B. durch Volksentscheide. Ich wüßte nicht, was gerechter ist, als nach der Mehrheit des Volkes zu handeln.

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Kommentar von barfussjim
28.10.2016, 01:12

"Ich wüßte nicht, was gerechter ist, als nach der Mehrheit des Volkes zu handeln".

Und wenn die "Mehrheit" die "Minderheit" in ihren Rechten beschneiden will?

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Kommentar von ManuTheMaiar
28.10.2016, 01:17

Eine Anarchie beinhaltet die Regel das niemand Gewalt gegen andere anfangen darf, alles was freiwillig geschieht muss erlaubt sein weil es keiner verbieten darf

Gerechter als nach dem Willen der Mehrheit zu entscheiden ist jeden soweit wie möglich für sich selbst entscheiden zu lassen, auch innerhalb einer Anarchie gäbe es die meisten Institutionen eines Staates auf freiwilliger Basis als Vereine auf die Art könnte es Bildungs und Solidarsystem geben und innerhalb dieser Vereine kann natürlich auch demokratisch gewählt werden

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Kommentar von Dackodil
28.10.2016, 15:39

Wann und wo gab es denn schon mal eine (funktionierende) Anarchie als Staatsform?

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In meinen Augen ist die Demokratie als Staatsform und damit auch der deutsche Staat moralisch verwerflich

Dann weicht eben deine Moral stark von der Moral der Gesellschaft haben.

Who cares.

da hier die Mehrheit der Menschen einfach Andersdenkenden ihre Regeln zu leben aufzwingen kann

Eine Team- oder Gesellschaftsentscheidung ohne jeglichen Zwang müsste eine 80-Millionen-Konsens-Entscheidung sein. So etwas gibt es nicht. Demnach sind deine Moralvorstellungen unerreichbar.

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In meinen Augen ist die Demokratie als Staatsform und damit auch der deutsche Staat moralisch verwerflich

Gut, dass ist deine Meinung und in einer Demokratie darfst du so etwas auch äußern. In einer von dir angestrebten Diktatur wäre eine gegenteiligee Meinungsäßerung ja gar nicht möglich.

Freiheit hat immer Grenzen. Auch meine Freiheit zu winken endet dort, wenn ich jemandem auf die Nase schlage.

Darf eine Demokratie überhaupt so weit gehen und jedem das Leben nach Maßstäben der Gesellschaft aufzwingen oder muss die Demokratie endlich mal tolerieren, dass freie Menschen sich, solange sie friedlich bleiben, auch anders entscheiden können.

Die Demokratie in Deutschland zwingt dir kein bestimmtes Leben auf. Solange du dich an die Gesetze hältst, hat niemand gegen deien alternativeen Lebensstil oder deine Ansichten etwas. Wenn es allerdings soweit geht, dass ein Polizist im Namen der Freiheit erschossen wird, wie am 19.10.2016 in Georgensgmünd, dann hört sich der Spass zu Recht auf.

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Hallo,

Du hast das Recht, Deine Meinung frei zu äußern. Du versuchst, durch das ausdrücken Deiner Meinung die Meinung anderer zu beeinflussen. Dieses Forum verbreitet Deine Meinung und lässt Dich tausende anderer Menschen erreichen. Alles das und noch viel mehr gewährt, nein garantiert Dir die Demokratie.

Aber, Freiheit muss für alle in gleicher Weise gelten. Die Freiheit, die der eine sich nimmt, darf nicht die Freiheit der anderen beschränken. Das zu gewährleisten ist die Aufgabe der Gesetze, die die vom Volk gewählten Vertreter auf allen Ebenen - beginnend im Gemeinderat bis zum Bundestag - beschließen.

Jeder kann Teil der Parlamente werden, wenn er die Unterstützung von anderen erhält. Jeder kann den Kandidaten seines Vertrauens ansprechen und ihm das eigene Anliegen mitteilen.

Die meisten Menschen, die über Demokratie klagen, haben Probleme mit dem Prinzip. Sie sagen ihre Meinung nicht denen, die entscheiden, sondern den Gleichgesinnten, von denen kein Widerspruch zu erwarten ist.

Freiheit erfordert Kompetenz und (Selbst-)Kontrolle. Freiheit erhält man um den Preis der Verantwortlichkeit für sein Handeln. Wird Freiheit missbraucht, d.h. werden die Regeln verletzt, die die gleiche Freiheit für alle garantieren, so wird Strafe fällig und ggf. wird Freiheit entzogen.

Das ist logisch, fair und nicht moralisch verwerflich.


Und dies passiert bei uns nicht willkürlich sondern geregelt. Die Grundlage hierfür ist die funktionierende Gewaltenteilung, ohne die weder Demokratie noch Freiheit möglich wären.


Alles Gute!

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Kommentar von ManuTheMaiar
28.10.2016, 01:03

Die Freiheit, die der eine sich nimmt, darf nicht die Freiheit der anderen beschränken.

Wenn der Staat mit seinen Gesetzen in diesem Rahmen bleiben würde hätte ich auch nichts gegen ihn aber der Staat schießt weit darüber hinaus und nimmt sich heraus selbst in die freiwillige Privatsache anderer einzugreifen siehe meine Beispiele in der Frage

Diese Freiheiten sehe ich als selbstverständlich an, darum will ich nicht demokratisch kämpfen, denn der Staat hat überhaupt kein Recht sich da einzumischen schon garnicht mit Gewalt, deswegen bin ich Anarchist

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Anders geht es nicht, dass irgendwelche Leute über andere bestimmen. Andernfalls gilt das Faustrecht. Die Alternative zur Demokratie ist der autoritäre Staat in verschiedenen Spielarten bis hin zu Diktatur eines Einzelnen. Die demokratische Staatsform ist, in jeder Form, äußerst unbefriedigend, da hast du Recht. Sei es als direkte oder indirekte Demokratie, als Demokratie mit Mehrheitswahl- oder Verhältniswahlrecht oder gemischtem Wahlrecht (wie bei uns). Aber sie ist - um mit Churchill zu sprechen - die am wenigsten schlechte Staasform. Alle anderen Staasformen sind schlechter!

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Kommentar von ManuTheMaiar
11.12.2016, 02:34

Die Anarchie wäre besser da gibt es keinen Bestimmer

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Wie soll sonst ein Staat funktionieren. Wenn keiner die Regeln bestimmt. Wenn es keine Regeln geben würde, würdest du hier nicht mal schreiben, können weil jemand dich schon lange jemand getötet hat. Wer Du ihm sein Handy nicht gegeben hast. 

Wenn ich Fußball nicht spielen mag, melde ich mich auch nicht im Verein ein. 

Das heißt wenn dir es hier nicht gefällt, kannst du ja Auswandern. Oder auch eine eigene Insel bewohnen wo du machen kannst, was du willst.

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Ich denke schon lange dass die Demokratie nicht die beste staatsform ist, aber es wird einem in dem Land wo man wohnt immer gesagt dass das die beste Staatsform ist.Aber man darf eben nicht alles glauben. Auch wenn ich nicht glaube dass Anarchie sondern eine Wahlmonarchie das beste ist.

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Nur, weil du Anarchist bist heißt das nicht, dass du damit Recht hast.

Ich finde es völlig in Ordnung, dass sich die Minderheit der Mehrheit beugen muss und habe auch kein Problem damit, das notfalls mit Gewalt durchzusetzen. :)

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Moral und Politik sind für dich eher nichts.

Vielleicht versuchst du es mal mit Origami oder Servietten falten...

Jedenfalls hast du ein ekelhaft egozentrisch-reaktionäres Weltbild.

Rückmarsch nach einer der großen Friedensdemos Anfang der Achtziger Jahre über eine der Kölner Rheinbrücken, vermutlich die Severinsbrücke, zu den Bussen. Die Brücke zweigeteilt, ein Hälfte für den Autoverkehr, die andere für die zurückflutenden Demoteilnehmer. Getrnnt durch Pilonen.

Zwei vermutlich bekiffte Anarchos machten sich einen Spass daras, diese Verkehrsleitkegel in den Autoverkehr zu kicken. Auf die Frage, was das solle, meinten sie: "Die beschränken unsere Freiheit!".

Wir haben ihnen dann angeboten, ihnen beim Protest gegen die Beschränkng ihrer Freiheit beim gegenüberliegenden Brückengeländer zu helfen...

Eigenartigerweise waren sie an einem Protest gegen diese Freiheitsbeschränkung nicht so sehr interessiert...

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