Ist dauerhafte (jahrzehntelange) Monogamie eine natürliche Lebensform für den Menschen?

...komplette Frage anzeigen

17 Antworten

Monogamie entspricht wahrscheinlich nicht der Natur des Menschen, auch wenn vor allem Religionen an diesem konservativen Gesellschaftsmuster festhalten möchten. Ich behaupte, dass mit dem gesellschaftlichen Ideal der Monogamie viele Beziehungsprobleme einhergehen, vor allem in unserer liberalen modernen Gesellschaft.

Vielleicht kann dir dieses Interview deine Fragen beantworten: http://www.zeit.de/2011/15/Ps-Treue-Interview

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, es ist schließlich das, was in den Liebesgedichten seit Jahrtausenden immer gepriesen wurde und wird. Warum sollte es also nicht ein urnatürliches Verlangen des Menschen sein, sich einander hinzugeben. Es gibt den (teilweise etwas verstörenden) Mythos vom Androgyn, den Aristophanes in Platons Symposion erzählt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da die Kinder Spätenwickler sind, und ein Weibchen allein die Jungen nicht aufziehen kann, braucht es wohl für die Aufzucht einen Mann oder eine Gruppe. Vermutlich ist das Leben in einer Gruppe/Sippe eher natürlich. Monogamie im sexuellen Sinn paßt wohl nicht auf Menschen. 

Unsere nächsten Verwandten, die übrigen höheren Primaten, leben nicht monogam, meist gibt es aber einen Pascha, der die meisten Weibchen
der Gruppe  befruchtet. Was aber nicht heißt, dass ein Weibchen sich nicht auch mal mit einem nicht so ranghohen Tier paart.

Als die Lebenerwartung der Menschen bei etwa 35,40 Jahren lag war es einfach, die Zeit der Jungenaufzucht gemeinsam zu überstehen, kaum waren die flügge, war man tot. Jetzt leben wir doppelt so lange, als die Aufzucht der Jungen braucht, da wird auch mal langweilig, in der Monogamie...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja und nein! Ich habe mal eine interessante dokumentation gesehen, in der menschen und seine nächsten verwandten der schimpanse und gorilla verglichen wurden, was den sexualtrieb angeht und es gibt forscher, die einen zusammenhang mit der hodengröße vermuten! So hat der schimpanse zb die größten hoden in relation zur körpermasse, der schimpanse neigt keineswegs zur monogamie, bzw zu eifersucht oder sonstigem verhalten welches eine monogame bindung begünstigen würde! Der gorilla hingegen, hat zwar den größten hoden, aber in relation zu seiner körpermasse den kleinsten, gorillas neigen zur eifersucht und festen sexualpartnern und auch wechsel sind selten! Der mensch liegt mit der hodengröße in relation zur körpermasse zwischen gorilla und schimpanse und kann sowohl so als auch so leben, so sind männer mit kleinerem hoden viel eifersüchtiger und bevorzugen monogamie und männer mit großen hoden in relation zur körpermasse eher wechselnde sexualpartner! Aber dazu will ich anmerken, dass ich kein experte für affen bin und auch was sexualpartner angeht, sondern habe es nur mal so aufgeschnappt! Lg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Angesichts der Tatsache, wie viele Menschen fremdgehen (1/3), wieviele mehr es wahrscheinlich gerne tun würden oder zumindest hin und wieder den Reiz verspüren und wie viele Beziehungen scheitern: Nein, strenge Monogamie ist keine natürliche Lebensweise.

Letztendlich spielt die Frage "natürlich oder nicht" aber meiner Meinung nach keine Rolle. Wenn du mit Monogamie glücklich bist, dann lebe danach. Wenn nicht, dann wäre vielleicht eine offene oder polyamore Beziehung etwas für dich.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Dreadrasur
03.03.2017, 16:32

Die natürlichste Art zu leben wäre übrigens eine Monogamie, in der man selber fremd geht. Sprich: Partner ist brav, man selber verteilt seine Gene überall ;) Dass das nicht die wirklich moralische Art ist, sollte jedem klar sein. Deshalb stellt sich die Frage, mit was man besser leben kann: Beide leben einvernehmlich monogam, oder keiner (z.B. in einer offenen Beziehung). 

4

Eher nein. Es ist zwar eine ethisch erstrebenswerte Form, aber die wird halt nur selten eingehalten. Die Zahl der Fremdgeher und Fremdgeherinnen in der Ehe ist unglaublich hoch.

Die Realität ist eben, dass das ein Ideal ist, dem viele nachstreben, das aber im wahren Leben selten erreicht wird.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

hi,

Brieftasche1982,

das ist eine Frage, welcher moralischen Grundlage man in dieser Hinsicht folgt.

Ich bin der Meinung, daß es eine Frage der Liebesfähigkeit ist.

Nicht nur der Liebesfähigkeit , was einen lebenslangen Partner betrifft, sondern auch generell der Liebesfähigkeit anderen Menschen gegenüber.

Man kann durchaus tiefe Gefühle in sozialen Verbänden haben. Diese müssen aber nicht dazu führen, auch in polygamer Weise mit diesen Menschen zusammenzusein.

Ein Mensch ist ja zum Glück fähig, Beziehungen auf vielen verschiedenen Ebenen zu führen und auch dann Glück und Zufriedenheit und Erfüllung zu fühlen.

Auch platonische Beziehungen haben ihren Reiz.:-))

Daher glaube ich nicht, daß der Mensch generell nur polygam glücklich wird bzw. so "angelegt" ist.

Im Übrigen schließe ich mich der Bibelbetrachtung von Nobody an.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der Mensch hat in seiner Geschichte schon alle möglichen Lebens- und Eheformen durch, diese nur gibt. Jede davon hat(te) ihre Berechtigung. Deshalb ist es unsinnig, die eine als "natürlicher" als die anderen darstellen zu wollen.

Den Großteil war es die Promiskuität (nicht zu verwechseln mit Polygamie). Erst im Zuge der Neolithischen Revolution kamen feste Paarbindungen auf, vornehmlich aus wirtschaftlichen Gründen. Weil die harte Feldarbeit immer mehr Kinder als Arbeitskräfte erforderte, waren die Frauen zunehmend auf die Unterstützung der Erzeuger angewiesen. Dabei entwickelten sich die verschiedenen Eheformen parallel zueinander, ohne "Höherentwicklung" von Polygamie zu Monogamie.

Dieser Prozess lässt sich schon in der Bibel sehr anschaulich mitverfolgen. In Gen. 1.28 ist noch die Fortpflanzung die Triebfeder des geschlechtlichen Miteinanders, kulturelle Sexualnormen wie in den mosaischen Gesetzen spielen noch keine Rolle. Diese Menschen werden zakar & neqebah genannt, zu deutsch männlich und weiblich. Das sind generische Begriffe, die im Hebräischen auch für Tiere verwendet werden. Ihre "Herrschaft" über die Tiere (Gen. 1.28) beinhaltet nicht zuletzt die aneignende Nutzung derselben, außerdem sammeln die Menschen auf der freien Fläche Früchte, Kraut, Samen, Nüsse, Pilze etc., eingegrenzte Äcker gab es noch nicht (Gen. 1.29). 



Später zeigen Adam und Eva beispielhaft den Übergang zur Nahrungsproduktion (Ackerbau, Gen. 2.15) und festen Bindung, siehe Gen. 2.24. Sie heißen isch & ischah, Mann und Frau, dem Menschen vorbehaltene Bezeichnungen, und führen eine Monogamie. Lamech hingegen führt später eine Vielehe (Polygamie). Bemerkenswerterweise kommt die Monogamie noch vor der Polygamie. Im vermeintlichen Rippenmärchen steckt die besagte männliche Erkenntnis. Ich empfehle dir für weitere Informationen dazu die Bibelkorrektur von Paul Hengge. Er hat auf diesem Gebiet echte Pionierarbeit geleistet. Zwischen Adam und Eva und uns heute hat sich ein buntes Spektrum an weiteren Eheformen entwickelt, Kebsehe, Besuchsehe, Ehe auf Probe uvm.

Heute hat sich die Situation weiter verändert. Das Individuum (vor allem die Frau) ist zunehmend wirtschaftlich unabhängig, das führt zu mehr Singlehaushalten, weniger Eheschließungen, weniger Kindern. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Schwer zu sagen.

Die längste zeit in der Geschichte mehrerer Sippen der Menschen auf jeden Fall.

Die längste Zeit Lebten menschen in familiären Rudeln und lernten in ihrem Leben 20 andere Menschen kennen von denen eineige allerdings zu ihrer engeren Familie gehörten. Somit war die Monogamie vorprogrammiert.

Je größer die Gruppen Wurden in denen sich Menschen zusammenschlossen umso eher wurde die Monogamie "überwunden". 

Die Monogamie hat sicher evolutionäre vorteile. Ein mann kann zwar nicht so viele Nachfolger zeugen aber dafür die Chance für deren Vorankommen (und überleben) erhöhen Quantität/Qualität. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Dreadrasur
03.03.2017, 20:16

Es war genau andersherum: Polygamie wurde vor allem in kleineren Gruppen betrieben und hatte dort deutlich mehr Vorteile als Monogamie. Erst mit steigendem Maß an Zivilisation wurde Monogamie bedeutsamer, durch die Kirche, aber auch z.B. um Eigentum zu schützen (man will ja wissen, ob die Erben auch tatsächlich die eigenen Kinder sind).

http://www.zeit.de/2012/13/CH-Monogamie/seite-2

0

Monogamie hat sich erst spät in der Menschheitsgeschichte als gesellschaftliche Norm durchgesetzt und verstärkt durch das Christentum verbreitet.

Vorher war es eher normal bis notwendig, dass Männer mehrere Frauen hatten um einfach die Wahrscheinlichkeit auf Nachwuchs zu erhöhen. Davon abgesehen liegt es in der biologischen Natur des Mannes, seine Gene so breit wie möglich streuen zu wollen um so viele unterschiedliche Verbindungen wie möglich einzugehen.

Von daher ist es wohl eher nicht normal, obwohl es auch in der Tierwelt Arten gibt, die sich nur mit einem Partner paaren und mit diesem monogam leben.

Aber heute, in Zeiten der drohenden Überbevölkerung und hohen Lebenserwartung, ist es wohl nicht mehr notwendig seine DNA so weit wie möglich zu verbreiten ;) Evtl. war die Umerziehung zum Monogamie durch die Kirche auch eine weise Voraussicht? ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Tanzistleben
03.03.2017, 16:39

Wobei hier eine Definition des Begriffes "normal" interessant wäre......

0

Nein. Der Mensch ist von Natur aus ein polygames Wesen.

Was nicht bedeutet dass die Monogamie funktionieren kann, aber wie man unschwer erkennen kann, kommt es dabei in den meisten Fällen zu Problemen und zum Ende der monogamen Beziehungen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

nein, ist es nicht, aber die regierende fördern es aus ihren sonderinteressen heraus

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es werden etwa gleich viele Mädchen wie Jungs geeboren. Folglich bleibt für jeden nur ein Partner oder einige gehen leer aus, was dann zu immensen gesellschaftlichen Problemen führt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

Monogamie ist eher gesellschaftlicher Zwang als von der Natur vorgesehen.

Insofern ..

Mfg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Definiere den Menschen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Für den einen Menschen ja.... für den anderen nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eigentlich nicht, schließlich sind wir weder Schwäne noch Gibbons.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von juste55
03.03.2017, 17:36

voyager,

aber wir sollen doch vom Affen abstammen? :-))))

2

Was möchtest Du wissen?